Dauertest Audi A4 Avant Er war sehr schön, es hat uns sehr gefreut

Der Audi A4 Avant 40 TDI quattro wird uns in Erinnerung bleiben. Als Auto, das uns geschmeidig durch die Krise getragen hat.

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Der Audi A4 Avant hat eine hohe Präsenz, einen Auftritt mit Stil und hohen Wohlfühlfaktor – aber der Preis © OLIVER WOLF
 

Just als wir mit unserem Dauerläufer in die Zielgerade eingebogen waren, zog das Coronavirus ins Land, nur kurze Besorgungsfahrten waren mit unserem Langstreckenläufer drin. Wobei wir uns glücklich schätzten, dafür nicht Öffis benutzen zu müssen, sondern unseren Dauertester Audi A4 Avant, mit dem wir niemandem zu nahe rückten.

Unser Urteil hatten wir aber schon vor Ausbruch der Pandemie gefasst. Er war sehr schön, es hat uns sehr gefreut. Fazit: 40.000 Kilometer, auf den Tacho gestanzt in einem eiligen halben Jahr, da bekamen wir ein starkes Gefühl dafür, weshalb der Mittelklasse-Kombi auch im Spätherbst des Modellzyklus den Klassenprimus gibt. Unser Cheftester Walter Röhrl, den wir hinters Steuer baten: "Der A4 Avant quattro ist ein Statement der Marke, ein Filetstück. Es sind der Stil, die Qualität und der Perfektionismus, die ihn über den Wettbewerb heben."

Modellpflege: Audi A4

Nach vier Jahren Bauzeit hat Audi seinem wichtigsten Modell, dem Mittelklässler A4, eine umfangreiche Modellpflege verpasst. Beim Design holt der Ingolstädter das nach, was die fünfte Auflage zu Beginn ihres Lebenszyklus' vermissen ließ.

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Der traditionelle Singleframe-Grill ist breiter und flacher geworden, die Kotflügel spannen optisch die Muskeln an und Scheinwerfer in LED-Technologie sind nunmehr Serie.

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Neu ist auch das Konzept der Ausstattungslinien: Beim Exterieur heißen sie jetzt „Basis“, „Advanced“ und „S Line“, dazu kommt der eigenständige Look der S-Modelle und des Allroad Quattro.

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Zum Verkaufsstart in Europa stehen folgende Motoren auf dem Programm: Da wären benzinerseitig der 35 TFSI mit 150 sowie der 2.0 TFSI mit 245 PS, bei den Selbstzündern der 2.0 TDI mit 190 und der 3.0 TDI mit 231 PS. Darauf folgen noch zwei weitere: der 30 TDI mit 136 und der 35 TDI mit 163 PS.

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Drei Motorisierungen aus der Startaufstellung haben ein Mild-Hybrid-System auf 12-Volt-Basis an Bord, wie auch die Nachzügler. Das Topmodell ist jetzt ein Diesel: Die S-Modelle gibt es in Europa nur mehr als Selbstzünder, genauer gesagt bestückt mit dem 3.0 TDI mit 347 PS.

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Bis auf den Einsteiger-Benziner fahren alle serienmäßig mit einem automatisch schaltenden Getriebe vom Band, im Programm sind eine Wandlerautomatik und ein Doppelkupplungsgetriebe. Natürlich kann man bei Audi auch zwischen Front- und Allradantrieb wählen.

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In Sachen Fahrwerk können die Kunden zwischen der Serienabstimmung und dem Sportfahrwerk wählen. Zusätzlich gibt es zwei adaptive Fahrwerke: Zum einen ein komfortorientiertes mit Dämpferregelung und ein sportliches, das 23 Millimeter tiefer gelegt ist. Der Fahrer kann festlegen, nach welchem von bis zu fünf Profilen diese Systeme arbeiten sollen.

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Im Mittelpunkt der Instrumententafel steht, leicht zum Fahrer geneigt, das große Touchdisplay der neuesten Generation des Infotainmentsystems MMI. Es setzt auf akustische Rückmeldung und übernimmt die Funktionen des bisherigen Dreh-Drück-Stellers auf der Mitteltunnelkonsole. Das hochauflösende TFT-Display hat ein Format von 10,1 Zoll. Gesteuert wird es mittels Freitextsuche oder Sprachsteuerung.

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Als Kombiinstrument stehen drei Varianten zur Wahl: zwei teilanaloge Fahrerinformationssysteme und – in Verbindung mit dem MMI plus – die volldigitalen Instrumente. Bedient werden kann das 12,3 Zoll große Display am Multifunktionslenkrad. Ein Head-up-Display projiziert wichtige Informationen in das direkte Sichtfeld des Fahrers.

