Hans Wödl, ein Wiener Kaufmann und Bergsteiger, war ganz wesentlich an der Erschließung der Schladminger Tauern beteiligt. Er schreibt in seinem 1924 erschienenen „Führer durch die Schladminger Tauern“, dass die Landschaft eine Großzügigkeit und Wucht zeige, die im ersten Eindruck beklemmend sei, dann aber wie eine Offenbarung auf Auge und Sinne einwirke.

Der Tauernpionier und ausgezeichnete Kenner der Region erkannte schon früh das große Potenzial als Wandergebiet. Mit viel Ausdauer hat er den Bau von Hütten und Wegen vorangetrieben. Als Obmann der Alpinen Gesellschaft Preintaler lag ihm die gleichnamige Preintalerhütte besonders am Herzen.

Die Route zu den Sonntagskarseen
© KLZ/Infografik

Unsere Wanderung führt uns heute auf den Spuren von Hans Wödl zu den Sonntagskarseen. Umrahmt von Waldhorn, Kieseck, Rettingscharte und Gnasen liegen in prächtiger Lage die beiden Sonntagskarseen oberhalb der Preintalerhütte. Im Wasser der beiden Seen spiegelt sich das beeindruckende Massiv der Hochwildstelle.

Vom Parkplatz Riesachwasserfall geht es über den Alpinsteig „Höll“ zur Gfölleralm und zum Riesachsee. Dort angekommen, wandern wir am Ufer entlang zur urigen Berallerhütte bei der Kotalm und dann auf einem schmalen Steig hinauf zur Preintalerhütte. Gleich daneben liegt die Hütte der Waldhornalm. Wir gehen an der Almhütte vorbei und erreichen einen flachen Talboden. Am östlichen Ende der Wiese wird es schließlich steiler.

Blick auf die Preintalerhütte
© Herbert Raffalt

Über Stufen steigen wir hinauf zum Unteren Sonntagskarsee. Jetzt wandern wir am linken Ufer entlang und folgen der Markierung Nr. 784 leicht bergauf zum Oberen Sonntagskarsee (2064 m), wo wir das Spiegelbild der eindrucksvollen Bergwelt der Tauern auf dem Gewässer bestaunen.