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Corona-ImpfstoffDeutsche Kommission empfiehlt AstraZeneca nur bis 65 Jahre

"Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren liegen aktuell keine ausreichenden Daten vor", heißt es.

© (c) AFP (SAI AUNG MAIN)
 

Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfiehlt in einer Überarbeitung der Impfempfehlungen, dass der Impfstoff von AstraZeneca nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren verwandt wird. "Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren liegen aktuell keine ausreichenden Daten vor", heißt es in einem Entwurf der Stiko.

Mit den bereits zugelassenen Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna werden dagegen bereits ältere Menschen geimpft. AstraZeneca hat noch keine EU-Zulassung für sein Präparat. Diese Entscheidung wurde für den (morgigen) Freitag erwartet.

Die Europäische Union und der Pharmakonzern Astrazeneca stritten zuletzt auf offener Bühne um Corona-Impfstoff. EU-Kommissarin Stella Kyriakides appellierte am Mittwoch an die moralische Verantwortung der Firma - die sich ihrerseits gegen Vorwürfe verwahrte. Große Mengen Impfstoff für die EU-Länder werden somit wohl Wochen oder Monate später kommen. Auch ein Online-Krisengespräch am Abend brachte keine Lösung. 

Bedauern, Lob - und keine Lösung

"Wir bedauern, dass es immer noch keine Klarheit über den Lieferplan gibt und erbitten uns von Astrazeneca einen klaren Plan zur schnellen Lieferung der Impfstoffe, die wir für das erste Quartal reserviert haben", erklärte Gesundheitskommissarin Kyriakides am Mittwochabend nach dem Krisentreffen mit Astrazeneca auf Twitter. "Wir werden mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden und die Impfstoffe rasch für die EU-Bürger zu liefern." Sie lobte aber den konstruktiven Ton des Gesprächs mit Unternehmenschef Pascal Soriot, der sich persönlich zugeschaltet habe.

Astrazeneca teilte mit, es habe ein "konstruktives und offenes Gespräch" über die Komplexität der Erhöhung bei der Impfstoff-Produktion und die Schwierigkeiten stattgefunden. Das Unternehmen habe eine noch engere Zusammenarbeit zugesagt, "um gemeinsam einen Weg für die Auslieferung unseres Impfstoffs in den kommenden Monaten aufzuzeichnen".

Keine Transparenz

Der Streit begann am Freitag mit der Ankündigung des britisch-schwedischen Herstellers, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung des Impfstoffs weit weniger an die EU zu liefern als zugesagt. Von EU-Politikern wurden Zahlen genannt: Statt erwarteter 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal kämen nur 31 Millionen. Am Mittwoch deutete eine EU-Vertreterin an, dass die Dimension noch größer ist. Erwartet worden sei eine "dreistellige Zahl", und geliefert werde davon nur ein Viertel.

Im Zusammenhang mit der fehlenden Transparenz bei diesen Verträgen, fällt es oft schwer, diese ordentlich zu beurteilen. Die Niederländische Zeitung "De Volkskrant" meint dazu: "Der Konflikt ist schwer zu beurteilen, auch für das Europäische Parlament, denn der Vertrag zwischen der EU und AstraZeneca ist nicht öffentlich. Das ist üblich bei solchen Abmachungen, aber bei einer Gesundheitskrise von diesem Ausmaß ist mehr Transparenz dringend erwünscht. AstraZeneca sollte den Vertrag - notfalls in teils geschwärzter Form - veröffentlichen, wie dies von der EU-Kommission gefordert wird.

Die Situation für Österreich

Die Schwierigkeiten rund um die Lieferungen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca schlagen sich auch in den Impfplänen der österreichischen Bundesländer nieder. Diese müssten zum Teil laufend adaptiert werden.

In der Bundeshauptstadt Wien ändert sich die Impfplanung "täglich bis stündlich", wie ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) betonte. So wurden beispielsweise in der Vorwoche rund 3.500 Dosen weniger geliefert als ursprünglich avisiert worden war. Auch in dieser Woche fiel die Liefermenge geringer aus. Aus diesem Grund und auch, weil die Stadt die zeitgerechten Zweitstiche garantieren möchte, konnten zuletzt weniger Erstimpfungen durchgeführt werden. Allerdings gebe es vom Bund die Zusage für Nachlieferungen in den kommenden Wochen, wo dann wiederum mehr Erststiche gesetzt würden wie noch in der aktuellen Planung vorgesehen. 

In der Praxis bedeutet das: Ursprünglich war etwa vorgesehen gewesen, dass die Bewohner und Mitarbeiter in den Seniorenheimen und Pflegewohnhäusern mit der Kalenderwoche sechs (8. bis 14. Februar) ihre Erststiche hätten erhalten sollen. Dies wird nun zwei Wochen später der Fall sein. Ziel ist die "Vollimmunisierung" in den Seniorenheimen und Pflegewohnhäusern bis Mitte März. 

