Tipps für Eltern: So werden Kinder fit für den Schulstart
Für Tafelklassler ist der erste Schultag besonders aufregend. Worauf Eltern achten können – damit die Schulkarriere aus gesundheitlicher Sicht ohne Probleme beginnt.

Mahlzeit: Die Sache mit der Jause
Geschichten, von Jausenboxen, die am Ende der Ferien praktisch selbstständig aus so mancher Schultasche hervorkriechen, sind wohl etwas übertrieben. Und dennoch: Was Kinder in der Schule essen und was nicht, ist in vielen Familien Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Es ist auch ein schmaler Grad für Eltern: Gesund soll die Jause sein, aber gegessen werden soll sie auch. Denn am Vormittag braucht der Körper Energie. Diese sollten Obst und/oder Gemüse liefern. Jeden Tag sollten diese Teil der Jause sein. Auch Getreide (Kohlenhydrate!) sollte auf dem Jausenplan stehen: Das kann in Form eines Vollkornbrotes oder -weckerls sein oder auch in Form von Müsli. Eiweißlieferanten sind ebenso wichtig. Schinken oder Käse sind möglich, aber ebenso auch ein pflanzlicher Aufstrich wie Hummus. Auch Naturjoghurt mit Früchten kann eine solche Eiweißquelle sein. Als gesundes Knabberzeug bieten sich Nüsse an. Süßigkeiten sollten nicht Teil der Jause sein. Abwechslung können selbstgebackene Muffins oder auch (selbstgemachtes) Obstmus zum Löffeln mitgeben. Auf vorgefertigte Snacks wie Quetschies sollten Eltern eher verzichten, denn diese enthalten enorm viel Zucker.
Immer einpacken sollte man ein Getränk, denn gerade Kinder denken oft nicht daran, ausreichend zu trinken. Im besten Fall füllt man die Trinkflasche mit Wasser, ungesüßten Tees oder stark verdünnten Fruchtsäften.
Bewegung: Ausgleich zum Sitzen
Mit dem Stundenplan hält auch vermehrtes Stillsitzen im Alltag der Kinder Einzug. Für viele Kinder bedeutet das eine enorme Umstellung und auch eine Geduldsprobe. Aus diesem Grund empfehlen Fachleute, dass Kinder direkt nach der Schule erst einmal austoben können, anstatt sich direkt mit den Hausübungen oder dem Lernen beschäftigen zu müssen. Laut WHO sollten sich Kinder über einem Jahr mindestens 60 Minuten bewegen. Dazu zählt jede Bewegung von normalem Gehen bis hin zu Laufen, Toben und Sport. Zudem steigert Bewegung, gepaart mit genügend Schlaf, Koordination, Geschicklichkeit und Reaktionsgeschwindigkeit. Auch Konzentration, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit werden unterstützt, da bei Bewegung das Gehirn vermehrt mit Sauerstoff versorgt wird. Gerade die ersten Schultage sind für Kinder sehr aufregend. Durch Sport werden aber auch Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol abgebaut, der Serotoninspiegel wird erhöht, sodass Kinder Leistungs- und Zeitdruck einfacher verarbeiten und dennoch gut lernen können.

Sehstärke: Der volle Durchblick
Bewegung, vor allem an der frischen Luft, kann auch helfen, Sehschwächen vorzubeugen. „Viele Sehschwächen machen sich erst mit dem Schuleintritt bemerkbar“, weiß Kurt Otter, Landesinnungsmeister der steirischen Augen- und Kontaktlinsenoptiker. Vor allem Kurzsichtigkeit (Myopie) ist häufig, kann aber gut korrigiert werden. Weil sich viele Sehprobleme aber schleichend einstellen, sollten Eltern auf mögliche Anzeichen achten: Konzentrationsprobleme, Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, schnelle Ermüdung, häufiges Augenzusammenkneifen oder -reiben, Kopfschmerzen. Vorbeugen kann man – neben Bewegung im Freien – durch Augenpausen: Alle 20 Minuten den Blick für 20 Sekunden vom Heft oder Bildschirm lösen und in die Ferne blicken. Auch eine augenfreundliche Lernumgebung mit natürlichem Tageslicht bzw. mit guter Beleuchtung ist wichtig. Ebenso, wie die Bildschirmzeit aufs Notwendigste zu beschränken und einmal jährlich die Augen zu kontrollieren bzw. einen Sehtest durchzuführen.
Schreibtisch: Ein Platz zum Lernen
Apropos Lernumgebung: Kinder sollten einen hellen, geräumigen Schreibtisch zur Verfügung haben, um ihre Aufgaben selbstständig erledigen zu können. Es gibt eine Vielzahl von ergonomischen und höhenverstellbaren Schreibtischmodellen für Kinder. Innenarchitektin und Kinderzimmerplanerin Katrin Dzenus rät zu einem möglichst großen Schreibtisch, die Breite sei wichtiger als die Tiefe. Verstellbar – und gemütlich – sollte auch der Schreibtischstuhl sein. So kann man Schreibtisch wie Sessel an die größer werdenden Kinder anpassen und kann zum Beispiel Nackenschmerzen vorbeugen.
Smarphone und Co.: Digitale Regeln vereinbaren
Gerade vor Schulbeginn lohnt es sich, auch die Medienregeln zu vereinbaren. Denn zu viel Zeit vor Bildschirmen (TV, Computer, Spielkonsolen, Smartphones) kann unter anderem Schlafqualität, Konzentrationsfähigkeit oder auch Sehstärke beeinflussen. Es sollten tägliche bzw. wöchentliche Zeitbudgets vereinbart werden, damit die Nutzung nicht überhandnimmt. Grundsätzlich sei es laut saferinternet.at mit zunehmendem Alter der Kinder schwieriger, konkrete tägliche Limits zu empfehlen, da es immer darauf ankomme, wie Kinder die digitalen Geräte nutzen. Orientieren kann man sich für das Volksschulalter aber an 30 bis 45 Minuten maximaler Bildschirmzeit. Zusätzlich kann man auch noch bestimmte handyfreie Zeiten einplanen, etwa während des Essens oder am Wochenende – wichtig ist aber auch, dass sich Eltern ebenso an die Vereinbarungen halten.