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RumänienPräsidentenwahl: Erstrundensieg für Amtsinhaber Johannis

Eine Stichwahl ist nun nötig: Sozialdemokratische Ex-Regierungschefin Dancila und Reformist Barna liefern sich Duell um Ticket für zweite und entscheidende Runde.

Erste Runde gewonnen: Klaus Johannis © APA/AFP/DANIEL MIHAILESCU
 

Das Rennen um das Präsidentenamt in Rumänien wird in einer Stichwahl entschieden. Bei der Präsidentenwahl am Sonntag erreichte laut Wählerbefragungen nach der Abstimmung keiner der insgesamt 14 Kandidaten die nötige absolute Mehrheit. Amtsinhaber Klaus Johannis (Iohannis) sicherte sich demnach, wie erwartet, locker Platz eins.

Der Spitzenkandidat der seit wenigen Tagen regierenden Liberalen (PNL) erhielt zwischen 39 und 40 Prozent der abgegebenen Stimmen. Dahinter ringen die Kandidatin der Sozialdemokraten (PSD), Ex-Regierungschefin Viorica Dancila, und der Chef der jungen Reformpartei "Union rettet Rumänien" (USR), Dan Barna, kopf-an-kopf um den Einzug in die entscheidende Wahlrunde gegen Johannis.

Laut den Prognosen der Meinungsforschungsinstitute CURS/Avangarde und IRES kommt Dancila auf 22,5 bzw. 22,0 Prozent der abgegebenen Stimmen. Barna liegt mit 16,4 bzw. 16,1 Prozent vorläufig an dritter Stelle. Da keine der beiden Wahltagsbefragungen jedoch auch das Abstimmungsverhalten der knapp 700.000 Auslandsrumänen berücksichtigt, die diesmal abgestimmt haben, läuft Dancilas prognostizierter Vorsprung Gefahr, im Laufe der Stimmenauszählung dahinschmelzen.

Auslandswähler

Traditionsmäßig gehören die im Ausland wohnhaften rumänischen Wähler nämlich nur zu einem geringen Maße zur PSD-Wählerschaft, sodass USR-Chef Barna mithilfe ihrer Stimmen es letztlich doch in die Stichwahl schaffen könnte. Für die schon bei der Europawahl abgestraften, aus der KP hervorgegangen Sozialdemokraten und ihre Parteichefin wäre dies ein Wahldebakel ohnegleichen: Erstmals seit der Wende würde die entscheidende Runde eines Präsidentschaftsrennens ohne den PSD-Kandidaten ausgetragen und noch dazu ausschließlich von dezidiert pro-europäischen Politikern.

Die Wahlbeteiligung im Inland lag laut rumänischer Wahlbehörde bei 47,66 Prozent; zuzüglich der im Ausland erzielten Rekord-Quoten, wo diesmal über einen Zeitraum von drei Tagen abgestimmt wurde, dürfte sie letztlich bei mehr als 50 Prozent liegen.

Mit belastbaren Ergebnissen aufgrund der Auszählung von Stimmzetteln wurde erst am Montag gerechnet. Das offizielle Wahlergebnis wird am Mittwoch erwartet.

Misstrauensvotum

Dancila war von Jänner 2018 bis vor einer Woche Ministerpräsidentin Rumäniens und war per Misstrauensvotum im Parlament gestürzt worden. Ihr Nachfolger wurde Ludovic Orban, Vorsitzender der bürgerlichen Partei PNL, die den parteilosen Johannis unterstützt.

Der von den beiden Kleinparteien ALDE und "Pro Romania" aufgestellte populistische Schauspieler und Ex-Abgeordnete Mircea Diaconu kam auf acht Prozent der Stimmen; auch die restlichen Kandidaten blieben alle - teils weit - unter der Zehn-Prozent-Marke.

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