Der steirische Impfkoordinator Michael Koren versicherte, dass man weiterhin auf Kurs sei: "In der Planung für die kommenden zwei Wochen ist die Zweitimpfung der Pflegewohnheime bzw. Covid-Stationen vorrangig." Sobald weiterer Impfstoff zur Verfügung stehe, würden gemäß der Impfstrategie des Bundes zunächst die Covid-Stationen in den Spitälern fertig geimpft, dann die niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte. "In der weiteren Folge wird über den niedergelassenen Bereich mit der Impfung der über 80-Jährigen als auch Hochrisikogruppen begonnen."

Kommentare (26)
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stadtkater
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Wer hätte das gedacht:

Der billigste ist auch der schlechteste Impfstoff!

Und damit wollten wir die Massen testen (natürlich ohne direkten Zwang)!

griesbocha
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Astra Zeneca hat mein Vetrauen verspielt.

Die Gesamtwirksamkeit des Impfstoffes über alle Altersgruppen dürfte deutlich unter 70% liegen, blieben doch Menschen über 55 bei der klinischen Studie außen vor.
Bei einer derart geringen Impfwirkung kommt eine Herdenimmunität gar nicht mehr zustande.
Ich bin gespannt ob er nun überhaupt eine Zulassung bekommt.

BernddasBrot
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Wer billig kauft ,

kauft teuer...und dann wollte der Kurz uns einreden , koste es was es wolle.... ( jede Woche lock down zusätzlich 1 , 5 Milliarden )

isogs
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Bitte

Keine Werbung mehr im Rundfunk und Fernsehen, es gibt ja schnell keine Impfung!

stadtkater
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Ich sehe Dunkelheit

am Ende des Tunnels!

Heuer wird das alles nicht mehr.

hfg
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Anders als in der Steiermark wird in OÖ

Geimpft und geplant (lt. KlZ)
Bei den Impfungen stand Oberösterreich am Donnerstag bei 39.930 durchgeführten Immunisierungen. Davon wurden gut 21.500 in Alters- und Pflegeheimen, gut 6.500 in Krankenhäusern, rund 10.500 an Über-80-Jährige außerhalb von Heimen und 1.025 an niedergelassene Ärzte verabreicht. Bis Ende der Woche sollen in Summe 43.500 Personen - darunter alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter von Altersheimen sowie 14.400 Über-80-Jährige außerhalb von Heimen - ihre erste Teilimpfung erhalten . Bis Ende der Woche werden dort fast 25000 über 80 jährige außerhalb der Heime geimpft. Bei uns sterben diese gefährdeten Personen und werden erst nachrangig im März geimpft. warum geht das in der Steiermark nicht?????

unterhundert
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Weil,hfg,

bei uns so geimpft wird, wie unser Landeshauptmann spricht. Langsam..

hfg
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Steiermark freut sich nur

Über die Anmeldungen verschickt Briefe, impft die alten Personen außerhalb der Heime aber nicht gleich sondern viel später. Deshalb haben wir die meisten Toten - wegen falscher Pläne und unfähiger Personen. Das ist leider tödlich!!!

kog1
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Man kann doch nicht erwarten,

dass im Umfeld von Frau Vogel-Strauss plötzlich auf wundersame Weise so etwas wie Organisatinstalent auftaucht...

freeman666
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Das Vertrauen ins AstraZeneca ist verschwunden.

Der Impfstoff definitiv schlechter als der Mitbewerb.
Die Firmenphilosphie eher schändlich.
Die EU hat aufs falsche Pferd gesetzt, das Pferd war ein lahmer Esel.

marobeda
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Es nervt schon ganz schön

jeden Tag etwas anderes zu hören. Mir kommt die Bundesreg. vor wie ein Ertrinkender, der auf der Stelle herumrudert und ganz langsam untergeht. Mir ist klar, dass bei der Beschaffung und Weitergabe an die Länder die EU federführend ist und hier ein enormes Versagen bzw. Fehleinschätzung stattgefunden hat. Es findet hier ein heftiger Verdrängungswettbewerb statt, wer mehr bezahlt wird vorgereiht. Hier hat die EU auf Kosten der Bürger gespart und verschuldet so vermehrt Todesfälle, Lockdowns mit enormen Schaden, Schulschließungen, Arbeitslosigkeit, Teilzusammenbruch der Wirtschaft etc. Das Ende ist nicht absehbar. Vermutlich wird bei Einsetzen der Fernreisetätigkeiten das Coronavirus mutieren und das dzt. Serum nutzlos machen.

DergeerderteSteirer
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Ja, da haben sich die propagandistischen Verkündungen vom Kanzler in Rauch aufgelöst, ....................

man sollte schon vorher überlegen was man vollmundig ankündigt !
Das an den Verträgen vieles zum Himmel stinkt ist Fakt, das dieser Pharmazie - Firma versucht alle mit fadenscheinigen Ausreden hinzuhalten ist auch Fakt !!
Das unser Blender in Reinkultur nun auch mal kräftig eingebremst ist ändert nichts an der Sache das sein Licht im Tunnel vom Virus ausgeblasen wurde !!

