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Nach Aus von hohen Musikschul-Zahlungen: „Es ist nicht jeder ganz unschuldig“

Ausgleichszahlungen vom Land an Gemeinden fallen bereits in diesem Schuljahr weg. Dass diese teils so hoch sind, liege auch an den Dienstverträgen, wie der südoststeirische Bürgermeistersprecher betont.

© Musikschule St. Stefan im Rosental
Schülerinnen und Schüler der Musikschule St. Stefan im Rosental mit ihrem Direktor Karl Pfeiler bei einem Auftritt in Zagreb
Julia Schuster
Teamleiterin Regionalredaktion Feldbach

Das Sparbudget der blau-schwarzen Landesregierung trifft die Musikschulen in der Steiermark unterschiedlich. Wie berichtet, schießt das Land den Gemeinden künftig kein Geld mehr zu, um Kostenbeiträge für Musikschulen abzufedern.

„Der Entfall der Ausgleichszahlung trifft uns in St. Stefan im Rosental Gott sei Dank nicht so hart wie andere Schulerhalter-Gemeinden in der Steiermark. Sie haben nie viel bekommen, deshalb wird ihnen jetzt auch nicht viel weggenommen“, erklärt Karl Pfeiler, Musikschuldirektor von St. Stefan im Rosental. Warum die Ausgleichszahlung nie hoch gewesen wären? Pfeiler erklärt den Zustand mit der Gesamtschülerzahl, die bis dato noch zufriedenstellend sei.

Das steirische Musikschulmodell ist für ihn zwar von Erfolg geprägt: „In Bezug auf die Förderung ist man seitens des Landes allerdings nur sehr eingeschränkt bereit, adäquate Kosten vollständig mitzutragen. Der Ball wird mehr und mehr den Schulerhaltergemeinden zugespielt.“

© Musikschule St. Stefan im Rosental
Musikschuldirektor Karl Pfeiler spricht von einem Erfolgsmodell, kritisiert aber fehlende Bereitschaft des Landes, Kosten mitzutragen

Belastung für Gemeinde

Das unterstreicht Bürgermeister Johann Kaufmann: „Es freut uns alle nicht, dass das Modell, das das Land haben will und wir ja gerne mittragen, immer mehr in die Richtung geht, dass die Belastung für uns als Gemeinde höher wird und das Land sich abseilt. Das kann in Zukunft nicht so weitergehen.“ Durch die Streichung der Ausgleichszahlung erhöhen sich für die Gemeinde St. Stefan im Rosental die Gesamtkosten für ihre Musikschule um rund zehn Prozent.

Die Differenz sei in St. Stefan nicht so gewaltig, weil man seit jeher darauf geachtet habe, die Dienstverträge der Musikschullehrer tatsächlich an die Schüleranzahl und die Musikstunden anzupassen, sagt auch Kaufmann. Er betont, dass ein Problem eher jene Schulen mit vollbeschäftigten Lehrern und zu wenigen Schülern hätten, so der Bürgermeistersprecher für die Südoststeiermark: „Es ist nicht jeder ganz unschuldig.“

Einheitliche Tarife, kein Konkurrenzkampf

In Bezug auf die Elternbeiträge haben sich alle sechs öffentlichen Musikschulen im Bezirk (Bad Radkersburg, Fehring, Feldbach, Gnas, Mureck und St. Stefan im Rosental) abgesprochen, die vom Gemeindebund vorgeschlagene Valorisierung von 3,5 Prozent einheitlich zu übernehmen. Somit kommt es zu keinen unterschiedlichen Tarifen und keinem Konkurrenzkampf, wie Pfeiler erklärt.

Damit ist für Kaufmann auch klar, die Musikschulbeiträge im laufenden Schuljahr nicht zu erhöhen: „Das werden wir nicht machen. Wie es ab nächstem Herbst aussieht, kann ich noch nicht sagen.“

© Bea Fokus
Johann Kaufmann, Bürgermeister von St. Stefan im Rosental

Zu den Ausgleichszahlungen

Das Land Steiermark stellte 2019 die Finanzierung der Musikschulen von einer personalbezogenen auf eine schülerbezogene Förderung um. Die Ausgleichszahlungen sollten Gemeinden, die durch die Neuregelung finanzielle Nachteile erlitten, dabei helfen, diese abzufedern. Nun wird der Ausgleich eingestellt.