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Woche der Proteste

Darum steigen Bauern jetzt auf die Barrikaden

Zwischen Brüssel und Bruck an der Mur steht die nächste Woche stark im Zeichen organisierter Bauern-Proteste. Doch warum? Wir haben bei fünf steirischen Bauern nachgefragt, wo der Schuh drückt. Von Ulrich Dunst

© AP
 

In Frankreich und Deutschland protestieren sie schon seit Wochen, in Brüssel gehen sie morgen auf die Straße – während sich die EU-Agrarminister zum Krisengipfel treffen –, und am kommenden Samstag erreichen die organisierten Bauernproteste erstmals seit vielen Jahren auch die Steiermark. Doch warum protestieren sie eigentlich?
Die Motive für den offenbar massiven Frust sind so unterschiedlich wie die Produkte, die sie produzieren, zeigt ein Rundruf der Kleinen Zeitung unter steirischen Bauernfamilien. Nur eine Ursache wird von allen genannt: der Preisverfall, der bei Obst, Gemüse, Milch oder Schweinefleisch im letzten Jahr oft 25 Prozent, manchmal sogar mehr als 50 Prozent ausgemacht hat und das Bauernsterben in den vergangen Monaten massiv beschleunigte. Zwei bis drei steirische Bauernhöfe sperren derzeit zu – pro Tag.

Kommentare (39)

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Das bringt nix.

Wir können uns solange mit Schildern und bunten Bildern auf die Straße stellen, wie Kinder Bitte Bittesagen solange wir wollen, es wird sich so nichts ändern.Wir haben es mit Kriminellen zu tun. Wir können Bitte Bitte rauben Sie uns nicht aus sagen, solange wir wollen, solange wir Geld und Vermögen haben werden wir ausgenommen. Wir haben höchstens die Wahl, ob wir einen Faustschlag ins Gesicht oder in den Bauch möchten.

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"Bauernmarkt"

retsölegba g ednerg
fahcS eid negVor sieben Jahren machten wir Urlaub nahe von Harftberg in der Oststeiermark. Am letzten Tag vor der Heimfahrt kamen wir in der Nähe in einem Nest an einem "Bauernbladen" vorbei. Dachte frau, da können wir für daheim etliche "Spezialitäten" kaufen. Na ja, das G'selchte gut.
Aber, schnell fiel mir ein "Schafkäse" auf. Da der Viettellaib frei lag schaute ich ihn genauer an weil ein kleiner Etikettenrest zu sehen war. Was sah ich? Eine Aufschrift, die mit Doppel-aa unzweifelhaft als - holländisch (!) - zu bestimmen war. Frage an die Bäuerin: "Woher haben sie den Kas'?" Freche Antworten: "Wir kriegen den vom Bauern aus der Weizer Gegend". Glatt gelogen und billig im Metro eingekauft und als "regional" teuer ausgepreist. (Meine Dame war ein paar Tage später in Wien nämlich im Metro)
(Nun ja, auch das "echt steirische Kernöl" kommt von den Kernen neuerdings auch ganz offiziell von Kontraktbauern aus Niederösterreich und dem Burgenland)

Hohenwanger
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Was man wissen müßte

Der Bauer hat für seine erzeugte Produkte
eine garantierte Abnahme seiner Erzeugnisse.
Er verkauft die Produkte seiner Genossenschaft.
Diese verkauft die Produkte durch den Vertrieb der den Bauern gehört, sind die Vertreter in diesen Organisationen, die vom Bauer gewählt werden.
Warum der Bauer nicht den Preis bekommt von dieser Organisation für seine Preise?
Die Antwort ist ja doch so einfach.
Es gibt in der Wirtschaft auch Firmen, die das unterbieten, um der Konkurenz zu schaden und sie vernichten zu können.

alejulval
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Eu Zuschüsse

warum sagen die Bauern nicht einmal wievuel Zuschuss sie alle Jahre von der Eu bekommen nebenbei sind das auch Gelder der Steuerzahler und wievuel sie steuern zahlen gegenüber andern kleinen Gewerbetreibenden. Nur fordern damit der Traktor noch größer werden kann

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Ihr Einkauf entscheidet!

