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Forscher forden Systemwechsel"Business as usual" verdreifacht Plastikmüll bis 2040

Forscher fordern massive Eindämmung von Plastikverbrauch und -müll: Zusätzlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu Land und in den Gewässern könnte man durch einen Systemwechsel im Plastik-Management Geld und Treibhausgase sparen - zudem würden 700.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Ein Strandstück am Kamilo Point in Hawaii, vor einer großen Zusammenräum-Aktion des Hawaii Wildlife Fund
Ein Strandstück am Kamilo Point in Hawaii, vor einer großen Zusammenräum-Aktion des Hawaii Wildlife Fund © AP
 

So wie Kohleschichten ein lange vergangenes Erdzeitalter markieren, wird die aktuelle Ära durch Plastikablagerungen erkennbar sein, so Geologen. Die jährliche Plastikverschmutzung kann aber durch einen Systemwechsel im Vergleich zum "Weitermachen wie bisher" um 78 Prozent bis 2040 verringert werden, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachjournal "Science".

Die Plastikanreicherung an Land und im Wasser sind mit den aktuellen Abfall-Management-Systemen nicht verhinderbar, so die Forscher um James Palardy vom "The Pew Charitable Trust" in Washington DC (USA): Sie haben weltweit gar nicht die Kapazität, all das Plastik zu beseitigen oder zu recyceln, das hergestellt wird.

Die Forscher, zu denen auch Martin Stuchtey vom Institut für Geographie der Universität Innsbruck gehört, berechneten, wie hoch die "Plastikwelle" bis zum Jahr 2040 anwachsen wird und wie sehr man ihr mit verschiedenen Maßnahmen Einhalt gebieten könnte. Ein Weitermachen wie bisher (Business as usual) ließe sie knapp dreimal so hoch werden. Dieses Szenario zeigt einen Anstieg des Plastikeintrags ins Meer von 11 Millionen auf 29 Millionen Tonnen jährlich, so Stuchtey in einer Aussendung der Uni Innsbruck: "Das würde fast 50 Kilogramm Kunststoff pro Meter Küstenlinie weltweit entsprechen", sagte er.

Durch massive Anstrengungen, Plastik weltweit zu sammeln und entsorgen, könne man im Vergleich zum Weitermachen-Szenario die Plastikverschmutzungsraten um 57 Prozent verringern, durch engagiertes Recycling um 45 Prozent. Kunststoff wo immer möglich durch beschichtetes Papier und kompostierbare Materialien zu ersetzen, würde den Umwelteintrag um 59 Prozent reduzieren. Kombiniert man alle Maßnahmen in einem "Systemwechsel-Szenario", sinkt die jährliche Verschmutzung im Vergleich zum "Weitermachen wie bisher" bis 2040 um 78 Prozent. Das wäre auch weniger als aktuelle, und zwar um rund 40 Prozent.

Das würde aber immer noch bedeuten, dass bis ins Jahr 2040 insgesamt 710 Millionen Tonnen Plastik in die Umwelt eingetragen werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurden weltweit insgesamt 380 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt.

"Diese Maßnahmen könnten aber schon mithilfe der heute verfügbaren Technologien und Lösungen umgesetzt werden", so Stuchtey. Es wäre auch wichtig, dass dies sofort geschieht: Eine Verzögerung um fünf Jahre würde laut Modellen zusätzliche 300 Millionen Tonnen Plastik in die Umwelt bringen.

Zusätzlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu Land und in den Gewässern könnte man durch einen Systemwechsel im Plastik-Management Geld und Treibhausgase sparen, nämlich insgesamt 70 Milliarden US-Dollar (60 Milliarden Euro) und jährlich 25 Prozent weniger Treibhausgase aus der Kunststoffherstellung. Zudem würden 700.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, so Stuchtey.

Kommentare (2)

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ichbindermeinung
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die EU hat es in der Land

leider hat die EU nur die mengentechn. komplett unbedeutenden Luftballonhalter, Einwegessgeschirr, Trinkhalme u. die Wattestäbchen aus Plastik verboten, nicht aber die wahren Quotenbringer wie alle Plastikflaschen (ein/mehrweg/Bio), Tuben, Kanister, Käse/Wurst/Süßigkeitenverp., Einwegtrinkbecher, Windeln, Tablettenblister, Blisterverp. usw. usw.... So kann das natürlich nichts werden mit dem Umweltschutz/Meerreinhaltung. Und eine neue Plastiksteuer in Österreich, zum Freikaufen als Wiedergutmachung als neue Eigenmittelfinanzierungsquelle ist keine Lösung

melahide
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Ich sag’s

immer wieder. Wer Plastik sparen möchte geht nicht in den Supermarkt. Man kann FAST plastikfrei leben. Ich kauf Fleisch beim Fleischer wo‘s in (beschichtetem) Papier verpackt wird, Brot vom Bäcker ist sowieso nur in Papier, Obst und Gemüse geht am Bauernmarkt direkt in ein Sackerl/Korb, Käse kauf ich nur „vom Laib“, Milchprodukte im Glas... selbst Süßigkeiten könnte man wieder im Glas anbieten und von dort in einen Papiersack gleiten lassen/mit Abwiegen!

Alles geht! Wenn man will halt. Oder wenn es verboten wird wenn es freiwillig nicht geht!