Die pathologischen Mechanismen von Migräne hängen eng mit Ernährung zusammen. Ob und wie spezielle Diätendie Häufigkeit und Stärke von Migräneattacken beeinflussen und somit zur Migräneprophylaxe beitragen können, ist eine Fragestellung, zu der zunehmend geforscht wird. „Leider ist die Zahl der Studien zur Rolle von Ernährung bei Kopfschmerzen und Migräne noch gering. Wir haben in unserem Review alle vorhandenen Evidenzen zusammengefasst und analysiert“, berichtet Christian Lampl, Vizepräsident der European Headache Federation, anlässlich der 19. Schmerzwochen der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG).

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Individuelle Trigger finden und verzichten

Bei manchen Migränepatienten setzen die Kopfschmerzattacken nach dem Konsum bestimmter Lebensmittel ein, zum Beispiel: 

  • Käse,
  • Schokolade,
  • Zitrusfrüchte,
  • Alkohol,
  • Kaffee,
  • Tomaten,
  • Kohlehydrate,
  • gesäuerte Lebensmittel,
  • Rotwein

„Für die Migräneprophylaxe sollten diese individuellen Trigger identifiziert und vom Speiseplan gestrichen werden“, rät Lampl.

Kohlehydrate sparen

Nach gegenwärtigem Wissensstand können die ketogene Diät und die modifizierte Atkins Diät zur Migräneprophylaxe beitragen: Bei diesen Ernährungsweisen werden Kohlehydrate gespart und dafür vermehrt protein- und fettreiche Lebensmittel gegessen.

Auch die Glyx-Diät dürfte ein vielversprechender Ansatz zur Prophylaxe von Migränekopfschmerz sein, da sie Entzündungen reduziert. Die Ernährung basiert bei dieser Diät auf Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index wie Fleisch, Fisch sowie hochwertigen Fetten. Kohlehydrate werden hingegen reduziert, auf Zuckerhaltiges wird weitgehend verzichtet. „Wir brauchen allerdings noch mehr Studien, um die genaue Wirkung der Glyx-Diät bei Migräne zu verstehen“, erklärt Lampl.

Gewichtsreduktion auch als Migräneprophylaxe

Kopfschmerz und Migräne sind mit Mechanismen wie Entzündung und irregulärer Funktion des Hypothalamus verbunden. Adipositas auch. Eine Gewichtsreduktion kann daher auch mit einer Verbesserung des Migränekopfschmerzes einhergehen.

Die richtigen Fette zu sich nehmen

Bei der Ernährung eine Balance zwischen essenziellen Fettsäuren, Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren zu schaffen, ist eine andere wichtige Maßnahme zur Migräneprophylaxe.

Studien zufolge verbessern sich die Kopfschmerzen jener Patienten in höherem Ausmaß, die mehr Omega-3- und weniger Omega-6-Fettsäuren zu sich nehmen im Vergleich zu Patienten, deren Diät aus der Reduktion von Omega-6-Fettsäuren alleine bestand.

Omega-6-Fettsäuren sind beispielsweise in Distel- oder Sonnenblumenöl enthalten und werden vom Körper sehr gut gespeichert.

Omega-3-Säuren findet man beispielsweise in:

  • Leinöl,
  • Leindotteröl,
  • Walnussöl,
  • in fetten Fischen wie Aal,
  • Karpfen oder
  • Lachs

Wirksame Strategie

Zusammengefasst können Diäten als eine wirksame Strategie der Kopfschmerz- und Migräne-Prophylaxe angesehen werden – seien es Diäten zum Gewichtsverlust bei adipösen Patienten, ketogene und Niedrigkalorien-Diäten sowie die Reduktion von Omega 6- und die Steigerung von Omega-3 Fettsäuren.