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Covid-19Britischer Impfstoff laut Studie mit Doppelwirkung

Zwei Impfstoff-Kandidaten gegen Covid-19 zeigen vielversprechende Daten und wenig Nebenwirkungen. Forscher der Universität Oxford schufen möglicherweise ein Mittel zur Bildung spezifischer Antikörper und von T-Zellen.

"Vielversprechend": Erste Ergebnisse zu Impfstoffen machen Hoffnung
"Vielversprechend": Erste Ergebnisse zu Impfstoffen machen Hoffnung © guerrieroale - stock.adobe.com
 

Ein britischer Impfstoff gegen das Coronavirus scheint einer Studie zufolge sicher zu sein und das Immunsystem anzukurbeln. Das Mittel der Universität Oxford und des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca wirkt gleich zweifach: Es fördert sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen - beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Über die Ergebnisse berichteten die Experten am Montag in der britischen Medizin-Zeitschrift "The Lancet". Erste Ergebnisse der Phase-1/2-Studie waren schon in der vergangenen Woche bekannt geworden. Die Versuche mit 1077 gesunden Personen wurden als vielversprechend eingestuft. Die deutliche Immunantwort zeigte sich noch 56 Tage nach der Impfung und könne eventuell durch eine zweite Dosis verlängert werden, heißt es in "The Lancet".

Wie funktioniert der Impfstoff?

Der Impfstoff AZD1222, entwickelt am Jenner Institut der Universität von Oxford basiert auf einer abgeschwächten Version eines gängigen Erkältungsvirus von Schimpansen (Adenovirus), welches das genetische Material von SARS-CoV-2 Oberflächen-Protein beinhaltet.

Im Anschluss an die Impfung wird dieses Oberflächen-Protein produziert, dessen Hauptaufgabe es ist, das Immunsystem gegen eine COVID-19 Attacke zu schützen, sollte es zu einer Infektion kommen.

Der rekombinante (biotechnisch hergestellt) Adenovirus-Vektor wurde herangezogen, um eine starke Immunabwehr von einer einzigen Dosis herzustellen, die sich im geimpften Individuum nicht reproduziert, also keine anhaltende Infektion bei der geimpften Person verursachen kann.

Im Rahmen der Studie wurde der Impfstoff 543 Personen verabreicht, er wird als sicher und gut verträglich angesehen, obwohl es kurzzeitig zu Nebenwirkungen wie erhöhter Temperatur, Grippe-ähnlichen Symptomen, Kopfschmerzen und Armschmerzen kommen kann.

Dennoch sei noch unklar, ob der Impfstoff namens ChAdOx1 nCoV-19 ausreichend Schutz biete, so die Experten. Um diese Frage zu klären, haben bereits in Brasilien weitere Tests mit Tausenden Freiwilligen in einer Phase III-Studie begonnen. Der Impfstoff basiert auf bestimmten manipulierten Viren, die eigentlich bei Affen vorkommen.

Es muss noch viel Arbeit erledigt werden, bevor wir bestätigen können, dass unser Impfstoff helfen wird, die Covid-19-Pandemie zu bewältigen

Mitautorin Sarah Gilbert von der Universität Oxford

Das Vakzin löste den Wissenschaftern zufolge Nebenwirkungen wie Erschöpfung und Kopfschmerzen aus, aber nichts Ernstes. Großbritannien orderte bereits 100 Millionen Impfstoffdosen.

Ebenfalls am Montag präsentierten chinesische Forscher in "The Lancet" Erfolge eines Impfstoffs in einem Phase-2-Versuch mit über 500 Menschen. Auch dieser sei sicher und habe eine Reaktion des Immunsystem hervorgerufen wie Antikörper oder entsprechende Abwehrzellen (T-Zellen) im Blut, schreibt das Team um Feng-Cai Zhu vom Jiangsu Provincial Center for Disease Control and Prevention in Wuhan. Etwaige Nebenwirkungen waren demnach etwa Fieber, Müdigkeit oder Schmerzen an der Impfstelle und verliefen in den meisten Fällen mild. Auch bei diesem Impfstoff muss noch geprüft werden, ob die ausgelöste Immunabwehr ausreichend wirkt.

International gibt es ein Rennen von Wissenschaftern und Pharmaunternehmen um einen Corona-Impfstoff. Das Mittel aus Oxford zählt zu den aussichtsreichen Kandidaten. Derzeit werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 20 Vakzine in klinischen Studien an Menschen getestet.

 

 

>>> siehe dazu: Impfstoff-Tracker der New York Times

Die deutsche Bundesregierung geht davon aus, dass es zwölf bis 18 Monate dauern wird, bis ein verlässlicher Impfstoff der breiten Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden kann.

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Danke für Ihr Verständnis.

blackpanther
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Fakt ist

und das müssen auch Impfgegner erkennen, bis zu einer Impfmöglichkeit wird das Leben immer eingeschränkt bleiben - keine Parties, nur Veranstaltungen mit wenig Besuchern, immer wieder Quarantäne möglich, Anstieg der Arbeitslosen, gefährdete Pensionszahlungen durch Überschuldungen der Staaten usw (ich bin auch für keine Impfpflicht, aber jeder sollte die Chance bekommen, sich impfen zu lassen)

Ragnar Lodbrok
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...und dann ...

the walking dead...

langsamdenker
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Bei all den Jubelmeldungen

werd ich nur noch skeptischer. Zwischen 12 - 18 Monaten, 10 - 15 Jahren und Ende des Jahres klafft bei mir eine Lücke, wo mir die Navitität fehlt um über die Lücke drüberzuspringen.

checker43
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Die

12-18 Monate werden für D angegeben. Wer sagt Ende des Jahres und 10-15 Jahre?

langsamdenker
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Ende des Jahres sagte

laut Wiener Zeitung Pascal Soriot Chef von AstraZeneca und 10 -15 Jahre werden in diversen Internetquellen als Mittel angegeben. Z.b. Deutsche Ärztezeitung (dort sinds eher 20 Jahre) oder Lungenärzte im Netz - ist alles leicht zu finden.

checker43
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Das

lässt sich dann einfach klären.

12-18 Monate gibt die deutsche Bundesregierung an, bis ein verlässlicher Impfstoff der breiten Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden kann. Der hat dann alle Zulassungsverfahren (in D) durchlaufen, die Produktion ist angelaufen, der Impfstoff an die Hausärzte und Apotheken ausgeliefert und zwar zig Millionen Dosen.

Paul Soriot: "Bis Jahresende könnten gleich mehrere Corona-Impfstoffe bereitstehen." Bereitstehen bedeutet noch nicht, dass nationale Zulassungsverfahren abgeschlossen sind und der Impfstoff allen und nicht nur Risikogruppen verabreicht werden kann.

10-15 Jahre: Da finde ich nur solche Aussagen: "Noch vor ein paar Jahren sei alles anders gewesen, sagt Rolf Hömke vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa). Hätte man ihn da gefragt, wie lange es dauert, einen Impfstoff neu zu entwickeln, hätte er geantwortet: 15 bis 20 Jahre. Das war die Erfahrung, die man damals hatte, so Hömke. Doch seither sei aber viel passiert."

langsamdenker
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Und das ist es, was mich eher skeptisch zurücklässt.

Natürlich sind die Anstrengungen riesengroß - aber bis dato kann man noch nicht einmal sagen, ob es überhaupt eine Immunität gibt, wenn man Antikörper produziert hat - darum - kann sein, muss aber nicht.
Auch wenns pressiert bleibt der menschliche Körper trotzdem derselbe.