Wieso sich der Baustart der Judenburger Burggasse weiter verzögert
Der Umbau der Judenburger Burggasse kommt später als geplant. Trotz der neuerlichen Verzögerungen soll der Fertigstellungstermin halten. Weitere Themen im Gemeinderat: Verkauf der Wohnungen und Stadtwerke-Vorstandsgagen.

Erneut verzögert hat sich der Start der Burggassensanierung. „Wann es denn nun losgeht?“, wird Judenburgs Bürgermeisterin Elke Florian (SPÖ) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gefragt. Die Antwort lautet 5. Oktober.
Ursprünglich sollte die Umsetzung des Großprojekts bereits im Mai starten. Zu Verzögerungen kam es nach einer Beschwerde einer Baufirma im Zuge des Vergabeverfahrens (wir berichteten). Es erfolgte eine Neuausschreibung. Nachdem dieses Verfahren ohne Einspruch abgelaufen war, rechnete man mit einem Baustart im August. Doch auch daraus wurde nichts.
Kosten und Zeitrahmen
Diesmal liege die Verzögerung an der bauausführenden Firma, wie es bei der Sitzung hieß. „Wie soll sich das mit dem geplanten Fertigstellungstermin ausgehen?“, fragt Mandatar Roland Gall von der Liste Jung. Er fürchtet, dass die ausgemachten Preise steigen, sollte der Zeitrahmen nicht eingehalten werden können.
Geplante Fertigstellung ist September 2027. „Dieser Termin soll halten“, versichert die Projektverantwortliche und Leiterin der Abteilung Infrastruktur, Sabine Haßler. Dies würde ebenfalls in der Verantwortung der Auftragnehmerin liegen – und etwa durch den Einsatz zusätzlichen Personals auf der Baustelle ermöglicht werden. Mit einer Kostensteigerung sei nicht zu rechnen (rund 2,7 Millionen Euro).
Betriebe und Baustelle
Das Thema Zufahrten zu den Betrieben, Lieferverkehr und dergleichen während der Arbeiten spricht Gemeinderat Günther Sorko (ÖVP) an. „Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es gerade für die Wirtschaftstreibenden essenziell ist, die Zufahrten während und nach den Arbeiten zu gewährleisten. Daran arbeiten wir“, so die Bürgermeisterin.
Verkauf der Wohnungen
Über den aktuellen Stand des geplanten Verkaufs der Gemeindewohnungen erkundigt sich KPÖ-Gemeinderat Rene Windegger: „Gibt es schon Interessenten?“ Elke Florian verweist auf die Verschwiegenheitspflicht in der Sache. Nicht, weil man die Mieter nicht informieren möchte, sondern damit kein Wettbewerbsnachteil entsteht. Mittlerweile wurden alle Wohnungen einer Bewertung unterzogen.
Bekenntnis zu den Stadtwerken
Auch die Stadtwerke Judenburg waren Thema. Wie berichtet, empfahl der Landesrechnungshof eine Reduktion bei den Vorstandsgagen. Der Gemeinderat verabschiedet einstimmig eine Resolution, in der er sich „ausdrücklich zur transparenten und zukunftsorientierten Fortsetzung des erfolgreichen Weges der Stadtwerke bekennt“. Gleichzeitig wird angeregt zu prüfen, ob künftig angepasste Rahmenbedingungen für Verträge gemeindenaher Unternehmen sinnvoll wären.
