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Hagel richtete 150.000 Euro Schaden in Mittelkärnten an

Es kam die Hitze, die Dürre und dann auch noch der Hagel. Die Mittelkärntner Bauern haben es heuer nicht leicht. Der kürzliche Hagel richtete 150.000 Euro Schaden an.

Eine Wiese, sie ist bedeckt mit so vielen Hagelkörnern, dass es wie eine dünne Schneeschicht aussieht.
© KK/ÖHV
Im Gurktal kam es zu großen Hagelschäden
Dorian Wiedergut
Redakteur Regionalredaktion St. Veit/Feldkirchen

Das Jahr 2026 ist ein Jahr der Wetterextreme. Der Sommer war geprägt von Hitzewellen, Dürreperioden und vertrockneten Feldern. Als ein Licht am Ende des Tunnels in Sicht war und Niederschlag die Umwelt stärken sollte, wurde ein Unwetter daraus. Wie verheerend das Ausmaß der heurigen Naturkapriolen war, weiß die Österreichische Hagelversicherung (ÖHV).

Es war der 31. August, der Tag, an dem das Hagelunwetter über Südösterreich fegte. Hauptsächlich betroffen war in Mittelkärnten der Bezirk St. Veit. Besonders in den Gemeinden Metnitz, Friesach und Straßburg entstanden Schäden am Grünland und Silomais. Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft beläuft sich auf 150.000 Euro. „Für die Landwirtschaft war das gesamte Jahr 2026 sehr fordernd. Begonnen damit, dass aufgrund fehlender Niederschläge im Winter die Winterfeuchte fehlte. So waren viele Kulturen bereits im Frühjahr einem Trockenstress ausgesetzt, hinzu kommt der heißeste Sommer der Messgeschichte“, erklärt Magdalena Hofer von der Österreichischen Hagelversicherung. In der 169-jährigen Messgeschichte der GeoSphere Austria gab es in den ersten acht Monaten eines Jahres noch nie so wenig Niederschlag wie im Jahr 2026. Unter der anhaltenden Trockenheit und Hitze litten insbesondere das Grünland und Kulturen wie Mais, Soja, Kartoffeln und Kürbisse.

Wilfried Mödritscher von der Landwirtschaftskammer Kärnten
© Markus Traussnig
Wilfried Mödritscher von der Landwirtschaftskammer Kärnten

Genau wegen solcher Wetterextreme rät die Landwirtschaftskammer (LK), eine dementsprechende Versicherung abzuschließen. „Wir sehen, dass es immer wichtiger wird. Das unternehmerische Risiko, das jeder ohne Versicherung trägt, ist mittlerweile so hoch, dass es nicht mehr vertretbar ist, keine abzuschließen“, erklärt Wilfried Mödritscher, Leiter der LK-Außenstelle Feldkirchen. „Auch jeder Autofahrer ist froh, wenn er keinen Unfall hat und zahlt die Versicherung trotzdem – so auch der Landwirt.“

Auch jeder Autofahrer ist froh, wenn er keinen Unfall hat und zahlt die Versicherung trotzdem – so auch der Landwirt.

— Wilfried Mödritscher, Landwirtschaftskammer

In Kärnten sind mittlerweile knapp 90 Prozent der Ackerbauern gegen die Risiken Hagel und Dürre versichert. Im Grünland sind rund 50 Prozent gegen Hagel versichert, eine Dürreversicherung haben rund 30 Prozent der Grünlandbauern abgeschlossen. Die beiden Mittelkärntner Bezirke, so wie auch die Gemeinden, wurden im heurigen Jahr gleichermaßen von der Rekorddürre getroffen. In Kärnten entstand aufgrund der Dürre ein Gesamtschaden in der Landwirtschaft in Höhe von 70 Millionen Euro.

Bewässern nicht überall sinnvoll

Neben einer Hagelversicherung gibt es nicht viele Vorkehrungen, die ein Landwirt treffen kann. „Die Klimakrise rollt mit einer derartigen Geschwindigkeit über uns, dass die Zeit für Anpassungen zu kurz ist. Natürlich sind die Landwirte bemüht, sich anzupassen, aber gegen solche Ereignisse in immer kürzer werdenden Abständen, wird es schwierig, mitzuhalten“, sagt Mödritscher.

Beim Saatgut würde die Entwicklung von hitzeresistenten Sorten noch Zeit in Anspruch nehmen. „Eine Bewässerung ergibt auch nur da Sinn, wo die Wirtschaftlichkeit dementsprechend hoch ist.“ So wäre zum Beispiel eine Bewässerung im Weidegebiet nicht durchführbar. „Dort, wo es möglich ist, werden die Landwirte sowieso Anpassungen an das Klima vornehmen.“

Weideflächen zu bewässern, ist nur schwer umsetzbar und wirtschaftlich nicht tragbar
© KK/IG Milch
Weideflächen zu bewässern, ist nur schwer umsetzbar und wirtschaftlich nicht tragbar

Auch Siegfried Huber, Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten, pflichtet bei: „Ich kann nach den zwei Jahren Dürre und Unwettern nur jedem empfehlen, sich zu informieren, Angebote einzuholen und eine Risikovorsorge zu machen. Wir haben in den letzten zwei Jahren gesehen, dass der Klimawandel existiert und wissen nicht, was nächstes Jahr auf uns zukommt. Man kann nur versuchen, das Risiko so gering wie möglich zu halten.“