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Maßnahmen in ganz Europa Europa macht dicht: Großbritannien im Lockdown, Italien überlegt

Premier Conte berichtet am Montag vor Parlament. Britischer Premier Johnson: "keine Alternative" - Portugal und Griechenland mit Teil-Lockdowns - Massentests in der Slowakei.

Die Plätze auf den Intensivstationen würden derzeit noch genügen, man müsse jedoch die Zahl der Neuansteckungen senken. © AFP
 

Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen fahren neben Österreich immer mehr weitere europäische Staaten das öffentliche Leben erneut herunter. Ein Überblick über die Lage in Europa.

Italien

Die italienische Regierung plant wegen der steil ansteigenden Corona-Zahlen eine weitere Verschärfung der Maßnahmen zum Gesundheitsschutz. Die neuen Maßnahmen sollten am Montag nach einer Ansprache von Premier Giuseppe Conte vor dem Parlament angekündigt werden, verlautete aus Regierungskreisen.

Nach Medienberichten sind Lockdowns in Corona-Hotspots wie Mailand und in einigen Regionen im Gespräch. Auch Reisen zwischen Regionen könnten stark eingeschränkt werden. Die Regierung will Gespräche mit dem wissenschaftlichen Komitee weiterführen, das das Kabinett in Sachen Coronavirus berät.

Großbritannien

Der britische Premierminister Boris Johnson verkündete am Samstag einen zweiten Lockdown in England, der vier Wochen dauern soll. Portugal und Griechenland verhängten wie die türkis-grüne Regierung ebenfalls Teil-Lockdowns. Die Slowakei begann inzwischen mit flächendeckenden Corona-Tests der gesamten Bevölkerung.

"Jetzt ist die Zeit um Handeln, weil es keine Alternative gibt", sagte der britische Premier Johnson. Das Coronavirus verbreite sich "noch schneller als im schlimmsten Szenario der wissenschaftlichen Berater". Unmittelbar vor der Bekanntgabe des erneuten Lockdowns hatte die Zahl der Corona-Infektionsfälle in Großbritannien die Schwelle von einer Million überschritten, nachdem fast 22.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden waren.

Der Lockdown in England beginnt am Donnerstag und ist befristet bis zum 2. Dezember. Die Schulen sollen geöffnet bleiben. Geschäfte der Grundversorgung dürfen öffnen, die Bevölkerung soll abgesehen vom Gang in die Arbeit, in die Schule oder zum Arzt zu Hause bleiben.

Großbritannien hat mit mehr als 46.000 Todesfällen die höchste Zahl an Corona-Toten in Europa zu beklagen. Wie aus Dokumenten der wissenschaftlichen Beratergruppe der Regierung für Notfälle (Sage) hervorgeht, könnte die Zahl der Infizierten und Krankenhauseinweisungen demnächst die Berechnungen für den schlimmsten Fall übertreffen. Das im Juli ausgearbeitete Worst-Case-Szenario ging von weiteren 85.000 Todesfällen in einer zweiten Infektionswelle im Winter aus.

Griechenland

Auch in Griechenland gilt wie in Österreich ab Dienstag ein Teil-Lockdown mit einer Schließung von Restaurants, Cafes, Museen und Kinos.

Portugal

In Portugal tritt am Mittwoch ein Teil-Lockdown in Kraft, der für rund drei Viertel der Bevölkerung gilt. In den betroffenen Kommunen sollen sich die Bürger in ihre Wohnungen zurückziehen, sie dürfen aber in die Arbeit gehen, wenn Heimarbeit nicht möglich ist, und ihre Kinder in die Schule bringen. Geschäfte müssen spätestens um 22.00 Uhr schließen.

Tschechien

Tschechien verlängerte den Corona-bedingten Ausnahmezustand bis zum 20. November.

Slowakei

Einen Sonderweg geht die Slowakei: Dort begannen am Samstag flächendeckende Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung. In etwa 5.000 Testzentren im ganzen Land standen rund 45.000 medizinische Fachkräfte, Soldaten und Polizisten bereit, um alle Bürger ab zehn Jahren kostenlosen Schnelltests zu unterziehen. Ministerpräsident Igor Matovic erklärte, mit den Massentests könnten "Hunderte Menschenleben" gerettet werden. Bei einem Erfolg sieht er sie zudem als Vorbild für andere Länder: Die ganze Welt werde das Experiment aufmerksam verfolgen.

Die rund 5,4 Millionen Einwohner zählende Slowakei ist das erste Land dieser Größe, das seine gesamte Bevölkerung testet. In Europa haben bisher nur kleinere Länder wie Luxemburg und Monaco flächendeckende Tests angekündigt. In China wurden bereits die Einwohner ganzer Städte getestet.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (1)
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Kristianjarnig
1
1
Lesenswert?

Italien hat bereits heute folgende(u.a.) Maßnahmen angekündigt(gültig ab Montag):

- Ausgangssperre 1800-0600

- keine Reisen zwischen Regionen(wobei ich schon mal gespannt bin wie das den recht florierenden Inlandsflugverkehr in Italien wirklich betreffen wird - konsequent wäre es jeden Reisenden polizeilich auf den Grund der jeweiligen Reise zu befragen)

- dazu der "übliche" italienische pipapo wie das die Friseure wieder mal zudrehen müssen, Restaurants ab 1800 zu sind(jeder der Italien auch nur annährend kennt weiß das man die dann gleich ganz zudrehen kann weil kein Italiener VOR 2000 in ein Restaurant geht und das sind dann die "early birds").

Alles in allem sind wir damit in Europa fast wieder auf "März Niveau". Und das wird sich dann wohl locker bis in den Mai 2021 hinziehen(wobei sich Lockdowns und Erleichterungen wohl gegenseitig die Tür in die Hand geben werden) , zumindest aber wohl bis es eine (verpflichtende) Immunisierungsimpfung gibt. Da dürfen wir wohl auf Ende 2021 hoffen wenn man aus den so gering verfügbaren Impfdosen für die Grippe auf die Produktionskapazität Schlüsse ziehen kann.

Alles in allem sind wir wohl bestenfalls in der Mitte dieses Trauerspiels was "Decission making" von politischer Seite europaweit angeht. Jeder wußte das auf einen "lockeren" Sommer ein harter Herbst und ein umso härterer Winter folgen wird. Leider wurde nicht darauf hingearbeitet und jeder hat offensichtlich auf Wunder gehofft. Ein Spiegelbild der EU.

Fehlende Disziplin bei vielen hat die Lage nicht wirklich entschärfen können.

Bleiben Sie gesund!