Helmut Marko schwärmt vor Red Bull Ring Classics über „wunderschöne Autos“
Am Wochenende geht das Red Bull Ring Classics über die Bühne. An zwei Tagen gehen zahlreiche legendäre Boliden über die Rennstrecke in Spielberg.

Die Komplexität des neuen Reglements ist einer der größten Kritikpunkte am aktuellen Reglement der Formel 1. Zu kompliziert, zu unüberschaubar und nicht nachvollziehbar heißt es vielerorts. Auch der ehemalige Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko schlug ähnliche Töne an und kritisierte die Entwicklungen im Motorsport nicht nur einmal. „Man müsste das aktuelle Reglement auf der technischen Seite vereinfachen. Es tun sich ja selbst versierte Formel-1-Kommentatoren schwer, zu erklären, wie gerade der Ladezustand ist.“ Umso mehr dürfte er deshalb seinen Einsatz am Wochenende beim Red Bull Ring Classics in Spielberg genießen. Wenn der Grazer an die Boliden denkt, die am Samstag und Sonntag über den Ring heizen, geht ihm das Herz auf. „Eigentlich tut es weh, wenn man sieht, dass diese schönen Autos in einem Rennen gegeneinander kämpfen“, scherzt Marko. „Aber das ist eben noch echter Motorsport. Bei einem Großteil der Autos kannst du den Vergaser noch mit der Hand verstellen.“
Erinnerung an alte Zeiten
Für den 83-Jährigen ist das Classics eine Zeitreise zurück in vergangene Tage, als Marko in der Formel V seine ersten Versuche im Motorsport unternahm. „Es war eine wunderschöne Zeit und wirklich ehrliches Racing.“ Die einfachen Boliden der damaligen Generation hätten für die Fahrer auch Vorteile gehabt. „Man hat viele Ausreden benützen können, wenn man einen Reifenschaden gehabt hat, obwohl es eigentlich ein einfacher Fahrfehler war. Heutzutage wird ja jede Lenkbewegung sofort an die Box übermittelt, da geht das nicht mehr. Und auch die Kameradschaft war damals anders. Man ist hart gefahren, aber danach hat man noch gemeinsam Partys gefeiert.“
Insgesamt jagen am Wochenende acht Rennserien (BMW Challenge, BOSS GP, CLASS ONE Revival, Colmore Youngtimer Touring Car Challenge, Formel Vau, Golden Ära Classic Cup, Historic Formel Challenge, Interwetten SportsCar Challenge) über die Strecke, hinzukommen zahlreiche Show-Runs mit legendären Boliden, eine historische Fahrzeugausstellung, ein offenes Fahrerlager sowie die Chance, Legenden des Motorsports hautnah zu erleben. Während es am Sonntagnachmittag die Möglichkeit gibt, ein Autogramm von Helmut Marko zu ergattern, sitzen Legenden wie Karl Wendlinger, Christian Klien oder Mathias Lauda selbst hinter dem Lenkrad und stehen im Fahrerlager Rede und Antwort. Motorsport zum Anfassen, das soll beim Red Bull Ring Classics Realität werden.
