Für Vollmund ging die Staumauer am Packer Stausee auf Kreuzfahrt
Die Erlebnisregion Graz lud auf der Staumauer des Packer Stausees zum ausverkauften Vollmond-Dinner mit Sterne- und Haubenkoch Florian Wörgötter im Rahmen der Reihe „Vollmund“.

Kurz nach 20 Uhr geht der Mond am Donnerstagabend über dem Packer Stausee auf und spiegelt sich wenig später in der Wasseroberfläche. 50 Gäste dinieren zu dem Zeitpunkt im Rahmen der Kulinarik-Reihe „Vollmund“ des Tourismusverbandes Region Graz auf der Staumauer des Sees. Das Ambiente sorgt bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Staunen: „Die Tische in einer Reihe und die Lichterketten als Dekoration erinnern mich in Kombination mit der Reling der Staumauer an ein Kreuzfahrtschiff. Nur dass es zum Glück nicht wackelt“, lacht ein Gast.
Kochen im Freien – raus aus der Komfortzone
Das passende Menü tischt der Ligister Sterne- und Drei-Hauben-Koch Florian Wörgötter mit seinem Team auf, für die Weinbegleitung sorgt Sommelière Julia Mausser. Während sie ihr Restaurant im Schilcherland gerade komplett umbauen – die Wiedereröffnung ist für 29. September geplant –, haben die beiden Zeit gefunden, auswärts für Gaumenfreuden zu sorgen. „Wenn man nicht in der eigenen Küche und dann auch noch im Freien kocht, holt einen das schon aus der Komfortzone. Aber mit unserem tollen Team läuft alles super“, freut sich der Sternekoch.

Regionale Küche, internationaler Geschmack
Wörgötter kredenzt unter anderem Seesaibling mit Pfirsich-Spalten und Eierschwammerln, Rindsbackerl mit Bohnen, Zwetschke und Vogelbeere sowie als Dessert geeiste Cremen von Himbeere, Vanille und der Essenz von Pandan-Blättern. „Unsere Küche passt mit heimischem Fisch, Gemüse und Schwammerln als Zutaten sehr gut zu diesem Schauplatz. Unser Ansatz ist es, Köstlichkeiten aus der Heimat mit internationalen Geschmacksnoten zu verknüpfen“, erzählt der Küchenchef.
Auch für seinen Vater Mathias Wörgötter ist es eine Premiere: „Heute haben wir erstmals auf einer Staumauer gekocht. Als Caterer sind wir ja nicht so bekannt“, meint er lachend. Für Florian und Julia fällt der Vollmund-Auftritt übrigens direkt in die finalen Hochzeitsvorbereitungen, kommendes Wochenende geben sich die beiden das Ja-Wort.

Gute Werbung für Hirschegg-Pack
Karten für das zweitägige kulinarische Event sicherten sich Gäste aus der gesamten Steiermark, aus Kärnten, Niederösterreich und Salzburg. Das 5-Gänge-Menü ließen sich auch die örtlichen Bürgermeister Markus Prettenthaler und sein Vorgänger Johann Schmid (Hirschegg-Pack) sowie Georg Preßler (Edelschrott), der auch ÖVP-Landesgeschäftsführer ist, nicht entgehen.
Prettenthaler war auch an der Umsetzung des Fine Dinings auf der Staumauer beteiligt: Er klärte im Vorfeld alle Eventualitäten mit dem Betreiber Verbund ab. „Auf einer Staumauer habe ich auch noch nie gegessen. Der Werbewert für unsere Gemeinde ist irrsinnig groß, die Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband hat sehr gut funktioniert“, betont Prettenthaler.

Eigentlich hätte „Vollmund“ bereits 2025 auf einer Wiese am Ufer des Packer Stausees stattfinden sollen, das Open-Air-Dinner musste aber nach einem Unwetter abgesagt werden. „Das war in drei Jahren Vollmund bislang der einzige Termin, der ins Wasser fiel“, erzählt Erlebnisregion Graz-Geschäftsführerin Susanne Haubenhofer. Was sich letztlich als Glücksgriff erwies, weil sich danach die Möglichkeit mit der Staumauer auftat.