VA Erzberg sparte insgesamt zehn Millionen Liter Diesel ein
Der Erzabbau der VA Erzberg ist auch in Zukunft von neuen Technologien geprägt. Es wird geforscht und in nachhaltige Energieversorgung investiert, wie zum Beispiel in die dieselelektrisch betriebenen Schwer-Lkw.
Die Aufschüttungen mit Aushubmaterial vom Erzberg wachsen zu einem eigenen, grünbepflanzten Gebirge heran, wenn man vom Präbichl in Richtung Eisenerz fährt. Kurz vor dem Erzbergblick ist vom Erzberg-Gipfel nichts mehr zu sehen.
„Dieses Projekt ist für uns eine Win-Win-Situation. Zum einen werden mit dem Material bestehende Brücken an der Nordrampe des Präbichls ersetzt und zum anderen lagern wir mit dem Material bauwirtschaftliche Rohstoffe für die Zukunft“, sind sich Christian Treml und Armin Kogelbauer, die beiden VA Erzberg-Geschäftsführer, einig.

Weltgrößtes Siderit-Vorkommen
Doch das Kerngeschäft des Unternehmens liegt nach wie vor im Erz-Abbau, genauer gesagt Siderit. Damit ist der größte Eisenerztagbau Mitteleuropas auch in der glücklichen Lage, das weltgrößte Siderit-Vorkommen sein Eigen zu nennen. Von durchschnittlich zwölf Millionen Tonnen abgebautem Gestein sind 2025 drei Millionen Tonnen in den Erzverkauf geflossen, der ausschließlich mit der Voestalpine in Donawitz und Linz abgewickelt wird“, betont Treml.

Das Geschäft laufe gut, man sei zufrieden, lassen die beiden Geschäftsführer wissen. „Wir haben 70 Millionen Euro umgesetzt und einen Reingewinn von 2,1 Millionen Euro erzielt. Doch wir müssen uns, wie immer, den neuen technischen Herausforderungen stellen. Solche bringen die Elektrolichtbogenöfen mit sich“, ergänzt Kogelbauer. In Donawitz wird derzeit eine solche Anlage im Rahmen des Klimaschutzprojektes „greentec steel“ errichtet und soll 2027 in Betrieb gehen.
Forschungsprojekt und Photovoltaik
„Wir haben ein Forschungsprojekt laufen, an dem viele Experten beteiligt sind. Wir müssen bei unserem Produkt Erz insofern umdenken. Es bedarf einer speziellen Behandlung und Vorbereitung, um eine CO2-arme Stahlerzeugung zu ermöglichen“, betont Kogelbauer.
In der ersten Hälfte der 2030er-Jahre will man auch bei der Forschung neuer Wasserstofftechnologien Schritte gesetzt haben. Solche wurden bei Photovoltaik-Anlagen am Gelände des Erzbergs bereits gesetzt. 40 Prozent des Eigenstrombedarfs können damit abgedeckt werden.
Zehn Millionen Liter Diesel
Und dieser Strom wird dringend gebraucht, fährt man doch die mehr als 1000 Tonnen schweren Muldenkipper dieselelektrisch. Mittels Oberleitung holen sich die schweren Brummer ihren Treibstoff „Strom“ während der Fahrt. „Wir sind bei dieser Art des Antriebs unserer S-Lkw Vorreiter in der Branche. Wir haben seit dem Start mehr als zehn Millionen Liter Diesel gespart“, bemerken Treml und Kogelbauer.
Erfolgreich habe sich auch der touristische Zweig Abenteuer Erzberg entwickelt. Wir werden wieder mehr als 50.000 Gäste zählen, die so nah an einen aktiven Bergbau kommen, wie sonst nirgendwo“, sagt Treml. Auch das Tauchen im Erzbergsee komme gut an. Eine weitere geschäftliche Schiene seien die vielen Veranstaltungen wie das Red Bull Erzbergrodeo oder die Adventure Days.
Graffiti bei Abenteuer Erzberg
Neues gibt es übrigens auch bei der Talstation von Abenteuer Erzberg. „Wir haben eine Spritzbeton-Hangsicherung im Rahmen des diesjährigen Rostfestes vom Grazer Graffiti-Künstler Florian Perl alias Seas gestalten lassen. Das schaut wirklich sehr gut aus“, bemerkt Treml.