Kritik an Omikron-PolitikExperte Elling: "Gecko ist Hinterzimmer-Debattierclub"

Der Molekularbiologe Ulrich Elling kritisiert das Pandemiemanagement der Regierung als "viel zu langsam" und intransparent. Er warnt, dass in der Omikron-Welle Feldbetten in Messehallen benötigt werden, weil so viele Menschen gleichzeitig erkranken.

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© (c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
 

Der Molekularbiologe Ulrich Elling kritisiert, dass die Politik bei der neuen Corona-Variante Omikron "wieder viel zu langsam" reagiert. "Bei der Dynamik, die Omikron entfaltet, müssen wir mehr denn je bremsen, bevor es zu spät ist." Trotz der neuen Gecko-Kommission sei die Vorgangsweise in der Pandemie nicht transparent: "Auch ich weiß nicht genau, was in der Gecko läuft. Für mich ist das jetzt noch ein Hinterzimmer-Debattierklub", meinte Elling im "Kurier" am Samstag.

Bei Omikron verliefen die Wellen steiler und schneller, erklärte Elling. Es gebe aber sehr wohl die Möglichkeit, die Situation zu steuern. Die Regierung handelt nach Ansicht des Experten aber nicht schnell genug: "Die Reaktionszeit ist wieder viel zu langsam." Man habe bei der Deltawelle "hoffentlich gelernt, dass der Blick auf die Intensivstationen ein Fahren mit dem Blick in den Rückspiegel ist", erinnerte Elling. "Das ist mit Omikron indiskutabel. Wir können auch nicht Weihnachtspause machen", verwies er auf die Situation in den Krankenhäusern in London oder Dänemark.

Feldbetten im Messezentrum

"Trotz der Gecko-Kommission schaut transparentes Fahren durch die Pandemie für mich anders aus", merkte der Experte an. "Wir stehen vor der Entscheidung: Bremsen wir die Omikron-Welle jetzt oder bremsen wir sie nicht? Ich befürchte, dass wir die Entscheidung so lange vertagen – möglicherweise auch mit Druck aus der Wirtschaft –, bis uns Omikron die Entscheidung abgenommen hat." Was dann passiere, sei "Durchseuchung", sagte Elling. "Wenn wir Omikron durchlaufen lassen, weil wir die Schnauze von der Pandemie voll haben, dann nehmen wir auf die Schwachen keine Rücksicht mehr." Dies wäre ein Paradigmenwechsel, den die Politik dann auch klar definieren sollte, findet Elling.

Wenn man die Omikron-Variante durchlaufen lasse, werde man im Messezentrum Feldbetten aufstellen müssen, um alle, die parallel krank sind, zu versorgen, erwartet Elling. Es müsse jetzt eine Strategie definiert werden, "bevor wir wohl im Jänner noch die 50.000er-Marke knacken". Was das Ende der Ferien betrifft, merkte der Experte an: "Wenn sich die Kinder in der Schule treffen, zündet Omikron durch."

Verkürzte Quarantäne

Epidemiologe Gerald Gartlehner erwartete in der "Presse" ebenfalls, dass Omikron die Spitäler schwer belasten wird: Er halte es durchaus für möglich, dass das Gesundheitssystem während der Infektionswelle im Jänner und Februar vor große Herausforderungen gestellt wird. "Damit meine ich die akute Gefahr von einer Überlastung der Intensivstationen." Denn selbst dann, wenn Omikron seltener schwere Verläufe verursachen sollte, könne die zu erwartende hohe Zahl an Infektionen zu sehr vielen Spitalsaufenthalten führen.

Gartlehner spricht sich zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur dafür aus, die Quarantäne für positiv Getestete sowie ihre engen Kontaktpersonen zu verkürzen und die Erlaubnis zu erteilen, zu arbeiten, wenn jemand zwar infiziert ist, aber nur milde Symptome zeigt. Dreifach Geimpfte sollten automatisch zu Kontaktpersonen der Kategorie zwei herabgestuft und damit von der Quarantäne befreit werden, obwohl sie die Kriterien für K1-Personen erfüllen. Die Chancen für einen neuerlichen harten Lockdown sieht Gartlehner "höher als die dagegen".

Einmal mehr warb Gartlehner dafür, sich impfen zu lassen. Medikamente seien nicht die Lösung. "Praktisch alle, die derzeit noch vollkommen ohne Immunität sind, werden sich mit Omikron infizieren."

