Gegen OmikronWas schützt wirksamer: Impfung oder Infektion?

Eine aktuelle US-amerikanische Studie sieht den Vorteil bei der Booster-Impfung. Genesene Personen entwickeln selbst bei Impfung nur zum Teil neutralisierende Antikörper gegen die neue Variante.

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Booster, Omikron, Wirksamkeit
© (c) imago images/Hans Lucas (Fr� d� ric Scheiber via www.imago-images.de)
 

Eine neue internationale Studie unterstreicht die Bedeutung der Drittimpfung im Kampf gegen die grassierende Omikron-Variante des Coronavirus. Laut der Untersuchung von Experten aus Boston und Harvard sind nur mit mRNA-Impfstoffen geboosterte Personen gegen die neue Variante geschützt, Genesene und Geimpfte dagegen nicht. Untersucht wurden Blutproben von 239 Personen, die mit Moderna, Biontech/Pfizer oder Janssen geimpft worden waren.

Die Studie ergab, dass die Antikörper nach dem Booster mit mRNA-Impfstoffen kaum schwächer gegen Omikron wirkten als gegen das ursprüngliche Virus, den sogenannten Wildtyp. Andere Impfschemata zeigten hingegen kaum oder keine Wirkung gegenüber der neuen Virusvariante. Berücksichtigt bei der Studie wurde auch, wie lange die Impfung zurücklag und ob die Geimpften zusätzlich eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 durchgemacht hatten. Die Blutproben wurden hinsichtlich ihrer neutralisierenden Wirkung gegen den Wildtyp, Delta und Omikron getestet.

Booster vergrößert Breite der Immunität

Neutralisierende Wirkung auf die Omikron-Variante konnte bei den meisten Proben nicht festgestellt werden. Lediglich mit mRNA-Impfstoffen geboosterte Personen wiesen neutralisierende Antikörper und Wirksamkeit gegen Omikron auf – und zwar nahezu in derselben Stärke wie gegen die ursprüngliche Variante. Personen, die geimpft (mRNA) und genesen waren, entwickelten nur zum Teil neutralisierende Antikörper gegen Omikron.

Die detaillierte Analyse des Wirkungsmusters gegenüber den drei Virustypen legte zudem nahe, dass der Booster nicht nur zu höheren Antikörperzahlen mit neutralisierender Wirkung führt, sondern auch die Breite der Immunität vergrößerte und dadurch gegen alle drei Virustypen gute Wirkung zeigte. Die Studie von Wissenschaftlern vom Massachusetts General Hospital in Boston und dem Ragon Institute of MGH in Harvard, Cambridge, wurde erst als Preprint veröffentlicht, das heißt, sie wurde noch nicht im Peer-Review-Verfahren überprüft.

Kommentare (18)
derdrittevonlinks
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Genesene Personen entwickeln selbst bei Impfung nur zum Teil neutralisierende Antikörper gegen die neue Variante.

Quasi, wenn die Grippe einen nur als Schnupfen tangiert, entwickelt man auch nur, selbst bei Impfung, zum Teil neutralisierende Antikörper, oder nicht?

excalibur
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Na gratuliere! Werden solche Gutachten werden als Entscheidungsgrundlage herangezogen?

"...untersucht wurden Blutproben von 239 Personen, die mit Moderna, Biontech/Pfizer oder Janssen geimpft worden waren"

Haben diese Studien ähnliche Aussagekraft, wie die Wählerbefragungen vor unseren Wahlen?

deepandhigh
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Neutralisierende Wirkung nicht vorhanden

Es bestätigt sich immer mehr, dass es nicht um eine Impfung im eigentlichen Sinn handelt, sondern diese Spritzungen im Grund den Charakter einer Dauermedikation haben, durch die Symptome vermieden werden (wurde ja auch so in der Stellungnahme der ARGE Daten zum Impfpflichtgesetz gesehen)
Leute aus den Risikogruppen werden sich auch weiterhin dadurch gegen schwere Verläufe schützen müssen - eine Durchbehandlung von realtiv ungefährdeten, jungen, gesunden Menschen ist jedoch völlig evidenzbefreit.

schadstoffarm
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Eigentlich nicht

Am piekser wirst nicht vorbeikommen.

uzi50074
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Fakenews, Genesene kommen in der Studie nicht vor

Ich habe den original Artikel der im Cell veröffentlicht wurde gelesen. Es wurde die Wirksamkeit der 3. Impfung untersucht. Ein Vergleich mit Genesenen fand nicht statt!

Als Probanden wurden nur doppelt Geimpfte eingesetzt. Ein Teil davon erhielt die 3. Impfung. Wie lange der Schutz anhält sagt die Studie nicht aus.

Die Überschrift ist eine Irreführung.