Die Preise für Fleisch und Milch brechen ein – die Bauern gehen auf die Barrikaden. Dabei könnte jeder Einzelne die österreichischen Landwirte unterstützen und davon auch noch selbst profitieren. Denn wer regionale Lebensmittel kauft, erhält nicht nur hochwertige Produkte, sondern stärkt auch die heimische Wirtschaft. Hier setzt der Verein Fairelebensmittel.at an.

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An Hof Verkauf - nix billiger

Diese Suderei der Bauernlobby ist an Heuchelei nicht zu überbieten. Denn: Der Handel, der schließlich deren Produkte abmnimmt, aufbereitet (sortiert), transportiert und in Tausende Lebensmittelmärkte verteilt (samt Abfall wegen Ablaufs der Frische) verkauft das Zeug, trotz der Steuerbelastung für sich und seine Mitarbeiterinnen um keinen Cent teurer - wie die Beizen "Ab Hof". Die selbst weder eine Mehrwertstuer abführen noch - im Gegensatz zu jeder Hofer-Kassierin kaum SV-Beitrge und erst keine Einkommensteuer zahlen.

Und wie "preiswert" schließlich diese edlen Produkte "aus der Region" sind: 10 Euro Kartellpreis der steirischen Landwirtschaftsmafia für einen halben Liter "echt steirisches Kernöl". Genau so teuer wie beim Hofer. Das Kilo "echt steirischer Äpfel" in Gleisdorf beim Nah und Frisch "aus der Region" ist dort gleich teuer wie in Graz beim Billa!

So schuat es aus!

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Re: An Hof Verkauf - nix billiger ?

Ja lieber Legastheniker. Wenn ich das Geschreibsel richtig interpretiere arbeitet dein Gehirn ohnehin nur nach der Prämisse „Geiz ist Geil“. Da würde die Antwort auch nicht helfen.

Letho
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@Steke

ein paar Fakten zu deinem Kommentar, zu dem ich dir zum Teil zustimme, zum Teil aber nicht.
SV Beiträge werden sehr wohl bezahlt, Bemmessung ist der Einheitswert. Einkommensteuer, naja aufgrund der Pauschalierung kaum und ists dann noch eine Mitunernehmerschaft dann sowieso kaum. ist leider so
Warum die Preise abHof meist nicht geringer sind als im Geschäft, liegt daran, dass die Supermarktketten Abnehmerverträge abschließen in denen vereinbart wird, dass abHof nicht billiger verkauft werden darf. Stimmt man dem nicht zu, gibts auch keinen Vertrag.

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@Letho

Nun ja, dass jene Ab-Hof-Bauern, die ich da während der Ausflüge im Oststeirischen oder in Niederösterreich kenne, mit den großen Ketten solche Abnahmeverträge" hätten, bezweifle ich aber schon sehr.

Wie ist das auch mit den Äpfeln etwa in und um Puch? Keinen Cent billiger Ab Hof als bei Billa in Graz!
Netter Versuch - aber unglaubwürig.
Was nun die SV-Beiträge der Bauern betrifft: Die sind so minimal, dass die Bauernkrankenkasse die bei weitem defizitötste aller österr. SV kassen ist - und aus Steuergeldern (!9 "ausgeglichen werden muss. Dass die Bauern wegen "Hacklerregelung" zwar in eine Frühpension gehen können - aber ungehindert weiter "am Hof" arbeiten erlebt man monatlich, wenn so ein Altbauer wieder mit dem Traktor umkippt...

