Kärntner Gemeinde rüstet sich mit Millionen vor trockenen Zeiten
Die Gemeinde Albeck investiert massiv in die Wasserversorgung. Mit einer Investition von 1,3 Millionen Euro möchte man sich vor künftigen Trockenperioden schützen.

Das Thema Wasser war in den vergangenen Monaten ein ständiger Begleiter in Kärnten, insbesondere in den Bezirken St. Veit und Feldkirchen. Aus wenig Niederschlag und viel Hitze wurde ein Cocktail, der vielen Gemeinden in der Region Probleme bereitet hat. Das galt laut Wilfried Mödritscher allerdings nicht für Albeck. „Wir hatten Ende August eine der trockensten Phasen. Ich bin abends, wenn am meisten Wasser verbraucht wird, zum Hochbehälter gefahren. Aus dem Überlauf ist es geronnen, und wenn es dort rinnt, haben wir noch 125 Kubik Wasser angestaut“, erzählt der ÖVP-Bürgermeister.
Während andere Kommunen mit der Trockenheit zu kämpfen hatten, gab es in Albeck also keine Schwierigkeiten. Damit das auch in Zukunft so bleibt, investiert die 940-Seelen-Gemeinde aktuell rund 1,3 Millionen Euro in die Wasserversorgung.
Erste Bauphase abgeschlossen
Das gesamte Projekt, das aus zwei Bauabschnitten besteht, begann Ende August des Vorjahres. Die Arbeiten für die erste Bauphase haben zu diesem Zeitpunkt Fahrt aufgenommen. Im Rahmen dieser wurden unter anderem die Fassungen der Senitzaquellen saniert, ein neuer Quellsammelschacht sowie ein neuer Hochbehälter errichtet. „Als dieses Quellgebiet 1973 erschlossen wurde, wurde kein Hochbehälter gebaut, also hatten wir keine Speichermöglichkeit. Nun ist das anders“, schildert der Gemeindechef. Dieser habe nun ein Fassungsvermögen von 50 Kubik, seit Weihnachten 2025 ist er in Betrieb.
Der Behälter sei außerdem so angelegt, dass auch das höchstgelegene Versorgungsgebiet „mit Schwerkraft“ versorgt werden könne. „Er liegt höher als die zu versorgenden Objekte auf etwa 960 Metern Seehöhe“, weiß Mödritscher. „Wenn es einen Stromausfall gibt, gibt es also mit dem Wasser keine Probleme.“
Zweite Bauphase beginnt noch im September
Für den zweiten Bauabschnitt habe man sich bereits mit den Grundbesitzern geeinigt. Die notwendigen Verträge sollen demnächst unterschrieben werden. „Wir rechnen mit einem Baubeginn am 28. September.“ Ursprünglich war geplant, mit der zweiten Bauphase erst 2028 zu beginnen. „Es wurde aber im ersten Bauabschnitt kostengünstig gearbeitet, sodass dieser nur etwa 700.000 Euro kostet“, meint der Bürgermeister. Erste Kalkulationen beliefen sich auf 900.000 Euro.

Phase zwei umfasst Arbeiten im Bereich der Scheiber- und Priess-Duller-Quellen. Dort wird der alte Hochbehälter, der aus dem Jahr 1939 stammt, außer Betrieb genommen und durch einen neuen ersetzt. „Es ist im Grunde die gleiche Sanierung wie bei den Senitzaquellen.“ Der Behälter dort werde rund 125 Kubik fassen können. „Spätestens mit Herbstbeginn 2027“ soll das Vorhaben fertiggestellt sein. Beim zweiten Bauabschnitt rechne man mit Kosten in Höhe von 600.000 Euro.
25 Prozent der Gesamtsumme von 1,3 Millionen Euro stammen vom Bund, etwa 20 Prozent kommen aus einem Wasserwirtschaftsfonds-Darlehen des Landes. Dieses müsse die Gemeinde in 25 Jahren zurückzahlen.
Nachtragsgebühr sorgte für Aufregung
Im Vorfeld des Projektes kam es unter den Gemeindebürgerinnen und -bürgern zu einigen Diskussionen. Für die Sanierung musste jeder einen einmaligen Betrag zahlen, eine sogenannte Nachtragsgebühr in Höhe von 1900 Euro pro 100 Quadratmeter. „In der Vergangenheit wurden keine Rücklagen gebildet. Wenn man die Gebühren früher erhöht hätte, hätte man sich das ersparen können“, erklärt Mödritscher.
Für die Albeckerinnen und Albecker sei das zwar eine Belastung gewesen, aber: „Die Leute wurden früh informiert, sie konnten sich also darauf vorbereiten.“ Einige hätten sich daher auf dem Gebührenkonto bereits etwas angespart. „Und wer es sich nicht sofort leisten konnte, dem wurde die Möglichkeit einer Ratenzahlung angeboten. Ich glaube aber nicht, dass wir jemanden überfordert haben. Die Leute sind mittlerweile stark sensibilisiert, was dieses Thema angeht und wissen, wie wichtig Wasser ist.“

Der Grund für die großangelegte Wasserversorgungsoffensive ist einfach erklärt: „Unsere Wasserversorgung ist in die Jahre gekommen, manche Teile sind über 80 Jahre alt. Es musste etwas getan werden“, ist Mödritscher überzeugt. „Für mich ist Wasser einer der wichtigsten Punkte. Ohne eine funktionierende Versorgung leidet die Lebensqualität enorm.“ Mit den neuen Systemen habe man sich qualitativ und quantitativ für die Zukunft gerüstet. Auch das Eindringen von Colibakterien soll künftig dadurch verhindert werden.