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Corona-MutationenBrauchen wir schon neue Impfstoffe?

B.1.1.7 und B.1.351 - was an für sich harmlos klingt, macht die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie zunichte. Wissenschaftler arbeiten schon an zweiter Impfstoff-Generation.

© ORF
 

Die ansteckenderen Varianten des Coronavirus aus Großbritannien und Südafrika schüren zudem Sorgen, ob gar völlig neue Impfstoffe nötig sind. Doch während die breite Masse der Bevölkerung noch auf Impftermine für die ersten zugelassenen Impfstoffe wartet, arbeiten Wissenschaftler schon an der zweiten Generation der Vakzine.

"Es gibt eindeutig neue Fragen über die Varianten, die wir adressieren müssen. Und eine davon lautet: Brauchen wir neue Impfstoffe?", sagt der Leiter der Impfstoffgruppe der Universität Oxford, Andrew Pollard, dem Radiosender BBC. Die Universität hat zusammen mit AstraZeneca den Covid-19-Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns entwickelt. "Das Urteil steht noch aus. Aber alle Entwickler bereiten neue Impfstoffe vor. Wenn wir sie brauchen, werden wir sie haben." AstraZeneca, dessen Impfstoff Ende Jänner als dritter in der Europäischen Union zugelassen wurde, und die Universität wollen bis zum Herbst einen Impfstoff herstellen, der Schutz vor neuen Varianten bieten soll.

Für die meisten Schlagzeilen sorgte zuletzt in dieser Sache die Tübinger Biotechfirma Curevac. Während andere Hersteller wie Biontech und Moderna an Curevac vorbeizogen und die ersten erfolgreichen Zulassungen von Covid-19-Impfstoffen in der EU erhielten, befindet sich das Mittel der Tübinger erst seit Dezember in der zulassungsrelevanten letzten Studienphase. Zulassungsanträge stellte Curevac jüngst für das zweite Quartal in Aussicht.

Bei den Impfstoffen der zweiten Generation macht das Unternehmen nun aber Tempo: Vorstandschef Franz-Werner Haas verkündete in der vergangenen Woche gleich zwei Partnerschaften. Sowohl mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) als auch mit der britischen Regierung will Curevac bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Varianten zusammenarbeiten. Vom Vereinigte Königreich erhielt Curevac bereits eine Vorbestellung über 50 Millionen Dosen eines solchen Vakzins, das im Herbst zur Verfügung stehen könnte. Der Impfstoff aus der Kooperation mit GSK könnte 2022 folgen.

Projekte und Studien laufen

Beide Projekte bauen auf dem bestehenden Curevac-Impfstoffkandidaten "CVnCoV" auf. Die Impfstoffe der nächsten Generation sollen für noch nicht geimpfte Menschen genutzt werden oder als Auffrischimpfung, falls die Immunantwort auf eine erste Impfung über die Zeit nachlassen sollte. Impfstoffe auf Basis von Boten-RNA (mRNA) wie die von Curevac, Biontech/Pfizer und Moderna haben den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu traditionellen Vakzinen schnell an neue Varianten angepasst werden können: Nach Einschätzung von Biontech-Chef Ugur Sahin theoretisch innerhalb von sechs Wochen.

Ersten Studienergebnissen zufolge sollen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna auch gegen die britische und die südafrikanische Variante schützen. Allerdings büßten beide Mittel bei der südafrikanischen Variante, die derzeit auch in Tirol für Unruhe sorgt, etwas von ihrer Effektivität ein. Auch die Impfstoffkandidaten von Johnson & Johnson und Novavax waren nach jüngsten Studienergebnissen vor allem in den Untersuchungen in Südafrika, wo nahezu alle untersuchten Infektionen auf die neue Variante zurückzuführen waren, weniger effektiv. Gleiches gilt für den AstraZeneca-Impfstoff.

Moderna arbeitet deshalb speziell an einem Auffrischungsimpfstoff gegen die südafrikanische Variante. Es sei "zwingend notwendig, proaktiv zu handeln, solange sich das Virus weiterentwickelt", urteilt Moderna-Chef Stephane Bancel. Pfizer-Forschungschef Mikael Dolsten geht davon aus, dass die mRNA-Impfstoffe, die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln sollen, eine ausreichende Immunantwort erzeugen, um die Varianten abzuwehren. Daher setzt er auf eine Auffrischungsimpfung statt eines neuen Vakzins. Das Unternehmen will nun prüfen, ob eine dritte Dosis - sechs bis zwölf Monate nach der Erstimpimpfung - die Wirksamkeit auch hinsichtlich der Varianten verlängern und verbessern kann.

Kommentare (17)
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Stemocell
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Seit Beginn der Pandemie weiß man, dass dieses Virus,

ähnlich den Grippeviren, mutiert. Weder eine britische Mutation, noch eine südafrikanische Mutation kommen demnach Überraschend, sie bestätigen lediglich das, was chinesische Wissenschaftler bereits vor einem Jahr festgestellt haben.
Auch bei uns haben viele Experten die Befürchtung geäußert, dass man dieses Virus aufgrund seiner Fähigkeit zu mutieren nicht einfach so ‚besiegen‘ kann, wie z.B. das Pockenvirus. Einige vermuten sogar, dass das Virus bei uns endemisch werden könnte und jedes Jahr wiederkommt. Warum jetzt wieder mit irrationaler Panik reagiert wird, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Tirol abriegeln, und das Wochen zu spät? In Deutschland will man den Lockdown bis März verlängern. Wie lange soll das noch dauern? Monate, Jahre? Lockdown folgt auf Mutation, neue Impfung folgt auf neue Mutation, Impfung wirkt nicht mehr, neuer Lockdown usw...
Für die Grippe gibts ja auch jedes Jahr einen neuen Impfstoff, dazwischen wird aber auch nicht alles zugesperrt.

feringo
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@Stemocell : Seit Beginn der ...

