Phillipp Mwene als Erlöser: Ein unerwarteter Hauptdarsteller
Der Wiener erzielte gegen Israel in letzter Minute sein erstes Tor im Nationalteam mit dem Knie. Was er zu diesem Treffer sagt.
Es ist nicht so, dass Phillipp Mwene gar nicht weiß, wo das Tor steht. Für Kaiserslautern hat er in der 2. deutschen Bundesliga sogar einmal vier Treffer in einer Spielzeit erzielt, für PSV Eindhoven deren drei in der Ehrendivision.
Die große Heldengeschichte eines torgefährlichen Außenverteidigers lässt sich anhand des 32-Jährigen jedoch nicht erzählen. Für seinen Arbeitgeber Mainz 05 trifft er pro Saison relativ verlässlich ein Mal. Dieser Treffer steht heuer bereits seit Anfang September auf dem Konto, als er gegen den Hamburger SV netzte.
Erstes Tor im 33. Länderspiel
Trotzdem ist es so, dass tendenziell kaum jemand den Namen Phillipp Mwene genannt hätte, wenn man prophezeien hätte müssen, wer Österreich gegen Israel mit einem Tor in letzter Minute auf die Siegerstraße einbiegen lässt. Denn im Nationalteam ist der Wiener in diesem Moment das erste Mal überhaupt als Torschütze auffällig geworden, und das im bereits 33. Länderspiel.
Also, ich bin jetzt auch kein Torjäger. Ich weiß nicht, ob ich es technisch richtig gemacht habe, aber es hat funktioniert.
— Phillipp Mwene
„Das Gefühl kommt nicht so oft vor. Ich freue mich riesig über mein erstes Tor – auch, dass es ein so erlösendes Tor war“, strahlte Mwene, der eine Vorlage von Paul Wanner über die Linie drückte: „Ich habe gesehen, wie Pauli nach innen zieht. Er kann diese Bälle einfach spielen. Ich bin dann durchgelaufen und war eigentlich selbst überrascht, dass der Ball so perfekt kommt.“
Selbstironisch stellte er wieder einmal fest, dass er nicht der geborene Stürmer ist: „Ich habe einfach mein Knie hingehalten und er ist reingegangen. Also, ich bin jetzt auch kein Torjäger. Ich weiß nicht, ob ich es technisch richtig gemacht habe, aber es hat funktioniert.“
Schon das Debüt war gegen Israel
Dies war der vorentscheidende Treffer zum 2:1, Sasa Kalajdzic besorgte in der Nachspielzeit sogar noch den Endstand zum 3:1. Viel investiert und sich letztlich doch noch dafür belohnt zu haben, fühlte sich laut Mwene sehr gut an: „Es ist auch eine Bestätigung für unseren Aufwand.“
Für den Torschützen schloss sich in gewisser Hinsicht ein Kreis. Anfang September 2021 feierte er in Israel sein A-Team-Debüt, es sollte sein einziges Länderspiel unter Ex-Teamchef Franco Foda bleiben. Nun gelang der erste Treffer gegen denselben Kontrahenten. „Das erste Spiel gegen Israel war nicht so erfolgreich, wir haben auswärts 2:5 verloren. Aber das erste Tor fühlt sich natürlich super an.“
Der Teamspieler mit den meisten Länderspielen ohne eigenen Torerfolg ist übrigens Ex-Sportdirektor Peter Schöttel mit 63 Matches, gefolgt von Stefan Ilsanker mit deren 61.