Reisen mit dem AutoZu schnell oder ohne Gurt: Das kosten Verkehrssünden im Ausland

Die erleichterten Reisebestimmungen und die nahende Urlaubssaison veranlassen viele zu einer Autofahrt ins Ausland. Doch wer dort zu schnell unterwegs ist, während der Fahrt telefoniert, eine rote Ampel "überfährt" oder falsch parkt, könnte eine böse Überraschung erleben. Ein Überblick über ausländische Strafen für verschiedene Delikte.

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Eines gleich vorweg: Vor dem Start in den Urlaub ist es nötig, sich über die vor Ort geltenden Verkehrsbestimmungen zu informieren. Und was in der Heimat tabu ist, sollte es jedenfalls auch im Ausland sein. "Reisende sollten sich im Sinne der Verkehrssicherheit unbedingt an die örtlichen Regeln halten," lautet der Rat, den  ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner, allen Autofahrern mit auf den Weg gibt. Sie weiß, wie hoch die Strafen für Verkehrssünden im Ausland sein können:

  1. Alkohol am Steuer: "Bei Fahrten unter Alkoholeinfluss drohen drastische Folgen", warnt die Expertin des Mobilitätsclubs. "In Italien wird bei einer Alkoholisierung des Fahrers von mindestens 1,5 Promille sogar das Fahrzeug beschlagnahmt – sofern Fahrer und Eigentümer identisch sind." Wer in Spanien mit 1,2 Promille lenkt, dem drohen drei Monate Freiheitsstrafe. Generell drohen bei Überschreitung der (meist 0,5) Promillegrenze hohe Geldstrafen – so sind es in Deutschland, Italien und Spanien 500 Euro aufwärts.

  2. Ohne Gurt: Wer den Gurt nicht anlegt, muss in Spanien mit einer Strafe ab 200 Euro rechnen. In Griechenland kostet der fehlende Gurt sogar 350 Euro.

  3. Telefonieren am Steuer: "Wer während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, muss mit saftigen Strafen rechnen. So sind in Frankreich mindestens 135, in Italien 165 Euro und in Spanien mindestens 200 Euro fällig", weiß die Juristin.

  4. Überhöhte Geschwindigkeit: Auch für Verstöße gegen Tempolimits muss man tief ins Börserl greifen. Überschreitungen von 20 km/h kosten in Italien mindestens 175 Euro (nachts sogar nochmal ein Drittel mehr) und in der Schweiz umgerechnet ab 165 Euro.

  5. Rotlichtverstoß: Der Strafrahmen für das "Überfahren" einer roten Ampel reicht in Deutschland von 90 bis 360 Euro. In Slowenien kostet das Delikt 300 Euro und in der Schweiz umgerechnet rund 225 Euro.

  6. Falschparken: "Wer sein Fahrzeug nicht ordnungsgemäß parkt, kommt in einigen Ländern nicht gerade billig davon. Fürs Falschparken wird man in Spanien mit bis zu 200 Euro gestraft, in Ungarn bis rund 275 Euro", erklärt die ÖAMTC-Expertin. "Nicht nur Parken an unerlaubter Stelle, sondern auch ohne Ticket kann teuer werden: "Nach wie vor erhalten Club-Mitglieder Forderungen über etwa 200 Euro, weil sie vor Jahren ohne Ticket in Kroatien geparkt haben. Daher: Unbedingt vor Ort informieren," sagt Pronebner.

Besser schnell zahlen

"Ist ein Verstoß geschehen, kommt man 'am günstigsten' davon, wenn man die Strafe gleich vor Ort zahlt oder so schnell wie möglich überweist", sagt die Juristin. In manchen Ländern werden bei rascher Bezahlung sogar erhebliche Rabatte gewährt: "So wird beispielsweise in Spanien bei Bezahlung der Strafe innerhalb von 20 Tagen nur der halbe Betrag fällig. In Italien ist ein Nachlass von 30 Prozent bei Begleichung binnen fünf Tagen möglich – wird die Strafe hingegen nicht binnen 60 Tagen bezahlt, verdoppelt sich der zu zahlende Betrag."

Offene Strafen aus dem EU-Ausland können in Österreich zwangsweise eingetrieben werden. "Verkehrssicherheitsrelevante Verstöße werden aufgrund eines optimierten Halterdaten-Austauschs innerhalb der EU effektiver verfolgt. Daher sollten ausländische Strafzettel keinesfalls ignoriert werden", rät Pronebner. "Auch bei der Wiedereinreise in das Urlaubsland ist die Einforderung der Strafe möglich."

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