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Long CovidLänder fordern Covid-Reha auf Kassa, Abgeordneter Reimon betroffen

Aktuell fehlt die rechtliche Grundlage dafür, dass Reha gegen Spätfolgen einer Corona-Erkrankung von den Sozialversicherungen übernommen wird. Die Länder wollen das nun ändern.

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Viele Menschen leiden nach einer überstandenen Corona-Erkrankung weiterhin unter Erschöpfungszuständen und anderen, teils schwerwiegenden Langzeitfolgen. "Long Covid" nennt sich dieses Phänomen. Dafür, dass die Sozialversicherungen für die Rehabilitation dieser Patienten aufkommt, fehlt aktuell jedoch die rechtliche Grundlage. Die Gesundheitslandesräte, allen voran Wiens Stadtrat Peter Hacker (SPÖ), fordern nun eine entsprechende gesetzliche Regelung vom Gesundheitsministerium. Das erklärte Hackler im Gemeinderat, der ORF berichtete.

Wiens Stadtrat Peter Hacker (SPÖ)
Wiens Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) Foto © APA/GEORG HOCHMUTH

Gespräche laufen

„Wir haben noch keine 100 Prozent treffsicheren Medikamente“, erklärte er dort. Ziel müsse es sein, dass die Patienten „nicht auf ihre Behandlung warten müssen“. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) habe man bereits auf die fehlende Rechtsgrundlage hingewiesen.

Ein entsprechender Plan müsse "in diesem Jahr" her, so Hacker. Mückstein müsse "Long Covid" in den langfristigen Reha-Strukturplan einflechten. Laut Gesundheitsministerium laufen bereits Gesprächen mit den Sozialversicherungsträgern.

Betroffener Abgeordnete meldet sich

Als ein Betroffener meldete sich am Sonntag der Grüne Abgeordnete Michel Reimon zu Wort. Er berichtete auf Facebook, bereits seit Dezember unter den Folgen einer Corona-Erkrankung zu leiden - von starken Leistungsschwankungen und Konzentrationsstörungen bis hin zu zwei epileptischen Anfällen: "Was mich besonders beunruhigt: Ich hatte Corona, sagt der Antikörper-Test, habs monatelang nicht bemerkt." Dass es sich um "Long Covid" handelt, weiß Reimon nämlich erst seit April. Denn die mutmaßlich zwischen Sommer und Spätherbst erfolgte Infektion habe er nicht bemerkt, weil die Erkrankung bei ihm symptomlos verlaufen sei.

Reimon warnt angesichts der gut 640.000 laborbestätigten Infektionen daher: "Wenn wir auf mehr als 100.000 Long Covid-Fälle zusteuern, ist die Pandemie noch nicht besiegt, wenn die Infektionszahlen gering sind."

 

Kommentare (12)
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selbstdenker70
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...

Das wird ein gefährliches Spiel. Ich sehe da schon eine gewaltige Krankenstand und Kur Welle auf uns zurollen. Bei dem einen oder anderen berechtigt, viele werden es aber einfach ausnutzen.... Vom burn out direkt ins long Covid...

dude
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Wir haben in Österreich eine grossartige...

...medizinische Versorgung und ein Sozialsystem, um das uns die ganze Welt beneidet! Ich bin unendlich dankbar dafür, hier leben zu dürfen! Wenn jemand krank ist, wird er sowohl akut, als auch in der Rehabilitation bestens versorgt! Wieso müssen hier von den "Ländern" wieder neue Tatbestände, neue Bezeichnungen und neue Regeln "erfunden" werden! Wenn jemand ein Lungenproblem hat, wird er in Österreich auf Kassenkosten perfekt vom Arzt behandelt und wenn die Notwendigkeit besteht, in der Rehabilitation nachbehandelt. Dies gilt für alle Krankheiten! Es gibt keinen Menschen in Österreich dem eine notwendige Kur oder Reha versagt wurde!

erstdenkendannsprechen
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das stimmt aber so nicht.

gibt fälle, in denen sie als "unnötig" angesehen wird.
es gibt menschen, die teure krebsmedikamente brauchen und sie nicht kriegen (weil sie zb. neu sind) usw.

dude
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Sie haben selbstverständlich recht, erstdenken...!

