Warum extreme Hitzewellen das Eisgeschäft bremsen können
Grundsätzlich profitieren Eisproduzenten in Klagenfurt und am Wörthersee vom heißen Sommer. Extreme Hitzewellen können das Geschäft jedoch trüben.
Haben Sie jemals einen unglücklichen Menschen mit einer Kugel Eis in der Hand gesehen? Ein Zustand, der physikalisch vermutlich gar nicht möglich ist und gleichermaßen für Eisproduzenten gilt. Während die Hitze wütet, die Felder trocknen und die Wasserpegel sinken, gibt es in dieser Wirtschaftssparte derzeit wenig zu bemängeln.
Wobei auch für das Eisgeschäft die große Hitzewelle nicht förderlich ist. Erreichen die Temperaturen unausstehliche Sphären, verweilen die Menschen entweder am See oder zu Hause. „Optimal sind Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad, ein leicht bewölkter Himmel und kein Regen“, skizziert Tom Truppe die Wunschvorstellung eines jeden Eissalons. Der Chef des Klagenfurter Traditionsbetriebs „Morle“ an der Steinernen Brücke „jammert“ auf hohem Niveau, seien Hitzeperioden schlussendlich besser als Regenwetter. „Ich möchte mich nicht beschweren. Wir sind grundsätzlich sehr zufrieden“, zieht Truppe eine erste kleine Saisonbilanz.
Verkäufe gingen nach oben
Die Temperaturen spielen auch Lisa Wunder in die Karten. „Zu heiß darf es aber auch nicht sein“, bestätigt die „Eislisl“ Truppes Aussagen. Die Pörtschacherin darf sich ebenfalls über gestiegene Verkaufszahlen freuen. Genaue Summen gibt sie, genauso wie Truppe, aber nicht preis.
Wunder, die außergewöhnliche Eissorten produziert, verzeichnet eine gestiegene Nachfrage bei Firmenfeiern. Anhaltende Hitzewellen führten zu großen Bestellungen, die kurzfristig abgearbeitet werden mussten – kein Problem für die „Eislisl“: „Ich produziere jede Woche frisch. Mein Eis geht nicht aus“, sagt Wunder, die damit den großen Industrieproduzenten einen Seitenhieb versetzt. So erlebte „Eskimo“ im Juli einen „Brickerl“-Engpass. Diverse Eissorten waren ausverkauft.
Fruchtig und vegan im Fokus
Wer Eis von der „Eislisl“ kauft, legt Augenmerk auf die Inhaltsstoffe. Heutzutage müsse das Eis frisch, fruchtig und vegan sein, lautet Wunders Beobachtung. Zudem sei Eis kein reines Sommerprodukt mehr. Bereits im Vorjahr legte Wunder winterliche Eissorten mit Lebkuchen- oder Glühweingeschmack auf. „Das kam gut an und mache ich heuer wieder“, kündigt die Kärntnerin an.
Während Wunders Kundinnen und Kunden ausgefallene Eiskreationen bevorzugen, greifen „Morle“-Gäste zu den Klassikern. Vanille und Schokolade stehen am Lendkanal unangefochten an der Spitze. Um den Salon auch im Winter gewinnbringend zu öffnen, reiche die Nachfrage aber nicht aus, sagt Truppe: „Ganzjahresbetriebe funktionieren nur in Graz oder Wien. In Klagenfurt ist das kein Thema.“