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Das Portfolio umfasst viele Online-Services, darunter auch Car-to-X-Dienste, die sich die Schwarmintelligenz der Audi-Flotte zunutze machen. Neben Verkehrszeichen- und Gefahreninformationen kommen die Ampelinformationen neu hinzu.

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Durch die Vernetzung mit der Infrastruktur einer wachsenden Anzahl von Städten in Europa empfängt das Auto über einen Server Informationen vom Zentralrechner, so dass der Fahrer sein Tempo passend zur nächsten Grünphase wählen kann. Im Kombiinstrument erscheinen eine persönliche Geschwindigkeitsempfehlung sowie die verbleibende Zeit bis zur nächsten Grünphase.

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Eine spannende Neuerung ist das Angebot „Functions on Demand“: Mit ihm können Kunden drei Infotainment-Funktionen (MMI plus, Digitalradio, Smartphone Interface) auch noch nach dem Fahrzeugkauf völlig flexibel und nach Bedarf buchen. Möchte der Kunde eine Ausstattung erst einmal kennenlernen, so hat er die Möglichkeit, einmalig eine einmonatige Testphase zu buchen. Bereits während dieser Phase besteht die Möglichkeit, die Buchung zu verlängern – erneut für die Dauer von einem Monat, alternativ für ein Jahr oder dauerhaft.

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Aufgefallen, weil es selten geworden ist: Nach dem facegelifteten A4 Avant drehen sich die Leute auf der Straße um. Es sind das coole Design und die Präsenz. Das größte Vergnügen bereitete uns der A4 Avant auf der Langstrecke, wo der Audi seine Stärken ausspielt und als lässiger, solider und fahrsicherer Gleiter begeistert. Quattro verfeinert die Trittfestigkeit. Die leise und vitale 190-PS-Diesel-Maschine ist eine Empfehlung. Beim Verbrauch kamen wir im Schnitt mit sieben Litern über die Runden. Ganz okay.

Nun, bis zuletzt wurden wir mit der neuen MMI-Bedienung nicht so richtig warm, die Betätigung des Touch-Displays ist etwas mühsam und lenkt ab. Und elektronische Aufrüstung ist zwar imposant, aber: Die Assistenzpakete und Connectivity-Funktionen, für die Audi ordentlich die Hand aufhält – kosteten wir keineswegs aus. Zwischendurch leistete sich die Software kleine Schwächeanfälle und foppte uns mit Störungshinweisen für Reifendruck und Notruf.

Plus & Minus

+ Styling: Cooler Auftritt mit Stil und hoher Präsenz.
+ Antrieb: Leichte Anfahrschwäche. Asset: Kombination starker Diesel, Siebengang-DSG, quattro.
+ Qualität: Hochwertig, Top-Verarbeitung.
- Innenraum: Hoher Wohlfühlfaktor, luftig vorne, hinten eher ein Fall für zwei. Gute Variabilität.
+ Fahrwerk: straff, rollt sauber ab, trittfeste Traktion, nahezu unerschütterliche Fahrsicherheit.

- Touch-Display: Einziger Schwachpunkt. Bedienung während der Fahrt ist mühsam und lenkt ab.
- Preis: Der Audi A4 Avant 40 TDI quattro kostet 53.310 Euro. Unser top ausgestatteter Dauerläufer 69.767 Euro.

Beim 30.000-Kilometer-Service waren lediglich die üblichen Wartungsarbeiten zu erledigen (412 Euro). Lästig, aber der Umwelt geschuldet: Das Bunkern von AdBlue, über die Zeit des Dauerlaufs waren es in Summe 40 Liter – der Fünf-Liter-Kanister kostet 13,99 Euro.

Audi A4 Avant 40 TDI quattro

Preis: Testwagen/S-Line: 69.767 Euro (Basispreis 53.310 Euro).
Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel, 190 PS, 400 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 1750 U/min.
Kraftübertragung: Allradantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Testverbrauch:
7 l/100 km.
Abmessungen/Gewichte: 1410/860/620 mm L/B/H, Radstand 2820 mm, 1721 kg, Tank 58 l, Wendekreis 11,7 m, Gepäck 495/1495 l.
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 7,5 Sekunden, Spitze 230 km/h.
Ausstattung: Dachreling, Tempomat, Regensensor, elektr. Gepäckraumklappe, Klimaautomatik etc.

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Danke für Ihr Verständnis.

VH7F
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Da Lob ich mir meinen 24.000 Euro Renault

Bringt mich mit seinem technischen Schnickschnack auch überall hin. 45.000 Euro gespart 👍😉

Carlo62
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Lesenswert?

Und warum dann kein Dacia?

Hättest noch einmal die Hälfte sparen können!
Es gibt halt Menschen, denen Komfort und Qualität etwas wert sind. Wenn man einmal 800km am Stück gefahren ist, lernt man den Komfort eines teurerern Autos (inkl. Massagesitze) erst richtig kennen.