Hitze im steirischen Klassenzimmer: Grüne fordern Maßnahmen des Landes ein
Nur heiße Luft nach hitzigen Polit-Debatten? Grünen-Chefin Krautwaschl kritisiert, dass das Land keinen Hitzeplan für steirische Klassenzimmer vorlegt.

Auch wenn mit dem Herbst die schweißtreibenden Temperaturen in steirischen Klassenzimmern überstanden sind, macht Grünen-Chefin Sandra Krautwaschl die Hitze in steirischen Schulen noch einmal zum Thema. Denn: „Die Hitze ist vorbei, das Problem nicht!“ Trotz vieler grüner Initiativen im Landtag und ebenso vieler Debatten ebendort, habe die Landesregierung keinen verbindlichen Plan vorgelegt. „Abenteuerliche Vorschläge wie die Verschiebung der Sommerferien oder regulärer Unterricht im Schwimmbad lösen das eigentliche Problem nicht. Es ist höchste Zeit, endlich Vorsorge zu treffen – mit Maßnahmen, die unsere Schulen dauerhaft klimafit machen“, fordert die Grüne und warnt: „Diskutieren wir das Thema das nächste Mal erst wieder beim nächsten 35-Grad-Tag, haben wir ein weiteres Jahr verloren.“
Mit dem Hitzeschutzplan, den die Grünen vorgelegt haben, drängen sie auf eine landesweite Bestandsaufnahme der thermischen Belastung, einen Prioritätenplan für Investitionen, funktionierende außenliegende Beschattung, gezielte Förderung von Begrünung und Entsiegelung sowie verbindlichen Hitzeschutz bei Neu- und Umbauten. Die Landesregierung habe in ihren Stellungnahmen vieles davon als wirksam angesehen, doch schiebe das Land die Verantwortung an die Schulerhalter weiter und hält eine landesweite Bestandsaufnahme für organisatorisch und finanziell zu aufwendig.
Ruf nach Land als Hilfe für die Gemeinden
Krautwaschl sieht die Zuständigkeit auch bei den Schulerhaltern, also etwa auch den Gemeinden. Doch das Land müsse hier nach einer Bestandsaufnahme Projekte priorisieren und finanziell unterstützen. Der Verweis von Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ), es gäbe über die Bedarfszuweisungen Fördermöglichkeiten, verpuffe. Bei Schulprojekten bleibe wegen begrenzter Budgets vielfach immer noch der Hitzeschutz auf der Strecke.
Felix Mühlenfeld, Schüler am Grazer Pestalozzi-Gymnasium und bei der grünen Schülerorganisation Verde aktiv, verdeutlicht die Dringlichkeit: „Man hat uns letzten Sommer gesagt, wir sollen in kühlere Räume gehen, aber die gibt es bei uns eigentlich nicht.“ Vollbeschattung und eine wirksame Kühlung stehen auf der Wunschliste ganz oben. Auch die Landesschülervertretung habe in Gesprächen klar gemacht, dass Hitzeschutz aktuell ganz oben auf der Prioritätenliste stehe, sagt Krautwaschl: „Schülerinnen und Lehrkräfte sollen nächsten Sommer bessere Bedingungen vorfinden als heuer.“