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Land soll bei Musikschulen den Takt vorgeben

Steirischer Blasmusikverband fordert ein Ende des Fleckerlteppichs bei kommunalen Musikschulen. Kürzungen werden auch heißes Thema im Landtag.

© Kk
Erich Riegler (links im Bild) bei einer Jubiläumsfeier des Blasmusikverbands Liezen in St. Gallen
Wilfried Rombold
Redakteur Steiermark-Ressort

In der Debatte um die Kürzungen von Landesmitteln für das kommunale Musikschulwesen schaltet sich am Donnerstag auch der steirische Blasmusikverband ein. Mit mehr als 20.000 Musizierenden und 387 Kapellen sieht man sich als größter Bedarfsträger der heimischen Musikschulen. Landesobmann Erich Riegler, er ist auch Präsident des Österreichischen Blasmusikerverbands, spricht in einer Aussendung aber nicht explizit die vom Land bereits im laufenden Schuljahr gestrichenen Ausgleichszahlungen an die Gemeinden in der Höhe von 3,3 Millionen Euro an. Zentrale Forderung ist eine zentrale Steuerung des Musikschulwesens durch das Land.

„Wir sind auf eine hochwertige, leistbare und flächendeckende Ausbildung angewiesen“, hält Riegler fest. Die aktuelle Debatte über die Finanzierung des Musikunterrichts zeige die Notwendigkeit einer Reform. Derzeit verwalten mehr als 50 Gemeinden eigenständig die Dienstverträge der Lehrkräfte an den Musikschulen. Jede Änderung muss durch Gemeinderatsbeschlüsse abgesegnet werden. Eine Steuerung durch das Land würde Aufgaben bündeln und die kommunale Verwaltung entlasten. Auch für die Lehrkräfte ergebe sich dadurch weniger Aufwand und vor allem soziale Sicherheit, argumentiert der Blasmusikverband.

Mit über 20.000 ehrenamtlichen Musizierenden leistet die Blasmusik einen unverzichtbaren Beitrag zum steirischen Kulturleben.

— Erich Riegler, Obmann Steirischer Blasmusikverband

„Eine zentrale Steuerung führt auch zu mehr Planungssicherheit für die Politik, die Gemeinden, Musikschulen und Lehrkräfte sowie für die Bedarfsträger und Familien“, führt Riegler ins Treffen. Tarife und Förderbedingungen wären dann überall gleich, auch die Standards der musikalischen Ausbildung sollten im Zuge einer Reform vereinheitlicht und die Qualität des Unterrichts regelmäßig überprüft werden.

SPÖ und Neos befragen Landesrat Hermann im Landtag

Eine Reform der Musikschulförderung ist auch das erklärte Ziel des zuständigen Bildungslandesrates Stefan Hermann (FPÖ). Weil ein entsprechender Gesetzesentwurf seines Ressorts weiter auf sich warten lässt, wird Neos-Abgeordneter Robert Reif ihn am kommenden Dienstag im Landtag dazu befragen. Auch die SPÖ richtet an Hermann eine umfangreiche „Dringliche Anfrage“ zu dem Thema. Gleichzeitig sammeln die Roten über eine Online-Petition Unterschriften „gegen Kürzungen bei Sport, Musik und Ehrenamt“. Binnen 48 Stunden gab es bereits 6000 Unterzeichner, meldete die SPÖ am Mittwoch stolz. Damit ist das notwendige Quorum erreicht, um das Anliegen zur Stellungnahme an die Mitglieder des Landtags weiterzuleiten.

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