Letho
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@Steke

am besten du fragst, wenn du wieder einen Ausflug machst, warum die Preise annährend gleich sind. vielleicht bekommst dann eine Erklärung. meine Erklärung ist eine davon. SV, minimal, naja, orientieren sich eben am Einheitswert. über einem gewöhnlichen Arbeiter/Angestellten sind diese aber wohl kaum. wobei der Arbeiter/Angestellte eher Einkommensteuer zahlt als die Bauernschaft

BigBang12
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@fritjeitler

Falsch! Wer regionale Produkte bevorzugt, provoziert nur mehr Konkurrenzkampf mit dem Ausland. Ändert euer System und vor allem hört mit der Überschussproduktion auf.

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Ihr Einkauf entscheidet!

Heimische Lebensmittel sind besser für Umwelt, Klima und Wirtschaft

30.000 zusätzliche Arbeitsplätze durch den Kauf heimischer Lebensmittel - das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Johannes Kepler Universität Linz, die im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung erstellt worden ist. In der Analyse werden jene aktuellen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte gezeigt, die der vermehrte Konsum heimischer Produkte auslöst. Dazu erläutert der Studienleiter Univ.-Prof. DDr. Friedrich Schneider von der Johannes Kepler Universität Linz: "Unsere jüngsten Berechnungen zeigen: Wenn statt importierter Waren 30 Prozent mehr bäuerliche Produkte aus Österreich gekauft werden, steigt das BIP jährlich um rund 3,2 Milliarden Euro an und gleichzeitig werden dadurch 30.000 Arbeitsplätze geschaffen.“ Eine verstärkte Nachfrage nach heimischen Agrarprodukten wirke sich aber nicht nur auf die Beschäftigung positiv aus, so die Studie. Mehr dazu unter www.fairelebensmittel.at

Efried
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kann ich nicht nachvollziehen

Bauern investieren das Geld ja in Maschinen die tw. importiert werden und wo kaum Arbeitsplätze geschaffen werden, weil bei Handel und Industrie der Umsatz pro Arbeitsplatz sehr hoch ist. Es macht, was die Arbeitsplätze betrifft, mehr Sinn billig beim Diskonter zukaufen und dann mit dem gesparten Geld öfters zur Frisörin zu gehen.

BigBang12
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@fritzjeitler

Da würde ich gerne mitmachen, wenn im Gegenzug die Agrarexporte Österreichs im gleichen Ausmaß zurückgehen. Fairness ist keine Einbahnstraße. Import ablehnen, aber Export betreiben geht halt auch nicht.

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ECHT?

Nur interessehalber. Zitieren Sie da aus dem letzten Grünen Publikation „schmerzfreies markwirtschaftliches Absaufen unter Selbsthypnose in nur 3 Tagen“?

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Zu ECHT?

da hat sich das "r" geniert (der letzten) natürlich

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Ihr Einkauf entscheidet!

Die Preise für Fleisch und Milch brechen ein – die Bauern gehen auf die Barrikaden. Dabei könnte jeder Einzelne die österreichischen Landwirte unterstützen und davon auch noch selbst profitieren. Denn wer regionale Lebensmittel kauft, erhält nicht nur hochwertige Produkte, sondern stärkt auch die heimische Wirtschaft. Hier setzt der Verein www.Fairelebensmittel.at an.

BigBang12
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Alles selber eingebrockt!!

Wer seine Überschussproduktion im Ausland mit Stützung durch die EU zu Dumpingpreisen im Ausland auf den Markt wirft und die dortigen Bauern in den Ruin treibt, hat im Land selbst jeglichen Anspruch auf faire Preise verwirkt!! Exportverbot und gleichzeitig ein Importverbot für Produkte, die auch hier erzeugt werden können wäre mein Vorschlag!

Esteke
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Danke EU-Russslna"boykott"

Da führt die EU auf Geheiss der USA ("Fuck the EU", US-Vizeaußenministerin vor eineinhalb Jahren) einen Wirtschaftskrieg - und bei uns jammern die Bauern, dass die Russen eben in einem solchen EU-"Embargo-Staat" kein Schweinefleisch, kein Obst und kein Gemüse mehr kaufen.

