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Neues Buch: Grazer Kunstsammlung ist wie „Äpfel und Birnen“

Ein 456 Seiten starkes Buch dokumentiert die Kunstsammlung der Stadt Graz. Druckfrisch im Buchhandel – und am Samstagvormittag auch am Bauernmarkt.

Präsentierten das neue Buch über die Kunstsammlung Graz: Bernadette Mußbacher, Claudia Unger, Anna Döcker, Markus Waitschacher, Birgit Kulterer und Michael Grossmann mit „Äpfel und Birnen“ in gedruckter und in Obst-Form. Das Bild dahinter, Alfredo Barsuglias „Memories of Iridescent Bubbles“ (2014), hängt als Leihgabe der Kunstsammlung im Büro von Stadträtin Unger
© Stadt Graz
Präsentierten das neue Buch über die Kunstsammlung Graz: Bernadette Mußbacher, Claudia Unger, Anna Döcker, Markus Waitschacher, Birgit Kulterer und Michael Grossmann mit „Äpfel und Birnen“ in gedruckter und in Obst-Form. Das Bild dahinter, Alfredo Barsuglias „Memories of Iridescent Bubbles“ (2014), hängt als Leihgabe der Kunstsammlung im Büro von Stadträtin Unger
Nina Müller
Bundesland Steiermark | Graz

Das Bild, unter dem das druckfrische Buch vorgestellt wird, gehört natürlich auch dazu: Alfredo Barsuglias Gemälde „Memories of Iridescent Bubbles“ (2014) hängt als Leihgabe im Büro von Kulturstadträtin Claudia Unger (ÖVP), wie u. a. auch ein Bild von Maria Legat und eines von Herbert Brandl. Sie gehören zu den rund 500 Bildern, die aus dem Depot in Ämter, Büros und Sitzungssäle verliehen werden können.

Insgesamt umfasst die Kunstsammlung der Stadt Graz 3430 Kunstwerke, die seit 1905 systematisch angekauft wurden. Zu einer Entdeckungsreise lädt jetzt „Äpfel und Birnen“ ein, das neue und 456 Seiten starke Buch, das am Samstag (9 bis 12 Uhr am Kaiser-Josef-Markt) zum Sonderpreis erhältlich ist. Zwei Jahre lang hat die Sammlungsleiterin Birgit Kulterer mit ihrem Team (Bernadette Mußbacher, Anna Döcker, Markus Waitschacher) intensiv daran gearbeitet, das Vermischte und Unvergleichbare (deshalb der Obst-Vergleich) der Sammlungsinhalte zu zeigen. Auf den ersten Seiten dokumentiert man die Veranstaltungen zur öffentlichen Präsentation der Sammlung – 2021 bei einer Schnitzeljagd im Grazer Villenviertel (Alfredo Barsuglia), 2022 bei einer Volksfest-Installation am Karmeliterplatz (Zweintopf), 2023 bei der Rundgangsreihe „Kunst öffnet Türen“ im Rathaus und Magistrat und 2024 mit einer Erkundungsperformance von Navaridas & Deutinger im Kunstdepot.

Im zweiten Kapitel treten ausgewählte Kunstwerke in einen Dialog – wie zum Beispiel ein Porträt Katharina Pratos aus dem Jahr 1846 von Thomaš und das Meditationsbild 1 (Chris Lohner) aus dem Jahr 1994 von Veronika Dreier. „Wir haben keine kunsthistorischen Texte verfasst, sondern uns freudvoll auf die Suche nach Verbindungen gemacht“, sagt Kulterer.

Der dritte Teil, für den Bernadette Mußbacher verantwortlich zeichnet, widmet sich der noch unerforschten Geschichte der Sammlung, die man hier erstmals erzählen kann – dazu entsteht parallel gerade eine Masterarbeit zur Provinienzforschung, an der gerade eine Studentin aus Bonn schreibt.

Derzeit kann die Sammlung, die ja allen Grazerinnen und Grazern gehört, nicht erweitert werden: Bis vor zwei Jahren hatte es noch 100.000 Euro Budget im Jahr gegeben, dann wurde ein Ankaufstopp verhängt. Der Aufgabe, das Kunstschaffen in der Stadt zu bewahren und zu zeigen, kann derzeit daher nicht nachgekommen werden. Ein Verkauf von Bildern, um neue ankaufen zu können, ist aber kein Thema: „Die Aufnahme in die Sammlung geht mit dem Versprechen der Bewahrung einher“, sagt Kulturamtsleiter Michael Grossmann. Zudem sei Kunsthandel nicht die Aufgabe der Stadt – und man könne es nicht ausnutzen, dass es für die städtische Kunstsammlung manchmal auch Sonderpreise seitens der Künstlerinnen und Künstler gibt.

Übrigens: Was die "verleihfähigen“ Bilder angeht, so herrschte vor allem um eines das größte G‘riss: das wertvolle Gemälde „Die Wäscherinnen“ von Wilhelm Thöny, das 2023 eine Seniorin der Stadt Graz schenkte. Es hängt mittlerweile im Büro von Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ).

Äpfel & Birnen – die Kunstsammlung der Stadt Graz

Herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Graz, erscheint am 1. Oktober beim Verlag für moderne Kunst.

456 Seiten, 35 Euro; ISBN 978-3-99153-235-4

Buchpräsentation am 3. Oktober von 9 bis 12 Uhr am Kaiser-Josef-Platz, bei Schlechtwetter im Rathaus (Baumkircherzimmer im 2. Stock). Keine Anmeldung notwendig; Bücher können zum stark vergünstigten Sonderpreis gekauft werden.

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