Uni-Rektorin Pellert: „An Leistungsverzicht führt kein Weg vorbei“
Eine eigene Taskforce erarbeitet bis Jahresende Personalmaßnahmen. Für die Uni Klagenfurt bedeutet das jährliche Einsparungen von rund zehn Millionen Euro.

Die „sehr populistisch“ geführte Debatte um milliardenschwere Einsparungen im Bereich der Universitäten sei betrüblich, sagt die Rektorin der Universität Klagenfurt, Ada Pellert. Die rund zwei Milliarden Euro, die den Universitäten in Österreich fehlen, „lassen sich nicht einfach wegatmen“, so Pellert. Es handle sich dabei nicht nur um eine fehlende Inflationsanpassung, sondern auch nominell um eine Kürzung des Uni-Budgets, stellt Pellert klar – von 16,2 auf 16 Milliarden Euro in der kommenden Leistungsperiode von 2028 bis 2030.
Auf die Universität Klagenfurt kämen „ordentliche Einschnitte“ zu, warnt Pellert. Pro Jahr müssten etwa zehn der rund 90 Millionen Euro Budget eingespart werden. „Wir kommen nicht ums Stellenstreichen herum“, so Pellert. Ob tatsächlich 200 Stellen gekürzt werden, lasse sich noch nicht sagen: „Es geht um das Ausmaß von 200 Stellen, die uns im Budget fehlen.“ Sie erwartet jedenfalls massive Folgen für die externe Lehre und anstehende Besetzungen sowie große Probleme im wissenschaftlichen Nachwuchsbereich. Betroffen seien auch die für die Wirtschaft so wichtigen MINT-Fächer und die Robotik. Die Folgen etwa für die Industrie- und Innovationspolitik erkenne die Politik nicht, warnt Pellert: „Die Verknüpfung des Universitätssektors mit anderen Bereichen der Wirtschaft wird offenbar nicht verstanden.“
„Das ist unlauter“
Schon den Sommer über habe sie sich mit Führungskräften der Universität auf erhebliche Einschnitte vorbereitet. Eine eigene Budget-Taskforce sei eingesetzt worden, um „mit Hochdruck bis Ende des Jahres den Mix an Personalmaßnahmen“ zu erarbeiten. „An Leistungsverzicht führt kein Weg vorbei“, so Pellert, denn das Paket sei „zu groß, um nur übers Sparen zu reden. Das zu behaupten ist unlauter“.