Maximilian Payr, Organisator der Demo „Blumen gegen Rechtsextremismus“ ist es wichtig, dass man mit der Aktion am Freitag, dem 3. Juli, in Leoben nicht nur gegen, sondern auch für etwas auf die Straße gehen werde. Man demonstriere für Meinungsfreiheit, Internationalität und Vielfalt innerhalb unserer Demokratie.

Der 33-Jährige, der an der Montanuni ein Masterstudium der Industrielogistik absolviert und im Wasserstoff-Forschungszentrum der Montanuniversität arbeitet, weist aber auch darauf hin, dass er die Demo „als Bürger der Stadt Leoben“ an den Start bringen werde.

„Vorurteile gilt es zu ändern“

Es sei ihm nach den Berichten über die Vorfälle rund um das 140. Stiftungsfest der Burschenschaft Leder wichtig, ein Zeichen dafür zu setzen, dass Leoben sowie die Bevölkerung und die Institutionen der Stadt diese Werte nicht vertreten: „Leider bestehen außerhalb Leobens Grenzen dieses stigmatisierte Bild sowie Vorurteile. Dies gilt es zu ändern“, so Payr.

Im Umfeld des Stiftungsfests der „Lederer“ war es zu einem tätlichen Angriff auf einen Taxler gekommen. Auch Naziparolen sollen gerufen worden sein. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Wiederbetätigung.

Zeichen gegen Rechtsextremismus

„Wir rufen alle Mitmenschen auf, sich für ein gemeinsames Zuhause, einen Arbeitsplatz, Studienplatz und den Lebensmittelpunkt in Leoben und sich gegen Rechtsextremismus einzusetzen“, sagt Payr. Ganz klar stehe man gegen nationalsozialistisches Gedankengut, Rassismus und Gewalt.

„Blumen sind ein Symbol für Frieden, Liebe, Glück und Vieles mehr. Diese Symbolik greifen wir auf und verwenden sie als stillen Protest gegen Rechtsextremismus. So ist der Name für die Demo entstanden“, so Payr. Zur Demo eingeladen seien alle aus Leoben und Umgebung: „Alle, die hier ihren Wohnort, Lebensmittelpunkt, Arbeits- und Studienplatz haben sowie alle Institutionen.“

Schlusskundgebung am Hauptplatz

Alle Menschen und Parteien, die gegen Rechtsextremismus demonstrieren und ein Zeichen setzen wollen, dass dies in Leoben nicht geduldet werde, seien eingeladen, sich selbst der Demo am Freitag anzuschließen. Sie wird von 13.30 bis etwa 16.30 Uhr im Zentrum der Stadt stattfinden. Startpunkt soll die Evangelische Gustav-Adolf-Kirche sein. Dann zieht die Demo auf den Hauptplatz.

Für alle, die keine Zeit haben, bei der Demo dabei zu sein, rät Payr, wie man seinen Blumenschmuck daheim zum Zeichen gegen Rechtsextremismus „aufbrezeln“ oder auch welche Schritte man im Internet setzen kann, um ein klares Zeichen im Sinne der Demo zu setzen.

Die Corps distanzieren sich klar

Im komplexen Gefüge der Leobener Studentenverbindungen herrscht indes ebenfalls völlige Einigkeit: Die Altherrenverbände der Corps Schacht, Montania und Erz in einer gemeinsamen Stellungnahme unmissverständlich klar, dass sie sich von den Vorfällen rund um das Lederer-Stiftungsfest deutlich distanzieren: „Für demokratiefeindliche, den Prinzipien des Rechtsstaats widersprechende, rassistische oder antisemitische Ansichten, Aussagen oder Handlungen ist in unseren Reihen kein Platz“, so Veit Michael Reiff, Altherren-Obmann des Corps Schacht.