„Gaulhoferhaus“: Gericht kippt Bescheide der Gemeinde Ilz
Entscheidung zugunsten der Grünen in der Causa „Gaulhoferhaus“ in Ilz. Das Landesverwaltungsgericht gab ihnen in allen Beschwerdepunkten recht. Nun könnte die Gemeinde Informationen freigeben, wenn sie nur wollte.

Unverändert werfen die ausgeuferten Baukosten und die im Raum stehende Summe von rund 11 Millionen Euro rund um das Gaulhoferhaus in Ilz Fragen auf. Bis heute herrscht keine Klarheit darüber, wie es so weit kommen konnte – und warum Teile des Projekts noch immer Mängel aufweisen. Der Prüfungsausschuss der Gemeinde unter Leitung von Rosi Jörger (Güne), hatte 2025 einen Aufarbeitungsprozess angestoßen. Gemeinde und Bürgermeister Stefan Wilhelm (ÖVP) stellten sich bislang jedoch quer.
Jetzt urteilte das Landesverwaltungsgericht, dass mit den Informationen rund um das Gaulhoferhaus anders umgegangen werden muss. Vorausgegangen war eine IFG-Anfrage (Informationsfreiheitsgesetz) der Grünen, in der Sandra Krautwaschl detaillierte Auskünfte zu Kostenüberschreitungen, Verträgen, Zahlungen, Baumängeln und möglichen Haftungsfragen forderte.
Grüne forderten Transparenz – nun könnte Gemeinde liefern
Doch zunächst folgte nichts: Auf sechs Fragen samt Unterfragen der Grünen erhielt man keine konkrete Antwort von der Gemeinde. Es folgte ein Bescheid der Gemeinde gegen die IFG-Anfrage, den das Gericht nun aufhob.
„Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, warum die Kosten massiv aus dem Ruder gelaufen sind“, fordert Krautwaschl unverändert. Mit dem Urteil des Landesverwaltungsgerichts könne man in Ilz liefern, wenn man nur wollte.
Bürgermeister Wilhelm erklärte indes schriftlich auf Anfrage der Kleinen Zeitung, dass nun wieder der Gemeinderat am Zuge sei, erneut Bescheide zu beschließen oder Informationen zugänglich zu machen. Er selbst könne nicht im Alleingang vorpreschen. Ihmzufolge würde man in Ilz allerdings die „Arbeiten und Aufgaben aller Ausschüsse nach Kräften unterstützen“.

Causa „Gaulhoferhaus“: Was bisher geschah
Die Kostenfrage um das einstige Prestigeprojekt der Marktgemeinde dreht sich damit auch acht Jahre nach Baustart weiter im Kreis. Oder wie es der Bürgermeister schriftlich erklärt: Es geht „zurück an den Start“. Rosi Jörger ist fassungslos angesichts dieser Einschätzung: „Damit hätte ich nicht gerechnet“, gab sie zu.
Als Prüfungsausschussvorsitzende habe sie seither versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Doch das Projekt, zu dem auch die Musikschule, ein Proberaum für den Musikverein und ein Arkadenhof hinter dem Hauptplatz gehören, war zu komplex, zu groß, zu undurchsichtig.
Hilfe, die man sich seitens der Gemeindeaufsicht holen wollte, wurde abgelehnt. Die angespannte Lage gipfelte dann im Gemeinderat, wo man Jörger „Rufschädigung“ vorwarf. Spätestens ab diesem Zeitpunkt schaltete sich die Landtagsabgeordnete Krautwaschl ein, um die Aufklärungsversuche Jörgers zu unterstützen.

Man repariert in Ilz – schon wieder
Erneut finden derzeit Bauarbeiten an der Fassade in Richtung Hauptplatz statt. „Auftraggeber und somit auch Rechnungsempfänger ist die Marktgemeinde Ilz.“ Die Entscheidung dazu habe man im Gemeindevorstand gefasst, erklärte Wilhelm schriftlich. Und so verursacht das Gaulhoferhaus auch weiterhin Kosten für die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger.


