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Gael Monfils und die letzte Show des letzten großen Entertainers

Gael Monfils schlägt in New York ist sein letztes Grand-Slam-Turnier auf. Der Franzose ist der Liebling der Fans, hätte aber aus seiner Karriere weit mehr machen können.

Ballzauberer auf dem Platz: Gael Monfils
© AFP/Charly Triballeau
Ballzauberer auf dem Platz: Gael Monfils

In einer Spitzensportwelt, in der sich Athleten immer mehr in emotionslose Roboter verwandeln, sind sie so gut wie ausgestorben, die großen Entertainer auf dem Tennisplatz. Viele Fans fühlten sich von Nick Kyrgios angezogen, waren bei seinen Auftritten doch Ausraster und Disziplinlosigkeiten Fixpunkte. Doch hatte das nicht viel mit Entertainment zu tun. Obendrein hat sich das australische „Enfant terrible“ erst kürzlich mit einer positiven Dopingprobe selbst endgültig ins Abseits geschossen. Eine ganz andere, weit unterhaltsamere Show auf dem Court servierte in den vergangenen zwei Jahrzehnten schon Gael Monfils. Der Franzose begeisterte das Publikum stets mit amüsanten Einlagen und vor allem spektakulären Schlägen.

Ein Verhalten, das nicht aufgesetzt war. Der Pariser konnte nicht anders und wollte auch gar nicht aus seiner Haut heraus. Den Zuschauer gefiel‘s, seine eigene Karriere litt darunter. 13 Turniersiege (sieben davon in der Halle) konnte Monfils in seinen 22 Profijahren einspielen, Masters- oder gar Grand-Slam-Titel war jedoch keiner darunter. Zweimal stand er immerhin in einem Major-Halbfinale (Paris 2008 und US Open 2016), größere Erfolge waren der ehemaligen Nummer sechs der Welt (November 2016) nicht gegönnt.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Mangelnder Biss (dies bestätigte auch sein Ex-Trainer Günter Bresnik), eine Vielzahl an Verletzungen und eine Laufbahn im Schatten einer Generation, die von den übermächtigen Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic geprägt war. Dabei konnte er die großen drei in der Juniorenzeit allesamt schlagen, keiner von ihnen hatte so ein außergewöhnliches „Händchen“ wie der wieselflinke Bi-Händer.

Ein letztes Mal

In Flushing Meadows ist Monfils noch einmal dank einer Wildcard mit von der Partie. Und wenn er am Dienstag gegen den Paraguayer Adolfo Daniel Vallejo antritt, ist das der Tag seines 40. Geburtstags. „Der Abschied heuer in Roland-Garros war wirklich hart, weil es emotional sehr schwierig war für mich. Hier wird es anders, aber auch etwas Besonderes sein. Es ist mein letztes Grand Slam“, sagte Monfils, der seine Karriere wohl schon weit früher beendet hätte, wäre da nicht seine Frau Elina Switolina gewesen.

Traumpaar auf dem Tennisplatz: Elina Switolina und Gael Monfils
© AP/Yuki Iwamura
Traumpaar auf dem Tennisplatz: Elina Switolina und Gael Monfils

Seit acht Jahren bilden der zweifache Davis-Cup-Finalist und die ukrainische Spitzenspielerin das Traumpaar im Tenniszirkus, 2021 wurde geheiratet, 2022 kam Tochter Skai zur Welt. „Wir sind seit acht Jahren zusammen, acht wunderschöne Jahre. Du warst immer an meiner Seite. Ich spreche nicht von Elina Switolina, der Spielerin. Ich spreche von der Frau, der wahren Frau, meiner Frau, die in jedem Moment für mich da ist. Sie hat mich immer als Mann unterstützt, nicht als Tennisspieler. Elina war immer da, wenn ich Zweifel hatte. Sie hat mich immer aufgebaut, ermutigt, geliebt, und vor allem hat sie mir mit unserer Tochter das schönste Geschenk der Welt gemacht. Ich liebe dich“, hatte Monfils bei seinem Abschied in Paris auf dem Center Court erklärt.

Nach den US Open wird Monfils, der seine Pläne für die Tennis-Pension noch nicht verraten hat, wieder nach Europa zurückkehren und beim Masters in Paris (ab 31. Oktober) sein allerletztes Match bestreiten. Warum er nicht schon Ende Mai bei den French Open seinen endgültigen Abschied gegeben hat? „Ich möchte spielen, bis ich 40 bin. Leider bin ich im September geboren“, sagte er mit einem breiten Lächeln in Roland Garros. Und wurde dann konkreter: „Wie Stan (Wawrinka, Anm. d. Red.), wie LeBron (James), wie Cristiano (Ronaldo), wie Zlatan Ibrahimovic – wie alle Athleten, die ihren Sport bis zum Alter von 40 Jahren fortgesetzt haben. Das will ich auch.“ Typisch Monfils.

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