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Mit Video und InterviewGert-Jonke-Preis geht an Ann Cotten

Zum sechsten Mal wurde der Jonke-Preis vergeben, die heurige Preisträgerin heißt Ann Cotten.

Preisträgerin Ann Cotten mit Landeshauptmann Peter Kaiser und Kulturstadtrat Jürgen Pfeiler © Helge Bauer
 

„Nicht jeder Tag trägt Lederhose“, zitierte der Schauspieler Wolf Bachofner Gert Jonke zu Beginn der Verleihung des Gert-Jonke-Preises Sonntag Vormittag im Rahmen einer Matinee in Klagenfurt. Im Corona-Jahr ging die biennale Veranstaltung, die heuer der Lyrik gewidmet war, ohne Publikum als Kleine-Zeitung-Live-Stream (siehe Link am Ende des Artikels) über die Bühne des Konzerthauses. Abgesehen von der Kür der Preisträgerin, die von Landeshauptmann Peter Kaiser und Kulturstadtrat Jürgen Pfeiler in Kooperation mit der Gert-Jonke-Gesellschaft ausgezeichnet wurde, gab es noch weitere Premieren: Komponist Dieter Kaufmann steuerte die stimmige Vertonung von Gedichten Jonkes bei, die das Ensemble Hortus Musicus aufführte, und der Trompeter Daniel Nösig stimmte eine Fanfare aus Kaufmanns Feder an.

Ann Cotten, die Gewinnerin des mit 15.000 Euro dotierten Gert-Jonke-Preises 2021, wurde von Juror und Laudator Bernhard Fetz, Leiter des Literaturmuseums in Wien, charakterisiert: „Die Autorin ist beim Schreiben auf Wahrheit aus. Sie will Genaues über sich und die Welt wissen, und dazu gehört Präzision.“ Gegen „all die leeren Begriffe, die wir verwenden“, richte sich ihr Schreiben, gegen Kitsch, Konventionen und Attitüden. „Sie hält am Reim fest, den sie souverän, witzig und überraschend einsetzt.“

Die Preisträgerin selbst wünschte sich, es gäbe den Jonke-Preis nicht und der Dichter würde noch leben, würde immer noch „zum Weinen schön formulieren“. „Ich hätte gerne gelesen, was er in den -10er Jahren geschrieben hätte!“ Jonkes Texte seien weder Kommentare noch Urteile, sondern Beschreibungen: „Sein anarchistisches Potenzial strotzt in jedem Satz von dem Gefühl, dass es auch anders sein könnte.“ Und die österreichisch-amerikanische Poetin verbeugte sich vor ihren Mitnominierten: Jani Oswald und Nadja Küchenmeister, die die Germanistin Doris Moser vorgeschlagen hatte, Daniela Seel und Peter Giocomuzzi (von Stefan Neuhaus von der Uni Koblenz nominiert) sowie Roberta Dapunt (von Bernhard Fetz). Moderator Heimo Strempfl, Direktor des Musilmuseums, wünschte sich abschließend, dass das Musiktheaterwerk „Freier Fall“ des in wenigen Tagen 80-jährigen Dieter Kaufmann bald zur Uraufführung gebracht werde. Vielleicht sogar in Kärnten, wo schließlich (wie die gelungene Veranstaltung bewiesen hat) auch nicht „jeder Tag Lederhose“ trägt

Hier der Stream von der Verleihung zum Nachschauen (das Video beginnt bei Minute 8):

 

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