Nur: Warum wird das verschwiegen?

Durch Österreich rollten jüngst NATO Panzer zu den "westlichen" Protzmanövern in den östlichen NATO-Staaten. Wer hat sich da in Österreich wegen eines Bruchs der einst beschworenen "immerwährenden Neutralität" aufgeregt?

Nebenbei: Einige österreichische Exportbetriebe haben schon Probleme wegen des Russland-Em,bargos. Nur müssen sie unter politischem Druck darüber schweigen. Weil bei uns herrscht ja die (selektive) Meinungs- und Pressefreiheit.

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man muss sich das mal auf der zunge zergehen lassen... es wurde seit den 70ern bewusst lebensmittelkonzerne durch politik und banken gepusht (steuerlich, finaziel und sogar einkauf wie z.b. bei bananen - einkauf wurde von regierung getätigt) folgen: marktverdrengung der greißler und zerstörung der regionalen bauern. die großkonzerne die jetzt den lebenmittelmarkt kontrollieren setzen die bauern gewaltig unter druck. man sieht es ja wie oft unsere konzern vor gericht platznehmen dürfen wegen preisabsprache usw.

schumpeter
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Das Russland-Embargo trifft die Bauern hart

Als man seitens der EU gegenüber Russland seine moralische Überlegenheit (manche würden sagen: Überheblichkeit) demonstrieren wollte, hat die russische Seite als Gegenmaßnahme einen Einfuhrstopp für Lebensmittel verhängt, was vor allem Tiermastbetriebe und Gemüsebauern sehr hart trifft. Die Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft sehen wir jetzt. Es ist nicht bekannt, dass sich unsere Bundesregierung (inkl. Außen- und Landwirtschaftsminister) in Brüssel in dieser Frage auf die Hinterbeine gestellt hätten.

Traurig, dass die Vernichtung der Existenz unserer Bauern quasi als Kollateralschaden der Geopolitik in Kauf genommen wird.

criticus11
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angebot

und nachfrage bestimmen den preis

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Lächerlich

Es ist lächerlich , wenn jetzt der ÖVP-Bauernbund zu einer Demonstration gegen Niedrigpreise aufruft . Er hat alle Macht im Agrarsektor vom Ministerium bis zu Raiffeisen . Seit 1945 , mit Ausnahme von 1970 bis 1983 , stellt der Bauernbund den Landwirtschaftsminister . Alle Landwirtschaftskammerpräsidenten in Österreich seit 1945 sind Bauernbündler . Wenn diese Präsidenten nichts zu reden haben und alles den Agrarbürokraten ohne Marktverständnis überlassen , kann nichts anderes heraus kommen . Wenn zu viel auf dem Markt ist , fällt der Preis ! Sich auf Exporte zu verlassen ist ein Mumpitz . Andere Länder arbeiten auf Grund niederer Lohnkosten und Sozialstandards billiger . Die Überproduktion wird überdies teilweise mit Importen an Futtermitteln , Düngemitteln etc . verursacht .

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...mit Ausnahme von 1970 bis 1983.....

..Bauern haben damals auf Befehl des
Bauernbundes fleißig in Wien demonstriert.....
Rückblickend wissen wir heute, es waren die goldenen Zeiten des Bauernstandes in Österreich. Danach wurde es nur schlechter und sehr viele bäuerliche Betriebe sind seit damals still und leise verschwunden.....

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Den Bauern geht es ja wirklich schlecht, ....

der Holzpreis ist niedrig, das Wetter zu heiß, zu nass, zu trocken, zu kalt ... und die Lieferzeiten bei Mercedes wird auch immer länger. ;-)

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Na ja, als Satire verstanden,

ist ihm schon zuzustimmen.

 
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