Ich denke, dass wird dann eh so funktionieren, wenn JEDER Mensch 1x geimpft wurde. So weit ist es halt noch nicht.

MichaelP
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Keine Sorge ....

.... auch in der größten Wirtschaftskrise werden sich sicher wieder einige (wenige) Großgewinner (Amazon, XXXLUTZ etc.) finden. /[Zynismus Ende]

Für den Rest gilt leider Charles Darwin: Nur die stärksten überleben.....

LuisGolf
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Kleine Zeitung

Wann hört diese unnötige negative Berichterstattung endlich auf? Muss man immer Öl in das Feuer giessen? Warum schreibt man nicht darüber, dass die Wirte zu haben müssen und privat in einer Wohnung 100 Leute feiern dürfen? Das wäre hilfreicher Journalismus!

makronomic
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Negativ? Nein, leider ist das ehrliche Berichterstattung

Wollen Sie lieber eine Berichterstattung mit den politischen Lügen zu den Impfstoffen?

astraZeneca hilft faktisch nicht bei den Mutationen
astraZeneca hat Probleme mit der Wirksamkeit ansich (gleicher Trägervirus bei beiden Impfdosen)
astraZeneca muss daher lange Abstände von 12 Wochen zwischen den Impfungen haben, danach noch 4-8 Wochen bis voller ca. 80% Wirksamkeit
Das sind in Summe 5 Monate von der ersten Impfung weg.

Die Politik ist mit der Wette auf AstraZeneca gescheitert, Pech gehabt liebe Österreichende!

Jetzt geht es nur um die Frage wie schnell wir Biotech / Pfizer bekommen, vielleicht Moderna und Sputnik dazu.

Alles andere ist die Türkise Augenauswischerei in Form von Verbiegung der Fakten - siehe gestern durch die längst rücktrittsreife Frau Landesrätin.

feringo
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@makronomic : Negativ? ...

"Jetzt geht es nur um die Frage wie schnell wir Biotech / Pfizer bekommen, vielleicht Moderna und Sputnik dazu."

Oje, oje, oje! Die können nicht genug liefern?
Ich nehme AstraZeneca, schützt jedenfalls vorm Tod!

hermannsteinacher
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Ja!

Jedes Jahr zweimal!

umo10
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Vektor od tot-Impfstoffe von AstraZeneca müssen an Mutanten angepasst werden

der mRNA Impfstoff von biontech u Moderna ist ein komplett neues anderes Konzept. Es zielt auf den Botenstoff für das andock-System ab. Das hält viel, viel mehr aus. Weder die kleine noch hr Kurz wollen das hören. Selbst die Ärzte in Wien wollen sich nicht mit dem tot-Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen

griesbocha
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Man merkt an deinem Kommentar, dass keine Ahnung hast, was eine mRNA ist oder was sie tut.

Die Begriffe Botenstoff, Andock System und tot-Impfstoff werden von dir derart missbräuchlich und falsch verwendet, dass es weh tut...

kaikiass
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Vektor

Astra Zeneca ist kein tot Impfstoff, sondern ein Vektor Impfstoff. Nur als Anmerkung.

DavidgegenGoliath
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Und das Spielchen beginnt von vorne!

Lockdown - Impfung - Mutation - Lockdown - Impfung -Mutation! So wollt ihr den Rest eures Lebens verbringen? Nein, danke!

Bluebiru
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@David

Keiner muss den Rest seines Lebens so verbringen.

Sie können sich auch mit der ersten Variante von Corona anstecken, dann mit der 2. Variante und darauffolgend mit der 3. Solange eben, solange ihr Körper dabei mitspielt. Irgendwann spielt der dann nicht mehr mit und sie sterben an Corona.

Wenn Ihnen das lieber ist, bitte gerne für Sie! Für mich lieber nicht.

DavidgegenGoliath
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@blue

Sterberate 0,25% wo sehen sie hier die Gefahr?

Bluebiru
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@Davida

Die Gefahr liegt in den Mehrfachinfektionen. Wenn sie schon Schäden von der ersten Infektion haben, potenzieren sich diese mit jeder weiteren Infektion. Mit "Schäden" meine ich dabei zum Beispiel abgestorbene Gebiete in Organen, die durch Mangeldurchblutung (Corona schädig, wie man weiß, ja Blutgefäße) zustande kommen. Diese Gewebeschäden gibt es sehr häufig nach überstandenen Infektionen und es gibt sie sogar bei solchen Menschen, die symptomlos infiziert waren.

Man weiß auch, dass Menschen, die sich schon zum zweiten Mal mit Corona infiziert haben, bei der zweiten Infektion meist wesentlich mehr Probleme hatten, als bei der ersten.

ultschi1
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2,2 % dzt global

Exakt 1 Million Tote in 3 Monaten. Hirn einschalten.

seinerwe
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ja

Das Virus ist schneller und flexibel. Aber die Menschheit hat eine gewaltige Forschungskapazität die weltumspannend agieren muss. Hier wäre die UNO als Koordinator gefordert.

DergeerderteSteirer
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Um es auch sarkastisch zu sagen ..................

"Das Virus ist schneller und flexibler als die Ignoranz, der Egoismus und die Dummheit vieler Meenschen !!"
Wenn "jeder Mensch" nur seinen richtigen Teil dazu beitragen würde könnte die Lage viel viel anders aussehen, aber leider gibt es zu viele suchtartig agierende "Junkies" in unserer Gesellschaft !