Spur des Geldes führt vom Wörthersee nach Südkorea
Mehrere Spiele in der Regionalliga sollen manipuliert worden sein. Die Ermittlungen sind schwierig, aber die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gibt nicht auf und hat die Auslieferung von Beschuldigten aus Südkorea und Montenegro beantragt.

Es gibt eine Anzeige, ein Geständnis und namentlich bekannte Beschuldigte. Dennoch droht der Wettskandal um den oberösterreichischen Fußballverein Stadl-Paura ohne Konsequenzen zu bleiben. Es gibt nämlich keine Opfer, die zugeben, dass sie bei (illegalen) Wetten betrogen worden sind. Aber die Staatsanwaltschaft (StA) Klagenfurt hat einen langen Atem: "Wir haben Rechtshilfeansuchen nach Montenegro und Südkorea gestellt", sagt StA-Sprecher Markus Kitz. Dort sollen sich zwei der vier Beschuldigten aufhalten. Ob sie ausgeliefert werden und wann, wird erst in Monaten feststehen.
Zahlreiche Konten geöffnet
Und so lange bleibt den Ermittlern nichts anderes übrig, als "der Spur des Geldes zu folgen", wie es Kitz beschreibt. Das heißt, es werden weiter Konten geöffnet sowie Ein- und Auszahlungen untersucht. So und auf Basis von Gutachten von Wettbetrugsexperten ist die ursprüngliche Schadenssumme (mehr als fünf Millionen Euro) zustande gekommen. Problem: Davon sind bisher erst 6000 Euro Schaden nachgewiesen. Damit sind die Ermittler weit davon entfernt, eine Betrugsserie beweisen zu können, die mehr als ein Dutzend Spiele umfassen soll. Bei den meisten soll Stadl-Paura beteiligt gewesen sein.
Tatort Wörthersee-Stadion
Dass der Fall in Klagenfurt ermittelt wird, liegt am "Tatort", das Wörthersee-Stadion. Wenige Tage nach dem 7:1-Sieg der Austria Klagenfurt gegen Stadl-Paura Ende August 2020 folgte die Anzeige: Auffällig hohe Geldbeträge, insgesamt 300.000 Euro, waren in Asien darauf gewettet worden, dass die Oberösterreicher späte Gegentore bekommen. Tatsächlich fielen drei Tore in den letzten zehn Spielminuten. Ein ehemaliger Stadl-Paura-Kicker hat daraufhin ausgepackt. Laut ihm soll ein damaliges Vorstandsmitglied die eigenen Spieler zu schlechten Leistungen angestiftet haben. Als der Ex-Funktionär von den Ermittlungen Wind bekommen hat, verabschiedete er sich in sein Heimatland Montenegro.
Sponsor aus Südkorea
Auch der Vertreter des damaligen südkoreanischen Sponsors von Stadl-Paura hat es vorgezogen, sich nach Asien zu verabschieden. Wenig überraschend: Gegen ihn wird nicht nur wegen Betrugs, sondern auch wegen des Verdachts der Geldwäsche und Geldfälschung ermittelt. Er sei derjenige, von dem alles ausgegangen ist, sagte der Stadl-Paura-Obmann: "Der Verein sei absolut schuldlos."
Fix ist bisher nur: Die Austria Klagenfurt hat von den Manipulationen nichts gewusst.



