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Narzissenfest-Führung bleibt nun doch noch ein Jahr im Amt

Nach Rücktrittsdrohungen des Teams um Obmann Rudi Grill gab es nun „konstruktive“ Gespräche mit dem Tourismusverband. Neue Regeln sollen mit Ende September fixiert sein.

Rudi Grill (rechts) hatte beim Kirtag am Montag wieder gut lachen
© Harald Steiner
Rudi Grill (rechts) hatte beim Kirtag am Montag wieder gut lachen
Veronika Höflehner
Teamleiterin Regionalredaktion Liezen

Es war die sprichwörtliche Rute, die das rund 25-köpfige Team des Narzissenfests dem Tourismusverband Ausseerland-Salzkammergut im Juni ins Fenster gestellt hat. Der Vorstand wie auch das Komitee drohten gesammelt mit Rücktritt. Dabei handelt es sich um jene Gruppe, die hauptverantwortlich für die Organisation des Blumenfestes ist, das im Frühjahr jährlich rund 15.000 Menschen ins Ausseerland lockt – allen voran Obmann Rudi Grill und sein Stellvertreter Siegfried Fink (wir berichteten).

„Das Narzissenfest wird immer professioneller, die Aufgaben werden größer und umfangreicher und die Arbeit wird für uns Ehrenamtlichen immer mehr“, sagte Grill damals. Der Tourismusverband (TVB) habe sich bei der Veranstaltung „weit zurückgenommen. Die Voraussetzungen haben sich so verschoben, dass nun die gesamte Verantwortung auf unseren Schultern lastet“.

Grill (Mitte) mit Vizeobmann Michael Pinnisch und Vizeobmann Siegfried Zink (rechts)
© Jürgen Fuchs
Grill (Mitte) mit Vizeobmann Michael Pinnisch und Vizeobmann Siegfried Zink (rechts)

Ein Jahr gibt es das Team noch

Darauf folgten Gespräche zwischen TVB und Organisationsteam. Im Juli klang es dann bei Grill schon positiver: „Ich gehe davon aus, dass wir eine gemeinsame Lösung für nächstes Jahr finden werden.“ Er stellte in den Raum – noch mit Fragezeichen – dass man als Team noch ein weiteres Jahr anhängen werde. Jetzt ist das Fragezeichen ausgeräumt: „Das nächste Narzissenfest 2027 mache ich noch, das ist entschieden“, sagte er auf Nachfrage der Kleinen Zeitung.

In einem Handstreich das Narzissenfest zu Grabe getragen zu haben, das möchtest du dann doch nicht im Lebenslauf stehen haben.

— Rudi Grill, Narzissenfest-Obmann

Gründe dafür waren einerseits die konstruktiven Gespräche, andererseits aber auch, dass eine etwaige neue Führungstruppe zuerst einmal mitarbeiten sollte. Wollte man doch nicht alles stehen und liegen lassen: „In einem Handstreich das Narzissenfest zu Grabe getragen zu haben, das möchtest du dann doch nicht im Lebenslauf stehen haben“, drückt Grill es mit Augenzwinkern aus.

TVB-Obmann bleibt vorsichtig

Er sei jetzt „guter Dinge, dass wir für die neue Führung gescheite Spielregeln zusammenbringen“. Dazu sei mit dem TVB eine „Marschroute“ abgestimmt worden, die müsse aber erst in der Kommissionssitzung des Verbandes am 22. September diskutiert und beschlossen werden. Am 29. September folgt dann die Jahreshauptversammlung des Narzissenfestvereins. „Dort präsentieren wir dann den neuesten Stand.“ Was genau geändert werde, will Grill deswegen nicht vorwegnehmen. Nur so viel: Prinzipiell sollen Personen des TVB auch im Komitee vertreten sein.

TVB-Obmann Mario Seebacher
© KLZ / Gerhard Pliem
TVB-Obmann Mario Seebacher

Vage und sehr vorsichtig reagiert TVB-Obmann Mario Seebacher, auf die Entwicklungen angesprochen: „Im Moment läuft es“, sagt er. Der Narzissenfestverein habe Forderungen eingereicht, nun müsse man in der Kommission entscheiden, was davon umgesetzt werde.

Offen, wer kommt und wer bleibt

Und wie sieht es mit einem etwaigen Nachfolger, einer Nachfolgerin aus? Noch schwierig, wie Grill einräumt. „Das Anforderungsprofil ist nicht einfach. Bist du Selbstständiger wie ich, bleibt dir im Unternehmen viel Arbeit liegen. Als Angestellter wird der Chef wenig Freude haben, wenn du so wenig da bist. Und die heutigen Pensionisten wollen lieber ihren Ruhestand genießen.“

Die Gerüchteküche brodelt im Ausseerland naturgemäß schon, „auf Nachfrage ist aber keiner der gefallenen Namen haltbar“, weiß Grill. Ob und wer aus dem 25-köpfigen Organisationsteam auch künftig mitarbeiten werde, sei ebenso noch offen. „Das wird davon abhängen, wer nachkommt. Jeder muss dann für sich selbst entscheiden, ob er dem Team weiter angehören will“, schließt der Noch-Obmann.