Kommentare (57)
mahue
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Manfred Hütter, 9330 Althofen: nicht jeder kann dabei sein

Auf der Homepage des Bundeskanzleramtes unter GECKO suchen.
Da sind die Aufgaben und Mitglieder aufgelistet.
Wir brauchen nicht immer Belehrungen deutscher Wissenschaftler.

mahue
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Manfred Hütter, 9330 Althofen: Kritik ist förderlich, aber nicht jeder kann auf Grung der Aufgabenstellung Mitglied sein

Auszug:
www.bundeskanzleramt.gv.at
Aufgaben – Austausch und Empfehlungen

1) die Entwicklung der Pandemie bestmöglich vorherzusagen,
2) Empfehlungen für politische Entscheidungen zu formulieren
3) ein bundesweit koordiniertes Vorgehen insbesondere in den Bereichen COVID-19-Impfen, -Testen und – Arzneimittelversorgung sicherzustellen.
Link: https://bkftv.at/2021/12/24/mitglieder-und-aufgaben-der-gecko-dienststelle-im-kanzleramt/

markus144
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Ein Lockdown ist kein "Einsperren"...

Wie manche hier sagen - das stimmt natürlich.
Aber ein Lockdown ist eben ein Zusperren von Kinos, Kultureinrichtungen, Stadien, Restaurants, Geschäften etc.
Und tatsächlich ist es nicht mehr zu verstehen, wieso man bei einer vermeintlich schwächeren Variante (warten wir mal ab was wirklich wird) wieder alles zusperrt.
Es wird dann das gelten (müssen), was schon bei der Grippe galt:
Die Risikogruppen sollten nach Möglichkeit zu hause bleiben oder sonst auf eigene Gefahr nach draußen gehen.
Wenn wir nicht irgendwann diesen Punkt erreichen, wo wir "Kompromisse" eingeben (Ja es geht um Menschenleben, aber auch bei heftigen Grippewellen ging es immer um Menschenleben, nur, dass es da jedem egal war) - dann reden wir bis 2050 noch über Lockdowns...

future4you
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Bumms

das neue Jahr dockt mit dem Niveau an Kommentaren gleich am ersten Tag dort an, wo das alte aufgehört hat.

Hellseher
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@hellseher

Sind ja auch nur ein paar Stunden vergangen
😄😄😄

ferro1
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"Wenn wir Omikron durchlaufen lassen, ......, dann nehmen wir auf die Schwachen keine Rücksicht mehr."

aber die schwachen können sich impfen lassen oder in den lockdown gehen.
völlig gesunde menschen werden auch eingesperrt.
warum darf man gesunde, junge menschen einsperren, aber schwache nicht?
und wer sind eigentlich die, die man nicht impfen kann, aber geschützt werden müssen?
es sind doch eigentlich alle impfbar, krebskranke, ms kranke, allergiker alle gelten als impfbar, also wer sind diese öminösen nichtimpfbaren???

rb0319
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@ferro1

Ich versuche mal das Wirrwarr zu entwirren:
1. Niemand wird in Österreich "eingesperrt", es sei denn ein Gericht, oder ein Arzt (Zwangseinweisung) ordnet das an.
2. Sie wollen "schwache Menschen" einsperren? - Das erinnert an eine Zeit von vor ca. 90 Jahren, mehr muss ich dazu wohl nicht sagen! Sie sollten mal in sich gehen, und darüber nachdenken, was Sie da von sich gegeben haben.
3. Es gibt gewisse Personen, die wegen gewissen Vorerkrankungen nicht geimpft werden dürfen, bzw. bei denen die Impfung wegen gewisser Vorerkrankungen gar nicht wirkt, oder nur sehr eingeschränkt. Weil Sie die Allergiker explizit erwähnt haben: Es gibt auch Menschen, die allergisch gegen Inhaltsstoffe der Impfstoffe sind. Die können natürlich auch nicht geimpft werden.

hfg
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Die gewissen Personen

Unter liegen immer einem höheren Risiko nicht erst seit Corona und müssen sich daher immer besonders schützen.

Nihiltimeo
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Kollateralschäden

wie massive psychische Schäden von Kindern und Jugendlichen sind egal ?
Sorry, aber so geht’s gar nicht !

WASGIBTSNEUES
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Kinder

warum fokussiert man sich auf die Schäden der Kinder in Bezug auf „einsperren) durch COVID-19, kein Mensch spricht über die sozialen Schäden bei Kindern wenn diese sich mit Duldung der Eltern im Zimmer „einsperren“ und stundenlang irgendwelche Computerspiele spielen, sich in eine virtuelle Welt begeben die nicht der Wirklichkeit entspricht. Bewegungsmangel haben usw. Soll das normal sein, COVID-19 ist hoffentlich kurzfristig im Vergleich zu den Jahren hinterm Computer

GanzObjektivGesehen
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In Familie mit einem „gestörtem Verhältnis“ zur Pandemie....