Balrog206
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Stimmt

Ich höre noch die Stimmen von unserer Frau Ober Ärztin die schon immer vor diesem Impfstoff warnte !

migelum
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Und dass man die Konjunktion "dass" ...

mit "ss" schreibt, sollte langsam dämmern, ob geerdet oder nicht ...

umo10
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Jetzt wird es Zeit

Den konkreten impfplan mit biontech u Moderna zu erstellen. Es kann dann nur besser werden, für die Bevölkerung beruhigender werden, wenn Curevac, Johnson &Johnson, Merck, Sputnik, ein Chinese, oder AstraZeneca in der Lage sind zu liefern. Wir können nur froh sein, dass wir in Europa leben, denn im asiatischen Raum (Malaysia) diskutiert man immer noch, ob biontech halal ist ;-)

marcneum
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Merck

Vor drei Tagen hat Merck schon die Einstellung der weiteren Entwicklung seines Covid-19-Impfstoffes verkündet...

hfg
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In der Steiermark ist man im Plan

Erst die Bürgermeister, Gemeindebediensteten, Pflegeheimdirektoren und deren Angehörige und alle die sich sonst noch vordrängen, dann im März die alten Personen und spätestens im März weiß man dann auch das wie heute festgestellt der Impfstoff von AstraZeneca leider an alte Personen nicht verimpft werden soll. Dann wird vermutlich der Plan geändert. Aber wir sind im Plan. In Wien zb. wird der Plan jeden Tag geändert. Bei uns ist bestenfalls jedes Quartal eine Änderung vorgesehen. Erst dann kommen die gefährdetsten Personen dran.

Kugo
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Was nun, liebe Bundesregierung?

Allein die Tatsache dass man mit Impfungen jongliert, die noch immer keine Zulassung haben, war schon ein Wahnsinn. Wahnsinn 2 sind die von der Regierung gemachten Versprechungen an die Bevölkerung zu Impfungen mit dem besagten Impfstoff. Wahnsinn 3 ist nun, dass der mögliche Impfstoff anscheinend nur für Unter 65-Jährige zugelassen wird. Und jetzt? Wahnsinn 4 (= Lockdown) winkt weil regierungsseitig keine anderen Lösungen angedacht werden! It'S time to say "Good-Bye"!

checker43
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Kugo

Es ist ganz einfach: Man verimpft den für unter 65-Jährige zugelassenen Impfstoff an unter 65-Jährige. Der auch für Ältere zugelassene Pfizer-Impfstoff wird gerade an die Älteren verimpft. Kein Grund, in Panik zu verfallen.

umo10
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Ich bin 60 und ich werde mich hüten

Piecksen zu lassen, wenn ich nur eine 50/50 Chance habe. Macht doch den impfplan mit biontech u Moderna. Dann gibt es keine bösen Überraschungen; Israel liefert Statistik genug

hfg
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Stimmt nicht ganz

In der Steiermark werden jetzt Krankenhauspersonal, Ärzte und jüngere geimpft. Dazu noch Personen die sich vordrängen. Die über 80 jährigen soll im niedergelassenen Bereich im März oder später geimpft werden mit AstraZeneca. Bei uns wird man erst im März draufkommen , das das nicht geht. Wir sind aber im „falschen“ Plan. Es würde mich wundern wenn meine 91 jährige Mutter vor Ostern geimpft würde.

Miauuutsetung
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Stimmt auch nicht ganz

Die Kages hat auch keinen Impfstoff mehr für Erstimpfungen.

hfg
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Die Kages ist aber schuld bzw. der Grund

An den falschen Prioritäten in der Steiermark, den dort wurden junge gesunde Menschen geimpft. Deshalb ist kein Impfstoff für die gefährdetsten über 80 jährigen außerhalb der Heime mehr vorhanden. In den anderen Bundesländern wurden diese Personen vorgezogen und sind bereits geimpft. Jetzt kann man aber AstraZeneca nicht für über 65 jährige verwenden und anderer Impfstoff ist für Erstimpfungen nicht vorhanden, daher wird es leider einige zusätzliche Tote geben. Dafür ist die falsche Impfstrategie verantwortlich. Es wird bis März oder länger dauern. Die Spitäler und Intensivstationen werden auch überfüllt sein.

walter1955
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woher nehmen

wenn die Pharmafirma nicht liefert ?

walter1955
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das war zu erwarten

Nachdem die Eu keinen Vertrag mit Astra Zeneca zusammengebracht hat
will man uns jetzt Weissmachen,und sagt das der Impfstoff für über 64 jährige nicht geeignet ist

weil in Brüssel nur Nieten sitzen,,müssen Tausende Menschen sterben!

wo sind heute unsere Fantastischen 4
ich habe von denen heute nichts gehört!!

aber wichtig Werbeeinschaltungen das man Impfen gehen soll
aber sie sagen nicht das es keinen Impfstoff gibt!

unterhundert
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Die Fantastischen 4..

..an Tagen wie diese...