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"Earth Strike"Hunderttausende bei weltweiten Protesten für das Klima

In über 100 Ländern gingen heute Menschen auf die Straße, um für eine veränderte Klimapolitik zu streiken.

Klima-Streiks auch in Deutschland © AP/Jens Meyer
 

Der heutige Freitag ist der Höhepunkt der ausklingenden "Week for Future", an der sich offiziell mehr als 100 Nationen beteiligen. Weltweit zog es Hunderttausende auf die Straßen, um nachhaltige Klimapolitik und -gerechtigkeit einzufordern. Unter dem Namen „Earth Strike“ setzte die mittlerweile global agierende „Fridays for Future“-Bewegung so ihre Streiks fort.

Mit der emissionsarmen Bootsreise Greta Thunbergs – Ausgangspunkt und Ikone der Bewegung – nach New York zur UN-Vollversammlung und ihrer sehr emotionalen Rede ist das Anliegen auch in den USA deutlich populärer geworden.

Eine Million Menschen demonstrierten in Italien

Über eine Million Menschen sind in Italien auf die Straße gegangen, um für eine bessere Klimapolitik und mehr Engagement beim Klimaschutz zu demonstrieren. Dies berichteten die Organisatoren der Fridays For Future-Schülerdemos, die in Italien in 180 Städten organisiert wurden.

Auch in Österreich wurde laut und lebhaft demonstriert:

Klimastreik: Rekordbeteiligung in Österreich

Rekordbeteiligung beim Klimastreik in Österreich: Allein in Wien waren am Freitag 30.000 Menschen auf der Straße. In Innsbruck waren es 16.000 bis 18.000.

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Klicken Sie sich durch die Bilder von den Protesten.

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"Wir sind begeistert und sprachlos. In ganz Italien sind wir eine Million Demonstranten", betonte die 24-jährige Umweltaktivistin Marianna Panzarino, Sprecherin der Bewegung Fridays For Future, die allein in Rom über 200.000 Demonstranten auf die Straße brachte. In Mailand waren es 150.000, in Neapel 100.000. Auch aus Bozen, Triest, Turin, Florenz, Cagliari und Bari wurden Demonstrationen mit jeweils Tausenden von Teilnehmern gemeldet. "Unglaubliche Bilder aus ganz Italien", twitterte die Schwedin Greta Thunberg, die Bilder der Demonstrationen in mehreren italienischen Städten postete.

Der italienische Premier Giuseppe Conte begrüßte die Klimademonstrationen. "Die Bilder der vielen Jugendlichen, die mit so großer Leidenschaft an diesen Demonstrationen teilnehmen, sind außerordentlich. Seitens der Regierung besteht größtes Engagement, die Forderung nach Wandel in Lösungen umzusetzen. Wir haben alle eine große Verantwortung", twitterte der Regierungschef.

Der italienische EU-Wirtschaftskommissar, Paolo Gentiloni, bezeichnete die Fridays For Future-Bewegung als "unbremsbare Welle". Aufgabe der EU sei es, auf die Forderungen der Jugendlichen mit einem europäischen "Green Deal" mit einschneidenden Umweltmaßnahmen zu antworten.

Der italienische Umweltminister Sergio Costa meinte, man dürfe keine Zeit verlieren. Italien wolle eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz spielen. Am kommenden Donnerstag (3. Oktober) will die Regierung in Rom ein sogenanntes Umweltdekret verabschieden. Dieses sieht unter anderem Steuerbegünstigungen in Höhe von 2.000 Euro für die Verschrottung von Autos der Schadstoffklassen bis Euro 4 sowie für Großhändler vor, die Produkte ohne Verpackung verkaufen. Damit soll die Müllproduktion stark reduziert werden.

Klimaproteste in Thunberg-Heimat Schweden

In der schwedischen Heimat von Klima-Aktivistin Greta Thunberg haben sich Menschen in allen größeren Städten an den internationalen Klimaprotesten beteiligt. Unter anderem in Stockholm, Uppsala, Malmö und Umea versammelten sich am Freitagmittag etliche Menschen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

Genaue Teilnehmerzahlen waren zunächst nicht bekannt. Insgesamt waren Aktionen und Kundgebungen an mehr als 100 Orten geplant. Auch in anderen Teilen Skandinaviens wurde protestiert, darunter an mehr als 20 Orten in Finnland, wo nach Polizeiangaben allein mindestens 5000 Menschen zu einem Protest rund um das Parlament in Helsinki kamen.

In Stockholm sprachen die Organisatoren der Bewegung Fridays for Future zunächst von 30.000 bis 40.000 Teilnehmern. Ein Bursche, der bereits früh zu dem Protestzug gekommen war, sagte dem Fernsehsender SVT, er wolle einfach eine schöne Zukunft haben, ohne auf einen anderen Planeten flüchten zu müssen. Im Laufe des Nachmittags wollte unter anderem Popsängerin Robyn auf der Kundgebung auftreten.

Mit einem Klimaprotest hatte in Stockholm alles angefangen: Im Alter von 15 Jahren hatte sich Thunberg im August 2018 mit einem Protestschild mit der Aufschrift "Schulstreik fürs Klima" vor das schwedische Parlament gesetzt, um die Politik zu mehr Klimaschutz aufzufordern. 

Bürgermeister unterstützte in Mallorca Demo

Tausende zumeist junge Menschen haben sich in Mallorca schon Stunden vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung auf der Plaza del Tubo im Zentrum der Hauptstadt der spanischen Urlaubsinsel versammelt.

Sie zogen von dort aus Richtung Rathausplatz. Nach Polizeischätzung waren es mindestens 5.000 Demonstranten, die Plakate mit Aufschriften wie "Die Welt stirbt" und "Wir kämpfen um unsere Zukunft" trugen.

Die Jugend kämpft auf Mallorca nicht allein. Palmas Bürgermeister Jose Hila rief in einem auf Twitter veröffentlichten Schreiben Bürger und Unternehmen dazu auf, sich am Kampf gegen den Klimawandel zu beteiligen. Der Klimawandel und dessen Folgen seien "jeden Tag deutlicher", sagte der Sozialist. Er warnte: "Unsere Stadt, direkt an der Küste gelegen, wird zweifelsohne die schrecklichen Konsequenzen zu spüren bekommen, wenn der Meeresspiegel steigt."

Die Lehrergewerkschaften STEI und UOB hatten die Lehrkräfte der Insel dazu aufgerufen, ab 11.00 Uhr nicht mehr zu unterrichten, um den Schülern die Teilnahme an der Kundgebung zu ermöglichen. Demonstrationen für mehr Klimaschutz fanden am Freitag auch in vielen anderen Städten Spaniens statt. In den Metropolen Madrid und Barcelona waren sie aber erst für den Abend angesetzt worden.

 

Kommentare (2)

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Airwolf
3
2
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Greta

Sie braucht uns nicht zu sagen wie wir zu leben haben.

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ichbindermeinung
2
3
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warum streiken eigentl. offenbar viele EU-Länder nicht

interessant wäre auch zu erfahren welche EU-28 Länder gestern nicht gestreikt haben und warum das dort im EU-Ausland so ist. Ich hörte nichts von Estland, Lettland, Litauen, Frankreich, Irland, GB, Griechenland, Slowenien, Kroatien, Belgien, Niederlande, Luxenburg...womöglich habe ich es auch überhört oder überlesen

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