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Klagenfurter Wettskandal: Ermittlungen droht das Ende

Vor zwei Jahren soll Spiel des oberösterreichischen Vereins Stadl-Paura gegen Austria Klagenfurt manipuliert worden sein. Jetzt wurde ein Beschuldigter in Montenegro einvernommen. Er bestreitet alles.

300.000 Euro wurden vor mehr als zwei Jahren auf das Match Austria Klagenfurt gegen Stadl-Paura gewettet
© Fotolia/Imago Sportdienst (Montage)
300.000 Euro wurden vor mehr als zwei Jahren auf das Match Austria Klagenfurt gegen Stadl-Paura gewettet
Jochen Habich
Redakteur Kärnten-Ressort

In Graz stehen neun Angeklagte vor Gericht, weil sie mindestens 19 Fußballspiele manipuliert haben sollen. Im Klagenfurter Wettskandal ist man von einer Anklage hingegen weit entfernt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, wird immer geringer, wie auch Markus Kitz, Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Klagenfurt, sagt: "Der Fall war immer kompliziert und schwierig und er wird nicht einfacher."

Daran hat die Einvernahme eines der Beschuldigten nichts geändert: Der Mann, ein ehemaliger Funktionär des oberösterreichischen Vereins Stadl-Paura, war in Montenegro zu seiner möglichen Rolle in dem Betrugsfall befragt worden, so Kitz: "Er sagt, dass er nichts von Manipulationen weiß, dass er mit der ganzen Causa überhaupt nichts zu tun hat."

Funkstille in Südkorea

Damit ist eine weitere Spur der Ermittler ohne Ergebnis geblieben. Es droht die Einstellung oder der Abbruch des Verfahrens. Entweder freiwillig durch die Staatsanwaltschaft, weil sie keine Beweise für die Vorwürfe finden kann, oder durch einen entsprechenden Einstellungsantrag des Montenegriners. Der zweite im Ausland befindliche Beschuldigte, der einstige südkoreanische Sponsor von Stadl-Paura, hat auf das Rechtshilfeansuchen der Staatsanwaltschaft vom Februar erst gar nicht reagiert.

Dass die Klagenfurter Ermittler in der Causa am Zug sind, hat einen einfachen Grund: Der mutmaßliche Tatort war das Wörthersee Stadion. Dort standen sich am 28. August 2020 in der ersten ÖFB-Cup-Runde Austria Klagenfurt und Stadl-Paura gegenüber. Die Heimmannschaft, die von allen Tricksereien nichts wusste, gewann mit 7:1. Drei Austria-Tore fielen in den letzten zehn Spielminuten. Kein Zufall, wie ein Ex-Stadl-Paura-Kicker Tage später vor der Polizei ausgesagt hat.

Denn in Asien waren rund 300.000 Euro darauf gewettet worden, dass die Oberösterreicher späte Gegentore bekommen. Und es sollen nicht die einzigen Spielmanipulationen im Umfeld von Stadl-Paura gewesen sein. Laut Gutachten von Wettbetrugsexperten könnte der Schaden mehr als fünf Millionen Euro betrogen.

Geständnis und Anzeige

Laut dem geständigen Spieler soll der Ex-Funktionär aus Montenegro die eigenen Spieler zu schlechten Leistungen angestiftet haben. Doch der bestreitet alles. Mastermind hinter allem soll der damalige Sponsor aus Südkorea gewesen sein. Aber dafür gibt es bislang keine Beweise, die für eine Anklage ausreichen.

Und so droht den Ermittlungen, trotz einer Anzeige, einem Geständnis und vier namentlich bekannten Beschuldigten, der Schlusspfiff. Hauptproblem: Es gibt nämlich keine Opfer, die zugeben, dass sie bei (illegalen) Wetten betrogen worden sind.

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