Adi Weiss verrät, wie er Promis die Südsteiermark schmackhaft macht
Mode-Experte, Magazin-Herausgeber und Südsteirer: Adi Weiss verrät in seiner Lieblingsbuschenschank einige Schmankerl und die Schlagzeile seines Lebens.

Brettljause oder Haubenküche?
Definitiv Brettljause.
Passenderweise sitzen wir hier beim Weingut und Buschenschank Neubauer in Spielfeld. Warum haben Sie sich für unser Interview diesen Buschenschank ausgesucht?
Als wir mit dem Magazin „Obegg - Best of Südsteiermark“ begonnen haben, war die Familie von Tag eins weg an unserer Seite. Seither verbindet uns eine enge Freundschaft. Die Jause und der Wein sind auch sehr zu empfehlen.
Mit Obegg widmen Sie der Südsteiermark ein eigenes Magazin. Warum braucht es das?
Erstens, weil die Region nicht so bekannt ist, wie wir glauben. Zweitens, weil sie eine der schönsten Regionen auf der ganzen Welt ist. Unser Motto ist es, die Menschen vor den Vorhang zu holen, die hier arbeiten, und das macht es aus.
Ist es schwer ländlichen Charme mit internationalem Glamour in eine Zeitschrift zu packen?
Nein. Wir produzieren sehr hochwertig und aufwendig. Die Südsteiermark hat es verdient, so gemacht zu werden, als mache man ein Luxusmagazin für Wien.
Mit Ihrem Magazin bringen Sie Promis in die Weinberge. Wie machen Sie den Stars die Region schmackhaft?
Ich weiß, dass Einheimische nicht immer mit der Toskana verglichen werden wollen. Daher sage ich nicht, es ist die steirische Toskana, sondern es ist schöner als die Toskana. Wenn ihr einmal da seid, werdet ihr euch in die Region verlieben. Wir nehmen auch nur jemanden aufs Cover unseres Magazins, der die Region kennenlernen will.

Hie und da bringen Sie auch österreichische Spezialitäten zu den Stars. Wie war das mit Naomi Campbell und der Sachertorte?
Ich wollte mich damals mit der Sachertorte bei ihr einschmeicheln. Es hat sie aber nicht sonderlich begeistert. *lacht*
Wer war denn für Sie der beste Prominente, den Sie bis dato interviewt haben?
Heidi Klum war sehr cool, totaler Herzensmensch ist Frauke Ludowig und fasziniert hat mich immer Wolfgang Joop.
Wen würden Sie denn noch gern in die Südsteiermark holen?
Wenn ich ganz groß träume, wären das Madonna und Lady Gaga. Ich finde es super, dass Leute auf der Bühne stehen und sagen: „Leute, reißt euch wieder mehr zusammen und seid toleranter. Machen wir es gemeinsam und nicht gegeneinander.“
Wollen Sie mit dem Magazin ihrer Heimat auch etwas zurückgeben?
Ich denke, wir haben in den letzten Jahren auch mitgeholfen, die Region zu pushen.
Die Südsteiermark liegt im Trend. Hat sich das Bewusstsein für Luxus und Lifestyle in der Region verändert?
Ja. Seit wir das Magazin machen sind da ganz viele Schritte nach vorne gemacht worden. Fast ein bisserl zu viele, da müssen wir in der Region aufpassen.
Inwiefern?
Der Charme der Südsteiermark mit ihren Buschenschenken darf nicht verloren gehen. Es darf nicht alles nur Chichi und teuer werden. Qualität kann schon etwas kosten, aber es soll nicht zu Schickimicki werden.
Sie sprechen von der Südsteiermark als schönste Region der Welt. Was hat Sie damals dazu bewegt diese zu verlassen?
Ich habe immer zu meiner Mama gesagt, ich will Volksschullehrer oder Modejournalist werden. Für Letzteres und für mein ganzes Leben hat es Wien gebraucht.
Warum sind Sie dann wieder zurück zu den Wurzeln?
Irgendwann waren mein Partner und ich hier und sind etwas herumgefahren, weil Michi die Region kennenlernen wollte. Da habe ich das erste Mal die Südsteiermark wie ein Tourist erkundet, sie neu entdeckt und mich verliebt.
Hand aufs Herz: Wien oder Südsteiermark?
Mein Herz schlägt für beides. Ich sehe mich aber mehr als Südsteirer, als als Wiener.

Trifft man Sie als Mode-Experten in der Region auch einmal in Jogginghose?
Vielleicht beim Wandern, aber sonst nicht außer Haus.
Verraten Sie uns Ihre liebste Wanderroute?
Der Sulztaler Rundwanderweg.
Begegnen Ihnen die Menschen, seid Sie wieder verstärkt in der Region unterwegs sind, anders als früher?
Sie sind alle so nett, hilfsbereit und gesellig wie immer. Aus der Schulzeit habe ich mit kaum jemanden Kontakt, umso schöner sind solche Wiedersehen. Die Lehrer würde ich aber gern einmal sehen, die gesagt haben: „Du schaffst es nicht.“ Ich hatte einmal einen Deutschlehrer, der hat bei einer Arbeit dazu geschrieben: „Das Feuer raucht nicht, das Feuer brennt. Du hast kein Talent in Deutsch.“ Ich hoffe, dass der mitbekommen hat, dass ich jetzt ein Magazin herausgebe.
Zur Person
Adi Weiss wurde in der Südsteiermark geboren. Heute lebt der 50-Jährige gemeinsam mit seinem Partner Michael Lameraner in Wien und in der Südsteiermark.
Gemeinsam mit seinem Mann gibt er die Lifestyle-Magazine „Style up your Life“ sowie „Obegg-Best of Südsteiermark“ heraus und richtet Promi-Events aus. Mit „Adiweiss.TV“ berichtet er regelmäßig über Trends, Mode und Stars.
Was bleibt denn bei Ihnen mehr im Gedächtnis: Komplimente oder Kritik?
Bis zum 46. Lebensjahr Kritik. Ich habe zum Beispiel ein Posting gemacht und da waren 500 positive Kommentare und ein negatives. Ich habe nur den einen negativen Kommentar gesehen. Irgendwann in meinem 46. Lebensjahr habe ich dann umgedacht und ab da war es mir einfach wurscht. Seither konzentriere ich mich auf Positives.
Als Magazin-Herausgeber und Modejournalist: Werden Sie lieber interviewt oder stellen Sie lieber die Fragen?
Ich finde beides sehr spannend.
Print oder Online?
Print. Ich sitze so oft am Handy, Tablet oder Laptop. Da will ich, wenn ich Zeitung oder ein Magazin lese, nicht auf einen Bildschirm schauen.
Was wäre denn die Schlagzeile Ihres Lebens?
Gute und schwere Frage, die werde ich gleich für meine Interviews mitnehmen. *lacht* Ich glaube, sie würde lauten: „Adi Weiss: ‚Ich liebe das Leben.‘“