Unsere Tochter ist ein klassisches 3-P-Kind. Pizza, Pasta, Pommes. Vor allem grünes Gemüse wandert selten, und wenn, dann nur ungern, über die Lippen. Erstaunlicherweise mit einer Ausnahme: Vogerlsalat. Der wird sprichwörtlich in Unmengen verschlungen.

Kein Wunder: Feldsalat, bekannt auch als Rapunzel oder eben Vogerlsalat, schätzt man in unseren Breitengraden als frisches, schmackhaftes Gemüse. Und man kann es im Winter ebenso wie im zeitigen Frühjahr ernten. Das ist derzeit aber nicht der einzige Vorteil. Auch seine Inhaltsstoffe haben es in sich. Im Vitamin-Check hängt er alle anderen Salate ab. Und vor allem: Er überzeugt mit knackigem Biss und einem intensiven und würzigen Geschmack. Bei den Eidgenossen heißt er aus gutem Grund auch "Nüsslisalat". Denn die ätherischen Öle geben ihm tatsächlich ein nussartiges Aroma.

Als verstecktes Geheimfeature macht Mandl unter dem Salat noch eine herrlich aromatische Salatcreme
© Juergen Fuchs

Genau aus diesem Grund schätzt auch Christoph Mandl die scheinbar bescheidenen grünen Blätter: "Durch den feinen Geschmack harmoniert er mit einer Vielzahl an Salatsaucen und Dressings. Für das Rezept auf dieser Seite habe ich mich für einen Verjus entschieden." Dieser aus unreifen Weinbeeren hergestellte Saft passt perfekt zu den auch erdigen Tönen des Vogerlsalats. Diesen bezieht Mandl übrigens vom Biohof Pranger.

Sabrina und Anita Pranger sind über die reichliche Ernte hocherfreut
© Juergen Fuchs

Schon seit den 1990er-Jahren zählt der Familienbetrieb zu den Bio-Pionieren in der Südoststeiermark. Am Jammberg bei Bad Gleichenberg wird knackiges Gemüse in allen Formen und Farben angebaut. Anita Pranger erklärt, dass es für den Anbau von Rapunzel nicht viel braucht: "Vogerlsalat übersteht auch Minustemperaturen problemlos, vor allem unter einer geschlossenen Schneedecke. Bei frostigen Graden kann man ihn mit einem Wärmevlies oder mit Reisig abdecken." Nur beim Ernten sollte man laut Pranger aufpassen: "Ist er gefroren: besser nicht berühren, sondern warten, bis er wieder aufgetaut ist!"

Sobald Vogerlsalat geerntet ist, sollte er jedoch bald verzehrt werden. So kommt sein frischer und nussiger Geschmack am besten zur Geltung. Kauft man ihn im Supermarkt, sollte er auch nicht in einer Verkaufsverpackung aus Plastik verbleiben und generell nicht luftdicht gelagert werden, da er so dazu neigt, faulig zu werden. Hat man den frischen Feldsalat dann gesäubert, lassen sich viele unterschiedliche Salatvariationen zubereiten.

Saziani-Küchenchef Christoph Mandl beim Qualitäts-Check mit Sabrina und Anita Pranger
© Juergen Fuchs

Saziani-Küchenchef Mandl verrät uns ein durchaus klassisches Rezept mit Ei. Verleiht diesem aber noch den gewissen Kick. Versteckt unter dem Vogerlsalat befindet sich nämlich noch eine wunderbar aromatische Salatcreme. Zum Abrunden verwendet er Leindotteröl, wodurch der Salat noch eine milde, leicht erbsige Note bekommt.