„Wir waren klar besser als bei der WM“
Die Protagonisten des Nationalteams waren mit der Leistung beim 3:1-Sieg gegen Israel größtenteils zufrieden. Besonders die Wechselspieler wurden gelobt.
Groß war die Erleichterung bei den ÖFB-Akteuren nach dem 3:1-Arbeitssieg zum Auftakt in die Nations League gegen Israel. Trotz einer langen Überzahl taten sich die Spieler lange schwer, Lösungen gegen stark verteidigende Gäste zu finden. Erst kurz vor Schluss trafen Phillipp Mwene und Sasa Kalajdzic doch noch zum Sieg. „Gott sei Dank haben wir das Spiel gewonnen. Grundsätzlich war es wichtig, dass wir das zweite Tor geschossen haben, das dritte Tor war eine Draufgabe“, sagte der LASK-Stürmer, der als Einwechselspieler eine starke Leistung zeigte. Nach einem schweren Start fand das Team immer besser ins Spiel. „In der ersten Hälfte der ersten Halbzeit haben wir uns schwergetan, in der zweiten Hälfte waren wir dann gut im Spiel“, sagte Kalajdzic. Besonders ärgerte er sich über das Gegentor: „Das war unnötig, die haben eine Chance und machen ein Tor.“
Auch Trainer Ralf Rangnick war mit der Leistung zufrieden und hob besonders die Defensive hervor: „Es war ein einziger Ball im ganzen Spiel, der auf unser Tor ging. Da haben wir uns nicht gut verhalten. Ansonsten haben wir nichts zugelassen. Ich finde, dass wir ab der 30. Minute mehr Zugriff im Spiel hatten, zum Schluss wurde es ein Wettlauf gegen die Uhr. Es ist wichtig, dass wir die Tore gemacht haben. Wir hatten davor schon einige gute Möglichkeiten und hätten das Tor schon früher erzielen können. Ich finde, heute hat es gescheppert. Gegen den Ball waren wir klar besser als bei der WM.“
Besonderes Lob erhielten die Einwechselspieler Kalajdzic, Paul Wanner, Christoph Lang, Sascha Horvath und Carney Chukwuemeka. „Ich will nicht über die reden, die gefehlt haben, sondern über die, die da waren. Im Training gab es bereits eine gute Energie und auch im Spiel ist keiner abgefallen. Ganz im Gegenteil, sie waren an fast allen Toren beteiligt“, erklärte Rangnick. Horvath, der mit 30 Jahren in seinem Heimstadion sein Debüt im Nationalteam feierte, freute sich ebenso: „Es ist richtig cool. Im eigenen Stadion sein Debüt feiern, dann noch zusammen mit ‚Langi‘ eingewechselt zu werden, schöner geht es nicht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit 30 noch einmal nervös werde.“ Auch Romano Schmid, der die Verantwortung übernahm und den Elfmeter zum 1:0 versenkte, hatte großes Lob für die Joker übrig: „Wenn man die späten Tore hernimmt, war es natürlich ein schwieriger Sieg. Wir haben ordentliche Chancen gehabt, waren im letzten Drittel aber oft zu unsauber. Die Wechsel haben dann aber gefruchtet.“
Inwiefern sich die Einwechselspieler für einen Startelfeinsatz am Sonntag gegen den Kosovo empfohlen haben, ließ Rangnick noch offen: „Jetzt ist einmal ein Spielersatztraining, dann werden wir uns das alles anschauen.“
Auch Themen abseits des Sportlichen spielten in Linz eine Rolle. Zum einen musste Michael Gregoritsch, der erstmals Kapitän war, schon früh ausgewechselt werden. „Er ist umgeknickt, ich kann noch nichts konkretes sagen“, erklärte Rangnick. Auch zum fixen Wechsel David Alabas zu Udinese äußerte sich der Teamchef: „Er hat dort die Möglichkeit, regelmäßig zu spielen. Wann er wieder fürs Nationalteam Thema wird, weiß ich nicht, er soll in Italien ankommen und dort regelmäßig spielen.“ Zu guter Letzt gibt es auch in Sachen Sportdirektor Neuigkeiten. Noch in diesem Jahr soll der Nachfolger von Peter Schöttel präsentiert werden. „Das Anforderungsprofil ist gerade in der finalen Entstehung“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll.