Es gibt natürlich immer wieder einmal extrem bedauernswerte Menschen, die durch alle sozialen Roste fallen. Genau wie Sie sie angesprochen haben. Jeder dieser Fälle ist einer zu viel, aber Gott sei Dank sind dies in Österreich traurige Einzelschicksale und das überwältigende Gros der Bevölkerung genießt wirklich eine hervorragende medizinische und soziale Versorgung.
Ich wollte ja nur dahingehend hinaus, dass nicht wieder ein neuer "Krankheitstatbestand" geschaffen wird, mit dessen Hilfe alle Schleusen zu Kur- und Reha-Einrichtungen gleichzeitig geöffnet werden!

iMissionar
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Gute Besserung

Wünsche vom Herzen eine gute Besserung!

Stemocell
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‚Long Covid‘ ist kein ‚Phänomen‘, wie in dem Artikel

beschrieben. Langzeitfolgen nach schweren Atemwegsinfekten und Lungenentzündungen hat es schon immer gegeben, da die Struktur der Lunge einfach eine gewisse Zeit benötigt, um sich zu regenerieren. Es kann Jahre dauern, bis man wieder 100% Lungenvolumen erreicht hat, das wird ihnen jeder Pneumologe bestätigen.
Hinzu kommt noch, dass ‚Long Covid‘ in einigen Fällen einfach eine psychosomatische Folge der Corona-Gesamtsituation ist und nicht immer nur auf das Virus an sich zurückzuführen ist. Habe so einen Fall im Bekanntenkreis, die Person bildet sich ein, nach einer überstandenen Infektion mit mildem Verlauf an ‚Long Covid‘ zu leiden, obwohl ihr bereits 6 Ärzte versichert haben, dass mit ihrem Körper medizinisch alles in Ordnung ist. Sie will das aber nicht glauben und ist mittlerweile überzeugt davon, dass das Virus ihre Wirbelsäule geschädigt hat und ihre psychosomatischen Erscheinungen daher kommen. Dass ihre Psyche unter Lockdown und co. leidet, zieht sie nicht einmal in Erwägung.

hkgerhard
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ja da wäre wohl

eine Psychotherapie angesagt. Doch diese wird nicht immer von der Kasse bezahlt!!!

Stemocell
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Ich sage ja nicht,

dass Patienten mit Langzeitfolgen nicht die entsprechende Behandlung finanziert bekommen sollten, ich verstehe lediglich nicht, wieso man dafür einen neuen Begriff für etwas Bekanntes einführen muss, der die Menschen noch mehr unnötig verunsichert.
Ich habe es schon immer gesagt: Langzeitfolgen sind KEIN Alleinstehungsmerkmal von Covid19, diese können nach jeder schweren Infektion der Atemwege auftreten.

GordonKelz
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Da, die Krankenkassen, schon vor unserem..

...offiziellen Tod ( Totenbeschau) die LEISTUNG einstellen....gebe ich einer Covid
Reha wenig Chancen.....?!
Gordon Kelz

Miraculix11
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Für Leute die ganz ohne Covid...

... schon jahrelang an Erschöpfungszuständen leiden war sowas nie in Planung.

Ulrike34
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Burn out

Burn out Reha gibt es schon länger

Miraculix11
5
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Ich meinte Fatique, weil ich zwei Fälle kenne

Eine war Putzfrau beim Magistrat, bei dem Job kriegst sicher kein Burnout.
Das Fatigue-Syndrom bezeichnet ein Gefühl von anhaltender Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Es beeinträchtigt das Leben der Betroffenen nachhaltig und lässt sich auch durch viel Schlaf nicht beseitigen.