Kleine Zeitung
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Antwort

Sehr geehrte*r uzi50074,
Es wird im Text erklärt, dass es um Genesene UND Geimpfte geht, nicht nur um Genese. Die Unschärfe im Vorspann haben wir ausgebessert. Vielen Dank für den Hinweis.
Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion

gabriella1234
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WHO befürchtet Erschöpfung des Immunsystems durch Dauer-Booster

Jan 11 (Reuters) - Die Arzneimittelzulassungsbehörde der Europäischen Union hat am Dienstag Zweifel an der Notwendigkeit einer vierten Auffrischungsimpfung des COVID-19-Impfstoffs geäußert und erklärt, dass es derzeit keine Daten gibt, die diesen Ansatz unterstützen, während sie weitere Daten über die sich schnell ausbreitende Omicron-Variante sucht.
"Die Verwendung zusätzlicher Auffrischungsimpfungen kann zwar Teil von Notfallplänen sein, aber wiederholte Impfungen in kurzen Abständen wären keine nachhaltige Langzeitstrategie", sagte Marco Cavaleri, Leiter der Impfstoffstrategie der Europäischen Arzneimittelagentur, bei einem Medienbriefing.
Der EMA-Beamte äußerte die Befürchtung, dass eine Strategie, bei der alle vier Monate Auffrischungsimpfungen verabreicht werden, hypothetisch das Risiko einer Überlastung des Immunsystems der Menschen birgt und zu einer Ermüdung der Bevölkerung führt.

Auf diese Überlastung oder Erschöpfung des Immunsystems wurde schon mehrfach hingewiesen!

checker43
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Dann

gibts auch bei der laufenden Reinfektion eine Überlastung. Dem Virus können Sie auch nicht ausweichen nach einer Erstinfektion.

Und Sie zitieren eine EMA-Aussage und übertiteln das mit "WHO befürchtet ... "? Unterschied nicht klar?

Und die EMA sprach sich nicht gegen die 3. Impfung aus, nur gegen Booster alle 4 Monate.

SOEDING1956
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Was schützt wirksamer

ich glaube derzeit ist keine Impfung gleich wirksam

samro
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wien hat 95-100% omikron

daten gestern
krone:

Den Unterschied, den eine vollständige Vakzinierung ausmacht, zeigt auch ein Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenzen je nach Impfstatus. Während in der Bundeshauptstadt unter den vollständig Geimpften in den vergangenen sieben Tagen rund 580 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner aufgetreten sind, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei den nicht bzw. unzureichend Immunisierten bei rund 1660. Sie ist somit fast 2,8-mal höher.

86,1 Prozent jener 72 Covid-Patienten, die am vergangenen Montag in einem Wiener Spital auf der Intensivstation behandelt werden mussten, waren gar nicht beziehungsweise nicht ausreichend gegen Corona durch die Impfung immunisiert. Nur zehn der 72 Patienten waren hingegen vollständig geimpft.

tubaman58
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Wer's glaubt?

Die Daten vom RKI schauen aber nicht so positiv für die Geimpften bei der Omikron-Variante aus. Nur geboostert ist es etwas besser als ungeimpft. Bei 2-fach Geimpften ist die Ansteckungsgefahr deutlich höher als bei den Ungeimpften.

deepandhigh
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2fachgeimpft ist das neue Ungeimpt

Alleine beim Terminus "nicht ausreichend immunisiert" hängt es mir schon die Kette aus...

Man kann es auch so sehen, dass 14% der Intensivpatienten wahrscheinlich vor max. 8 Wochen bereits die dritte Spritzung bekommen haben. Spricht nicht für die Dauerwirkung des Boosters - man sollte vielleicht noch schnell einen Extra-Booster einschieben um über den Sommer zu kommen (sonst muss man im Herbst zum Schluss wieder von vorne beginnen: dann aber gleich 3x vor dem Winter!

checker43
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deep

Nein, das kann man nicht so sehen.

ritus
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Studie mit 239 Personen?

Wow, das nenn ich repräsentativ!!!
Wer soll das ernst nehmen?

Analyst_009
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Bitte etwas vorsichtiger

Selbst um Studienergebnisse lesen zu können braucht es ein Grundwissen darüber, wie Wissenschaft funktioniert. Nicht dass Sie das jetzt haben müssten. Sicherlich nicht. Was jedoch notwendig erscheint, ist ein gewisses Maß an Vorsicht der eigen Meinung gegenüber. Manchmal bemerken wir Menschen unsere Irrtümer erst sehr viel später.

ritus
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Wenn Sie meine 3 Zeilen mit dem nötigen Grundwissen...

...und der nötigen Aufmerksamkeit lesen, dann müssten Sie feststellen können, dass ich nicht das inhaltliche Ergebnis der Studie, sondern die fehlende Relevanz von nur 239 Probanden in so einer heiklen Fragestellung in Frage stelle. Soviel wissenschaftliches Verständnis trau ich mir zu, auch wenn ich keinen Titel trage. Viele Wissenschaftler neigen dazu, Nicht-Akademikern jegliches Grundverständnis abzusprechen.

checker43
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Wenn

die 239 zu wenig gewesen wären, hätte sich das in einer extremen Streuung der Ergebnisse niedergeschlagen. Wenn bei 239 Tests quasi immer dasselbe Ergebnis rauskommt, werden Sie auch bei 1 Million Tests kein anderes erhalten.

wulzkarl
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Das Studiendesign

spielt eine wesentliche Rolle. Es können auch eine geringe Anzahl eindeutige Ergebnisse bringen. Das hat nichts mit "repräsentativ" wie bei einer Feldstudie zu tun.