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Marc Marquez bleibt der „König von Aragon“

Spanier setzte sich in der Heimat durch – KTM zeigt zwei Wochen vor dem Heimrennen auf dem Red Bull Ring auf: Pedro Acosta fuhr auf Platz zwei.

Marc Marquez vor „seiner“ Tribüne im „Motoland Aragon“ – der Spanier bleibt in seiner Heimat der König auf zwei Rädern
© IMAGO/Jose Breton
Marc Marquez vor „seiner“ Tribüne im „Motoland Aragon“ – der Spanier bleibt in seiner Heimat der König auf zwei Rädern
Michael Schuen
Ressortleiter Sport

Marc Marquez hat wahrlich schon viel gewonnen im Motorradsport – fairerweise muss man sagen, dass er auch schon einiges verloren hat, oft durch sein zu risikoreiches Herangehen. Es gibt aber ein Rennen, da ist eine Niederlage für ihn inakzeptabel: Der Grand Prix von Aragon in seiner spanischen Heimat, nahe Alcaniz ein wenig südlich von Saragossa, nicht allzu weit von seinem Geburtsort Cervera in Katalonien entfernt. Hier, wo es eine eigene Tribüne für den siebenfachen MotoGP-Weltmeister gibt, in der alles ganz in Rot gehalten ist, sich alles um seine Nummer „93“ dreht.

Schon beim Sprint am Samstag ließ Marquez keinen Zweifel daran, wer der „König von Aragon“ ist und bezwang seinen Bruder Alex im Familienduell auf der Ducati einmal mehr. Und auch im Grand Prix wollte er schon in der ersten Kurve keine Zweifel aufkommen lassen. Sofort bremste er sich am Trainingsschnellsten Marco Bezzecchi auf der Aprilia vorbei – vergaß dabei aber eine wesentliche Kleinigkeit: Die Maschinen werden beim Start für bessere Traktion ein wenig tiefergestellt, das muss der Fahrer aber schnell wieder rückgängig machen. Und genau das verabsäumte Marquez. Logische Folge: die Ducati setzte auf, statt auf Platz eins fand sich Marquez nur auf Rang fünf wieder. „Die erste Kurve war im Sprint der Schlüssel und heute ist es mir wieder gelungen, vorbeizugehen – aber mit einem massiven Fehler. Ich war in Kurve 2 und Kurve 3 extrem langsam und viele Fahrer zogen vorbei. Dadurch wurde es schwieriger“, sagte er.

Doch statt in Panik zu verfallen, schaltete er wieder auf Attacke – und überstand dann beim Überholmanöver Nummer zwei gegen Bezzecchi einen zweiten Schockmoment: „Durch die ganze Aerodynamik gab es bei 300 km/h einen Moment, in dem sich unsere Motorräder gegenseitig angesaugt haben. Ich wollte rechts an ihm vorbeifahren, aber mein Motorrad wurde zu ihm gezogen – und ich glaube, seines wurde zu meinem gezogen. Das war zwar eine gute Show, aber beängstigend“, sagte Marquez. Nachdem Bezzecchi bezwungen war, kristallisierte sich aber ein anderer als härtester Gegner heraus: Pedro Acosta auf der KTM LC4, der die Renaissance der Orangen schließlich als Zweiter perfekt machte, gegen Marquez war kein Kraut gewachsen. Der feierte das ausgiebig mit und vor seinen Fans.

Und auch Acosta atmete mit dem gesamten KTM-Team auf: „Es sieht so aus, als würden wir uns über das Wochenende hinweg verbessern. Es war ein langer Weg, dieses Podium zu holen. Jetzt ist es Zeit zu genießen.“

Marquez legte daheim mit 37 WM-Punkten ein perfektes Wochenende hin und ist damit wieder Zweiter in der WM-Gesamtwertung. Auf Jorge Martin fehlen ihm nun nur noch 19 Zähler – und das verspricht nicht nur für das kommende Rennen in Misano, sondern erst recht für den Österreich-Grand-Prix in Spielberg Hochspannung.

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