Wenn mir schon jemand auf den Keks gehen muss, dann am besten die beiden Ladys von "Die Nascherei". Großer Fan des Kleingebäcks bin ich nämlich keiner. Gute bekommt man selten. Und meist sind es zwar mit viel Liebe gebackene, aber sehr trockene Missgeschicke.

Dass es auch anders geht, zeigen die heutigen Rezepte von den Foodbloggerinnen. Nicht umsonst wurde das Duo in diesem Jahr schon bei den Austria Food Blog Awards mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Kurioserweise in der Kategorie "Grillen und Sommerküche". "Da 'Die Nascherei' auf Süßwaren spezialisiert ist, haben wir die Kategorie einfach neu interpretiert", freut sich Nicola Gabriel.

Sie ist als gelernte Betriebswirtin für die wirtschaftlichen Belange und den Social-Media-Auftritt verantwortlich. Loana Bernsteiner als Konditormeisterin für den süßen Nachschub. Passend zum Advent verrät uns die gebürtige Oberösterreicherin, wie das Zusammenspiel aus weihnachtlichen Aromen gepaart mit regionalen Produkten keine trocken-fade Angelegenheit, sondern ein luftig-aromatischer Gaumenkuss wird.

Oft braucht es nicht viel Schnickschnack, damit es gut schmeckt
© Juergen Fuchs

Im Zentrum steht heute die Maroni. Daraus wird eine Creme gekocht: "Dafür verwende ich nur Butter, Staubzucker und Maronipüree." Das Püree kann man ganz leicht selbst herstellen, aber auch im Geschäft fix fertig kaufen.

Die edlen Kastanien erfreuen sich bekannterweise ja nicht nur pur großer Beliebtheit. Sie werden oft auch als Zutat beim Kochen beigemengt. Der Klassiker ist ohnehin das Herbstgericht schlechthin: Gansl mit Rotkraut und Maroni. Sie taugen aber auch als Beilage zu Huhn, Pute, Lamm oder Wild. Wer gerne vegetarisch isst, kann aus ihnen eine Fülle für Gemüse herstellen oder eine cremige Suppe zubereiten.

Dass Gabriel und Bernsteiner vor der Kamera im Einsatz sind und wöchentlich Rezepte auf ihrem Social-Media-Kanal vorkochen, ist zum Teil auch der Pandemie geschuldet
© Juergen Fuchs

Zur Höchstform laufen sie aber als Süßigkeit auf. Ob glasiert oder kandiert, als Mus oder Eis: Das feine Aroma weiß stets zu überzeugen. Wie eben in den beiden Kekskreationen von "Die Nascherei". "Mit der Maronicreme haben wir zum einen eine Neuinterpretation der Husaren-Krapferl entwickelt. Und bei den Maronitalern ein uraltes Rezept meiner Großmutter umgewandelt", erklärt Bernsteiner. Nämlich das der Ischler Törtchen. "Ich dachte mir, der Teig der Ischler-Kekse passt am besten zur Maronicreme. Zimt und Haselnüsse harmonieren einfach perfekt mit den Waldfrüchten."

Abschließend sei aber noch gesagt: Maroni sind zwar sehr gesund. Aber ein Keks ist ein Keks und kein Brokkoli. Also maßvoll genießen! Denn wie lautet der alte Spruch? "Keksbacken ist die Kunst, die maximale Kalorienanzahl auf minimalem Raum unterzubringen." Wie gut, dass jetzt auch bald wieder Neujahresvorsätze spruchreif werden!