Laurena darf doch zur Schule: „Danke an die Politik für diese Lösung“
Gute Nachrichten aus Stadl an der Mur im Bezirk Murau: Das beeinträchtigte Mädchen Laurena (7) kann nach langem Ringen im Nachbarbundesland Salzburg zur Schule gehen.

„Uns fällt ein Stein vom Herzen, ich möchte der steirischen Landesregierung großen Dank aussprechen, dass diese Möglichkeit für unsere Tochter eröffnet worden ist.“ Vater Martin Feuchter klingt am Donnerstagnachmittag auf der Heimfahrt von Graz am Telefon überglücklich. Mit ihm im Auto sitzt Johannes Rauter, Bürgermeister von Stadl-Predlitz: „Es war ein steiniger Weg, aber alle Beteiligten haben guten Willen gezeigt und wir haben es geschafft.“ Die beiden sind während der Rückfahrt noch voll von Eindrücken von einem Termin mit Bildungslandesrat Stefan Hermann und Beamten des Landes und der Bildungsdirektion.
Gesetzliche Hürden
Grund für die Freude: Die siebenjährige Laurena darf nun doch die Allgemeine Sonderschule in Tamsweg besuchen. Wie berichtet, ist die Tochter von Martin und Birgit Feuchter aufgrund einer Erbkrankheit geistig und körperlich behindert. Laurena braucht dringend eine Schulassistenz, die das Land Steiermark jedoch aufgrund gesetzlicher Hürden nicht finanzieren konnte. Somit wäre ein Schulbesuch im nahen Tamsweg nicht möglich gewesen, weil es im Nachbarbundesland Salzburg liegt. Die Familie hätte auf eine viel weiter entfernte oder weniger geeignete Schule ausweichen müssen.

Man habe eine Lösung gefunden, die Laurena den Besuch der Sonderschule Tamsweg samt notwendiger Schulassistenz ermöglicht, teilten Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ) und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) am Donnerstag in einer Aussendung mit. „Laurena soll jene Schule besuchen können, die ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Eine Landesgrenze soll dabei kein unüberwindbares Hindernis darstellen”, so die beiden.
Schulstart für Laurena steht bevor
Stefan Hermann bedankt sich bei allen, die an dieser Lösung mitgearbeitet haben. Man werde nun alle organisatorischen Schritte für den Schulstart in Tamsweg in die Wege leiten. Der erste Schultag für Laurena wird der 7. Oktober sein, bis dahin befindet sie sich auf Reha.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom, die aus Laurenas Heimatbezirk Murau kommt, zeigt sich glücklich mit der Lösung. Der Fall zeige aber: „Wir brauchen bundesweit klare Regeln, damit Familien in Grenzregionen künftig nicht durch unterschiedliche Zuständigkeiten und Finanzierungssysteme vor unnötige Hürden gestellt werden.“ Das Wohl des Kindes müsse im Mittelpunkt stehen.
Bürgermeister Johannes Rauter (ÖVP) bedankt sich bei allen Parteien: „Wir waren am Dienstag im Landtag und haben wahrgenommen, dass alle an einer guten Lösung interessiert waren.“



