ME/CFS-TagWas das "Chronic Fatigue Syndrom" mit Long Covid zu tun hat

Am 12. Mai ist internationaler ME/CFS-Tag. Das chronische Erschöpfungssyndrom ist seit 1969 von der WHO anerkannt, Forschung und Anlaufstellen fehlen in Österreich aber weitgehend.

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CFS, fatigue syndrom
© Unsplash
 

Heute werden der Uhrturm in Graz oder auch der Lindwurm in Klagenfurt blau erleuchtet. Der Grund: ME/CFS. Die Frage nach dem "Was ist denn das?" ist durchaus berechtigt. 

Hinter diesem Kürzel versteckt sich die Krankheit Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung des Nervensystems. Bekannt ist ME/CFS ebenso wenig, wie diese Krankheit erforscht ist. Weltweit sind bis zu 17 Millionen betroffen, in Österreich beläuft sich die Zahl wohl auf rund 25.000 Betroffene. Die Symptome, die diese Erkrankung auslöst sind vielfältig und auch in vielen Fällen sehr einschneidend. 75 Prozent der Betroffenen sind nicht mehr arbeitsfähig, 25 Prozent sind an Haus oder Bett gebunden; Schwerbetroffene sind pflegebedürftig

Podcast

Über die Überschneidungen zwischen Long Covid und ME/CFS spricht auch Michael Stingl, Neurologe aus Wien, in unserm Podcast "Corona Update" - hier können Sie es anhören.

Das chronische Erschöpfungssyndrom gilt als Multsystemerkrankung, betroffen sind vor allem das Nerven- und auch das Immunsystem.  Patientinnen klagen über eine massive geistige und körperliche Erschöpfung und Müdigkeit, die sich nicht durch eine bekannte körperliche Ursache oder spezifische psychische Störung erklären lassen. Daneben weisen die Betroffenen noch verschiedenste weitere Beschwerden auf. Auch bessert sich die Symptomatik nicht alleine durch Schonung. Die Vielschichtigkeit der Erkrankung wird zudem in den internationalen CFS-Kriterien abgebildet. 

ME/CFS und Long Covid

Da es kaum Versorgungsstellen in Österreich gibt, und auch Wissen und Erfahrung mit dieser Krankheit enden wollend ist, verschärft auch Long Covid die Situation der Betroffenen. Eine aktuelle Untersuchung der Charité Berlin1 sowie viele Erfahrungsberichte von Covid-19 Erkrankten, die auch nach offizieller Genesung mit extremer Erschöpfung und massiv
eingeschränkter Leistungsfähigkeit kämpfen, zeigen: Aus Covid-PatientInnen können ME/CFS-Betroffene werden.

Die Ursachen für CF-Syndrom sind nicht abschließend geklärt. Einige Studienergebnisse weisen darauf hin, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung und eine schwere Störung des Energiestoffwechsels in den Mitochondrien handelt. Darauf deuten mehrere Studien der letzten Jahre hin.

Anlaufstelle

Hilfe und Informationen bekommen betroffene bei der CFS-Hilfe Österreich: 

 

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