Wie man nächster Rektor der Montanuniversität Leoben wird
Die Suche nach dem kommenden Rektor der Montanuniversität Leoben für die Funktionsperiode ab Oktober 2027 hat begonnen. In einem launigen Posting auf Instagram erklärt die ÖH Leoben das Procedere.

Der 1. Oktober 2027 ist zwar nicht schon übermorgen, sondern erst in einem Jahr. Der Prozess zur Findung eines neuen Rektorats der Montanuniversität Leoben, das dann seine Arbeit aufnehmen wird, startete aber schon jetzt. So ist auch die entsprechende Ausschreibung erfolgt, die am Beginn eines sehr komplexen Prozesses steht. Die Funktionsperiode von Rektor Peter Moser und seinem Rektorat dauert noch bis Ende September 2027.
Nun machte die ÖH Leoben mit einem launigen Posting auf Instagram auf das Thema Findungsprozess für das neue Rektorat ab kommendem Jahr aufmerksam. Mit einem Augenzwinkern nach dem Motto „Willst du vielleicht Unirektor werden?“ wird erklärt, welche Schritte bis zur Neuwahl des Rektorats nötig sind.

Die Fragen, wie ein Rektorat zustande kommt, welche Akteure sich an der Wahl beteiligen, und wie sie zusammenspielen, werden im Posting der ÖH Leoben in fünf Folien kurz, bündig und gut verständlich dargestellt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Prozess für viele Studierende überhaupt nicht greifbar ist“, erklärt ÖH-Vorsitzende Anna Amerer die Beweggründe für das Posting.
Vorlauf von einem Dreivierteljahr
Immerhin sei die Findung des neuen Rektorats ein Vorgang, der ein gutes Dreivierteljahr dauert: „Und es sind viele Dinge, die dabei ineinandergreifen.“ Eine der Herausforderungen bei der Darstellung in dem Posting sei gewesen, die User nicht zu „überfordern“: „Wenn auf Social Media ein Satz länger ist, wird er oft nicht bis zum Ende gelesen“, spitzt es Amerer zu.

In diesem Sinne sind die Folien in dem Posting der ÖH Leoben einfach gegliedert, ohne die Sachlage zu verkürzen. Zuerst werden die Akteure aufgelistet, die wichtig sind bei der Findung des neuen Rektorats. Zunächst gibt es da den Universitätsrat: Er ist der ‚Aufsichtsrat‘ einer Universität und besteht aus zwei Entsandten der Bundesregierung, zwei Entsandten des Senats und einer weiteren Person, auf die sich diese vier einigen.
Eigene „Findungskommission“
Dazu kommt der Senat, das „Parlament“ einer Universität: In ihm sind 13 Professorinnen und Professoren, sechs wissenschaftliche Bedienstete, eine Person des allgemeinen Personals und sechs Studierende vertreten. Die dritte Säule ist die „Findungskommission“ – sie gründet sich für die Suche nach dem nächsten Rektorat.
In der Findungskommission sitzen zwei Personen aus dem Universitätsrat, dazu zwei Personen aus dem Senat – in beiden Fällen aber zumindest der oder die Vorsitzende – sowie eine Person, auf die sich diese vier einigen. Die Findungskommission gründet sich, überprüft die Bewerbungen und sucht aktiv nach Kandidatinnen und Kandidaten.
Öffentliches und internes Hearing
Danach übermittelt die Findungskommission dem Senat die drei aus ihrer Sicht am besten geeigneten Kandidaten. Jene, die der Senat letztlich dazu einlädt, unterziehen sich im November einem öffentlichen und einem internen Hearing. Es sei vielen nicht bekannt, dass ein Teil dieses Hearings öffentlich zugänglich ist, erzählt Amerer.
Generell wird die Stelle des Rektors oder der Rektorin ausgeschrieben. Bewerben können sich alle, die die vorgegebenen Kriterien erfüllen. Auch Personen aus dem aktuellen Rektorat dürfen sich bewerben. Nach Abschluss der Hearings unter Berücksichtigung des Dreiervorschlags der Findungskommission kann der Senat drei Kandidatinnen und Kandidaten nach Eignung reihen und dem Universitätsrat übermitteln.

Rektor sucht sich Stellvertreter
Dieser entscheidet im Dezember über den Dreivorschlag des Senats, wobei er sich nicht an dessen Reihung halten muss. Nach der Wahl des Rektors oder der Rektorin, sucht dieser oder diese ein Vizerektoren-Team und schlägt dieses dem Universitätsrat vor. An der Montanuniversität Leoben gibt es zwei Vizerektorinnen und zwei Vizerektoren.
Die Anforderungen an den neuen Rektor sind in der Ausschreibung zu sehen: Gesucht wird etwa eine „Persönlichkeit mit hoher Führungs- und Organisationskompetenz, die die Entwicklung und Profilbildung der Universität stärkt und weiterbringt.“ Erwartet werden zukunftsweisende Visionen, Strategien und Ziele – besonders in Hinblick auf die Herausforderungen der technischen Universität.