.......leiden die Kinder an allen möglichen „Störungen“ und Beschwerden.
In keiner der mir bekannten Familien mit einem normalen Zugang zu COVID hat auch nur ein Kind Atembeschwerden durch das tragen der Maske oder fühlt sich vernachlässigt oder seiner Zukunft beraubt.

Lasst euere Kinder nicht eure Ängste und Probleme ausbaden. Es ist zwar genau so unsinnig und ineffizient alles auf die Politik abzuwälzen, aber Kinder als Ziel der Projektion zu wählen ist einfach nur unfair......

Lodengrün
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Sehe ich auch so

diese Hysterie wird von Frau Meinl-Reisinger beginnend sehr viel gemacht. Die Kinder managen das schon. Wenn sie aber die fassungslos agierenden Erwachsenen beobachten springen sie auf den zug auf.

rb0319
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@Nihiltimeo

Wer hat das behauptet?

ferro1
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wirrwarr

1) ein lockdown IST ein wegsperren! (was ist ein monatelanger lockdown für ungeimpfte(bzw für geimpfte) denn dann??)
2)schwache darf man nicht einsperren aber gesunde schon?
3) auch allergiker gelten als impfbar. die sollen dann eben einen anderen impfstoff bekommen, bzw die infusion liegt bereit. Informieren sie sich!!
-
die impffetischisten merken mittlerweile gar nicht mehr wieviel unlogischen unsinn bzw unwahres sie von sich geben.
ps:WER gilt als nicht impfbar?

Lodengrün
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Wenn @ferrol

für Sie ein Lockdown ein Wegsperren ist dann erübrigt sich jede weitere Diskussion. Behalten Sie Ihren Egoismus auch in neuen Jahr schön bei.

rb0319
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@Lodengrün

Die typischen Sorgen einer Luxusgesellschaft. In ärmeren Ländern wären die Menschen froh, und würden viel Geld dafür geben, wenn Sie sich impfen lassen könnten, und in einem Wohlstandsland wie Österreich, behaupten Sie zuhause eingesperrt zu sein. Die kostenlose Impfung, das bereits weltweit milliardenfach verabreichte "Gift", verweigern Sie wehement, und demonstrieren gegen die "Diktatur" in Österreich.

Lodengrün
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Danke @rb019

Die Leute müssen immer in die Vollen greifen um das zu empfinden was Sie Freiheit nennen. Es gibt ja auch einen Herrn Thiel, neuer Arbeitgeber von Herrn Kurz, der meint eine Freiheit in einer Demokratie gäbe es nicht. Die Firmen stünden über den Staat. Und um das zu erreichen wäre die Lüge dem Staat gegenüber legitim. Der Schwachsinn entwickelt sich zum Flächenbrand.

ego cogito ergo sum
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@Lodengrün - Vorschlag!

Zeigen sie sich solidarisch… und zwar mit den Nichtgeimpften!

Gehen sie sofort in den Lockdown der Nichtgeimpften und berichten in zwei Monaten wieder, wie frei sie sich dabei gefühlt haben!

Sie dürfen immerhin ihre eigenen vier Wände verlassen zum
* arbeiten gehen
* einkaufen lebenswichtiger Waren
* spazieren gehen und aufsuchen von Gesundheitsbereichen

Häftlinge dürfen das übrigens auch!

rb0319
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@ego cogito ergo sum

Sie müssen ein extrem schlechtes Gedächtnis haben, wenn Sie tatsächlich vergessen haben, dass jeder Mensch in Österreich, egal ob geimpft oder ungeimpft, schon in mehreren Lockdowns war.

ego cogito ergo sum
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@rb0319

Der Lockdown für Nichtgeimpfte begann am 15.11.2021 und wurde jetzt bis 10.01.2022 velängert. Das sind fast zwei ganze Monate und so wie es aussieht, geht es dann noch weiter!

Wie lange waren sie ununterbrochen im Lockdown?

peter499
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@ego ....

Wo liegt das Problem.? Die Impfung steht jedem und jeder kostenlos zu Verfügung.

scaramango
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Das Problem ist...


.... keiner kontrolliert, die Wenigsten halten sich daran....

rb0319
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@ego

Ich gratuliere Ihnen zum Sieg der Lockdown-Dauer? Und jetzt?

ferro1
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wenn man keine argumente hat

kommen die beschimpfungen

rb0319
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@ferro1

Wie lauten Ihre Argumente?

Renate27
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Frage an GECKO

Wenn Vollimmunisierung ohne Booster vor der nun dominierenden Omicronvariante nicht schützt, warum gilt sie dann nach wie vor als Erfüllung der 2G-Regel und vermittelt dadurch falsche Sicherheit?

 
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