Bienen, Wespen, Hornissen: Vier Tote in Kärnten seit 2016
Insektenstiche können im schlimmsten Fall tödlich enden: In zehn Jahren starben in Kärnten vier Menschen nach Kontakt mit Bienen, Wespen oder Hornissen. Erst heuer kam ein 57-Jähriger in Osttirol vermutlich nach einem Wespenstich ums Leben.
Ein starkes Wespenjahr sorgt diesen Sommer auch in Kärnten und Osttirol für Verunsicherung. Aktuelle Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigen, dass Stiche von Wespen, Bienen oder Hornissen im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein können. In den vergangenen zehn Jahren starben österreichweit 68 Menschen nach einem Kontakt mit diesen Insekten. Auch Kärnten und Tirol waren davon betroffen. Erst Mitte Juli kam ein 57-jähriger Arbeiter in Osttirol höchstwahrscheinlich nach einem Wespenstich ums Leben.
Vier Todesfälle in Kärnten, sechs in Tirol
Eine Auswertung der Todesursachenstatistik durch den Bereich Sport- und Freizeitsicherheit im KFV zeigt, dass zwischen 2016 und 2025 österreichweit 68 Menschen nach Stichen oder Kontakt mit Bienen, Wespen oder Hornissen ums Leben kamen. Das entspricht im Durchschnitt knapp sieben Todesfällen pro Jahr.
In Kärnten wurden in diesem Zeitraum vier Todesfälle registriert. Nachdem es 2018 einen Todesfall gegeben hatte, blieb die Region fünf Jahre lang ohne weitere Opfer. 2024 starben dann zwei Menschen, 2025 kam ein weiterer Todesfall hinzu. Auch Tirol ist mit insgesamt sechs Todesfällen in der Statistik vertreten. Dabei wurde je ein Todesfall in den Jahren 2016 und 2020 registriert, zwei in 2022 und zwei in 2025.
Tragischer Fall aus Osttirol
Wie gefährlich ein Stich sein kann, insbesondere für Allergiker, zeigt ein tragischer Fall aus Osttirol in diesem Sommer. Mitte Juli war ein 57-jähriger Gemeindemitarbeiter im Defereggental auf einer Forststraße in Hopfgarten mit Mäharbeiten beschäftigt. Als nach ihm gesucht wurde, konnte er nur noch tot aufgefunden werden. Rund fünf Meter von der Fundstelle entfernt befand sich laut Polizei ein Wespennest. Vermutet wird, dass der Arbeiter beim Mähen versehentlich in dessen Bereich geraten war und gestochen wurde.

Leider reagieren manche Menschen auf Insektenstiche allergisch, daher ist es wichtig, im Notfall rasch zu reagieren, die Rettung zu rufen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.
— Johanna Trauner-Karner,, Leiterin der Abteilung Sport- und Freizeitsicherheit im KFV
Österreichweit sticht vor allem das Jahr 2024 hervor: Mit 13 Todesfällen wurde der höchste Wert innerhalb des zehnjährigen Zeitraums verzeichnet. 2025 waren es sieben. Seit 2016 gab es besonders viele Todesfälle in Niederösterreich (24) und der Steiermark (15).
„Leider reagieren manche Menschen auf Insektenstiche allergisch, daher ist es wichtig, im Notfall rasch zu reagieren, die Rettung zu rufen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten“, erklärt Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Ist eine Allergie bereits bekannt, könne nach ärztlicher Rücksprache im Sommer ein Notfall-Set mitgeführt werden. Dieses enthält in der Regel Kortison- und Antihistamin-Tabletten sowie einen Adrenalin-Pen. Die starke Wespen-Saison sorgte in Kärnten allerdings für einen Engpass beim „EpiPen“.
Fast 10.000 Menschen mussten ins Spital
Noch deutlicher wird das Ausmaß bei einem Blick auf die stationären Behandlungen. Laut Spitalsentlassungsstatistik – hier ist derzeit nur der Zeitraum 2015 bis 2024 verfügbar – mussten in diesem Zeitraum österreichweit insgesamt 9617 Menschen wegen Vergiftungen durch Insekten, Spinnen und Ähnliches stationär behandelt werden. Das entspricht im Durchschnitt knapp 1000 Fällen pro Jahr. Ambulante Behandlungen und Fälle im niedergelassenen Bereich sind darin nicht enthalten.
Die Zahlen schwanken dabei von Jahr zu Jahr deutlich. So wurden 2015 insgesamt 1464 stationäre Fälle registriert, 2017 waren es 1374 und 2023 gab es mit 521 Fällen den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Bereits im Jahr 2024 stieg die Zahl allerdings wieder kräftig auf 1041 stationäre Behandlungen, und damit auf mehr als das Doppelte des Vorjahres an.
Diese Warnzeichen sollte man ernst nehmen
Zu den typischen Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Bienen- oder Wespenstiche zählen geschwollene Augen oder eine geschwollene Zunge. Auch Hustenreiz und ein juckender Ausschlag am ganzen Körper können Warnsignale sein. Treten derartige Symptome auf, sollte umgehend Erste Hilfe geleistet und der Notruf 144 gewählt werden. Je nach Situation können das Hochlagern der Beine, die stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit oder Wiederbelebungsmaßnahmen dazu gehören.
