Orban kontra EUDer ungarische Provokateur und die große Fußball-Bühne

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Fußballfan mit Fans: Orban beim Spiel gegen Frankreich © AFP
 

Er ist ein Meister seines Fachs: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban beherrscht es wie kaum ein anderer, auf Gegenkurs zu Brüssel zu gehen. Ob bei Migration, beim Impfen, beim Budget, bei der Rechtsstaatlichkeit – Orban scheut keinen Konflikt mit der EU und stärkt mit seinen Provokationen auch noch die eigene Position. Zumal Ungarn zu den größten Netto-Empfängern der EU zählt, wirkt diese Strategie umso kräftiger.

Orban beherrscht die Kunst, die EU, ihre Institutionen und ihre Führungskräfte, regelmäßig vorzuführen.

Längst schon läuft ein Rechtsstaatsverfahren nach Artikel 7 gegen Ungarn, nicht erst wegen des nun so heftig kritisierten Gesetzes. Aber die scheinbar stärkste Waffe der EU ist zahnlos – die Verträge wurden in einer Zeit geschrieben, als niemand ernsthaft damit rechnete, dass ein Mitgliedsland so aus dem allgemeinen Kanon ausscheren würde. Der neue Rechtsstaatsmechanismus könnte hier weit stärker sein, als zu erwarten war.

Die Fußball-EM hat den Weg der Ungarn aber in der Wahrnehmung auf das nächste Level gebracht. Der Sport, zu dessen Grundideen gehört, Trennendes zu vereinen und Wettstreit auf dem Spielfeld statt dem Schlachtfeld zu führen, wirkt hier wie ein gigantisches Vergrößerungsglas. Ob Orban auch dieses Match gewinnt oder am Ende doch der Regenbogen – dieses Spiel ist offen.

Kommentare (2)
Landbomeranze
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Orban gewinnt. Jede Wette!

Der Regenbogen wählt nicht in Ungarn, sondern die Ungarn wählen in Ungarn. Das riesige Affentheater welches die "Beleuchter" aufführten, hilft Orban. Ohne dieses Affentheater hätte es Orban schwerer, die nächsten Wahlen zu gewinnen. Übrigens, fragt einmal die vielen Muslime in Österreich, was sie vom Regenbogen halten. Da können die Medien im eigenen Land ansetzen und müssen nicht über die Grenzen nach Osten schauen.

Heike N.
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Da brauchst jetzt nicht auf die Muslime

hintreten, es gibt auch so noch genug Andersempfindende hier. Solche die behaupten Christen zu sein, aber mit Nächstenliebe udergl. nicht so viel am Hut haben.