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Althofenerin hat Teddybär als besten Kumpel bei der Rettung

Helga Fertala (64) aus Althofen ist seit 13 Jahren beim Roten Kreuz. Seit zwei Jahren leitet sie die Teddybärambulanz.

Eine Frau steht vor einem Rettungsauto und hält einen Teddybären in der Hand
© KLZ/Grimschitz
Helga Fertala leitet seit zwei Jahren die Teddybärambulanz

Alles begann im Jahr 2013, da entschied Helga Fertala sich ehrenamtlich beim Roten Kreuz zu engagieren, „Meine Kinder waren damals in der Pubertät und als ich mit ihnen etwas unternehmen wollte, kam oft als Antwort: ‚Mama bitte lass mich einfach schlafen‘. Da ich schon immer Menschen sehr gerne geholfen habe, wollte ich mich sozial engagieren. Als ich in einer Zeitung eine Anzeige sah, in der das Rote Kreuz Sanitäter suchte, war ich zuerst unschlüssig, da ich doch etwas älter war", erinnert sich Fertala an den Beginn ihres Ehrenamts. Nach einem Telefonat, bei dem alle offenen Fragen beantwortet wurden, hat sich die Althofnerin für die Ausbildung angemeldet.

„Der Lernprozess war schon enorm. Immerhin war ich schon lange vom Schulalltag und vom Lernen weg. Ebenso habe ich in dieser Zeit erkannt, dass ich an Prüfungsangst leide. Meine jungen Kollegen haben mich aber sehr motiviert und mit mir gelernt. Als ich die Prüfungen bestanden habe, war ich enorm stolz", sagt Fertala mit einem Lächeln im Gesicht.

Nach so langer Zeit bei der Rettung erlebt man auch einiges. „Es gab natürlich schlimme Momente. Bei meiner allerersten Reanimation konnten wir leider nichts mehr tun. Im Nachhinein fragt man sich immer wieder, ob nicht doch noch etwas möglich gewesen wäre. Aber bei Gesprächen mit erfahrenen Kollegen lernt man mit so etwas umzugehen und es zu verarbeiten.“ Was der zweifachen Mutter aber auch Halt gibt, ist „die Dankbarkeit der Menschen. Einmal habe ich eine Patientin nach einem Einsatz durch Zufall wiedergetroffen. Sie bedankte sich bei mir und sagte, bei der Fahrt ins Krankenhaus war sie sehr nervös, dass ich mit ihr im Rettungsauto einfach nur geredet habe, hat ihr jegliche Angst und Nervosität genommen. Solch kleine Momente sind sehr motivierend und der Lohn für die ehrenamtliche Arbeit.“

Rettungsdienst & Teddybärambulanz

Der Rettungsdienst des Roten Kreuzes ist die größte Hilfsorganisation für medizinische Notfälle. Hauptaufgaben sind die Erste Hilfe, Notfallrettung und der Krankentransport. Die Teddybärambulanz ist ein Bildungs- und Erlebnisangebot für Kindergartenkinder, bei denen sie spielerisch den Rettungsdienst kennenlernen. In St. Veit engagieren sich sechs Personen bei der Teddybärambulanz.

Im Monat engagiert sich die 64-Jährige rund sechs Mal für das Rote Kreuz. Und seit zwei Jahren leitet sie die Teddybärambulanz in St. Veit. „Da arbeiten wir mit Kindergärten zusammen. Bei einem Besuch bringen wir den Kindern bei, keine Angst vor Rettungsautos zu haben, wir legen ihnen oder ihren Stofftieren Verbände an oder erklären spielerisch unsere Geräte", erklärt Fertala. Sechs Personen umfasst das Teddybärambulanz-Team in St. Veit. „Eine junge Kollegin hat mich immer wieder in die Kindergärten mitgenommen. Als sie zum Studieren nach Wien ging, wurde ich gefragt, ob ich nicht die Teddybärambulanz leiten möchte. Zuerst wollte ich nicht, jedoch wurde ich dann dazu überredet.“ Auf rund 14 Teddybärambulanzdienste im Jahr kommt Fertala. „Namen hat unser Teddybär noch nicht. Ich nenne ihn einfach ‚meinen besten Kumpel“, sagt die Retterin mit einem Lachen.

„Ein Kind sagte einmal nach einem Besuch zu mir. ‚Wenn ich groß bin, gehe ich auch zur Rettung.‘ Und in dem Moment wusste ich, wir haben die Aufgabe erfüllt und alles richtig gemacht. Wenn man die pensionierte Verkäuferin einmal nicht beim Roten Kreuz findet, „dann habe ich Oma-Dienst bei meinem Enkelkind. Ebenso schwimme ich sehr gerne, sticke oder gehe spazieren.“

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