Auftakt mit offener Rechnung: Sturms Revanche mit der WSG Tirol
Ryan Fosso erlebte bislang lediglich eine Bundesliga-Niederlage im Sturm-Trikot. Rachegedanken stehen vor dem Spiel in Innsbruck jedoch nicht im Mittelpunkt.
In der vergangenen Saison stand für den SK Sturm gegen die WSG Tirol die Null. Dies ist nicht positiv gemeint, schließlich geht es nicht um die Anzahl der Gegentore, sondern die Punkteausbeute. Die 1:3-Heimniederlage Anfang Dezember war einer der Tiefpunkte der Saison. Auswärts am Tivoli setzte es Mitte Februar ein 0:1. Dies ist übrigens bis zum heutigen Tag die letzte Pflichtspielniederlage, welche die Grazer verarbeiten mussten.
Für jene Mitglieder, die der Sturm-Familie erst in der Winterpause beitraten, ist es somit gleichzeitig das bis dato einzige verlorengegangene Liga-Spiel. Dies gilt unter anderem für Trainer Fabio Ingolitsch, spielerseitig trifft dies auf Ryan Fosso zu. Ist folglich beim Bundesliga-Auftakt in Innsbruck (17 Uhr, Sky live) die Retourkutsche angesagt? „Ich würde nicht sagen Revanche, weil es zwar dasselbe Jahr, aber nicht dieselbe Saison ist. Der Kontext ist diesmal ein anderer. Es ist ein neues Spiel, eine neue Saison“, erklärt der Winter-Neuzugang.
Frust als Motivation
Die bisherigen Bewährungsproben in der Champions-League-Qualifikation und im ÖFB-Cup hat Sturm mit Bravour gemeistert, entsprechend optimistisch traten die Steirer die Reise nach Tirol an. „Am Ende der letzten Saison waren wir ein bisschen frustriert“, spricht der 24-Jährige die knapp verpasste Titelverteidigung an, die nun als Antrieb dienen würde: „Am Ende hat uns etwas gefehlt. Aber es war eine gute Motivation für diese Saison. Wir wollen besser und besser werden.“
Der Schweiz-stämmige Nationalspieler Kameruns vermeidet es, vor dem ersten Liga-Match der Saison, den Meistertitel als Ziel auszurufen. Am Ehrgeiz des Teams lässt er jedoch keinen Zweifel. Der Fokus müsse momentan jedoch darauf liegen, gut in eine lange Saison zu starten.
Herausforderer Luca Weinhandl
Der defensive Mittelfeldspieler erwies sich nach seiner Verpflichtung umgehend als Bereicherung und verpasste mit dem Saison-Finale gegen Rapid bislang lediglich ein Bundesliga-Spiel der „Blackies“. Den internen Konkurrenzkampf bekommt er derzeit jedoch voll zu spüren. Vor allem Luca Weinhandl fordert ihn mit einer Talentprobe nach der anderen heraus. „Ich will jedes Spiel gewinnen, genauso würde ich am liebsten in jedem Spiel spielen“, meint Fosso und verspricht, bei jedem Einsatz das Beste zu geben.
In der sommerlichen Gerüchteküche wurde er zwischenzeitlich mit den Glasgow Rangers, Levante und Torino in Verbindung gebracht. „Derzeit liegt mein Fokus auf Sturm. Ich werde immer 100 Prozent für den Verein geben. Für den Moment ist das die Situation“, kommentiert er etwaiges Interesse anderer Vereine und betont, wie sehr er sich wohl fühlt: „Ich mag die Stadt und die Fans. Sie sind verrückt und unglaublich.“
Der Torjubel als Kapitän
Also habe er auch seinen Treffer beim Cupspiel in Seekirchen mit den Anhängern gefeiert. „Das war ein wirklich guter Moment“, sagt Fosso, der Sturm in dieser Partie als Kapitän auf das Feld geführt hat, was wiederum für den Stellenwert spricht, den er sich inzwischen erarbeitet hat, auch wenn gegen den Regionalligisten nicht die erste Garnitur zum Zug kam: „Für mich war es eine Ehre. Ich war sehr stolz, die Schleife zu tragen und auch noch ein Tor zu erzielen.“
Wie intensiv Ingolitsch in Innsbruck rotiert, wird sich weisen. Fix ausfallen wird Otar Kiteishvili, den das Trainerteam weiter Schritt für Schritt aufbauen will. „Die Gegner in der Liga sind stark. Ich gehe von einem schwierigen Spiel aus, aber wir werden unser Bestes für ein gutes Resultat geben“, kündigt Fosso an. Vor der vergangenen Saison war die WSG übrigens aus Sturm-Sicht ein sehr gerne gesehener Gegner. Seit dem Aufstieg erreichten die Tiroler in 14 Duellen lediglich zwei Punkte. Zwölf Mal triumphierte Sturm.