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Verbund will Batteriespeicherkapazitäten bis 2030 verzehnfachen

Das Team rund um Innovationschef Franz Zöchbauer sucht gemeinsam mit Start-ups nach Zukunftslösungen. Bei Speicherlösungen für volatile Wind- und Sonnenenergie ist man noch technologieoffen. Hohe Investitionen in Kärnten und der Steiermark.


Die sogenannte „Blue Battery“ im<strong>&nbsp;</strong>Donau-Laufkraftwerk Wallsee-Mitterkirchen ist ein Pilotprojekt vom Verbund mit 61.000 Lithium-Ionen-Batteriezellen
© VERBUND
Die sogenannte „Blue Battery“ im<strong>&nbsp;</strong>Donau-Laufkraftwerk Wallsee-Mitterkirchen ist ein Pilotprojekt vom Verbund mit 61.000 Lithium-Ionen-Batteriezellen
Alexander Tengg
Wirtschaft Kärnten

Beim jüngsten Gipfeltreffen der grünen Innovatoren, dem „Green Tech Innovators Club“ im Lakeside Park hielt Franz Zöchbauer den Impulsvortrag. Als Innovationschef beim Verbund wird er immer häufiger darauf angesprochen, wie der wachsende Anteil volatiler, dezentraler Stromerzeugung als Wind- und Sonnenenergie zwischengespeichert werden kann. Schließlich müssen sich Stromerzeugung und Verbrauch jederzeit die Waage halten.

Tatsächlich stimmen Angebot und Nachfrage immer weniger überein: Der Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid geht für 2030 von einem saisonalen Verschiebungsbedarf von jährlich zehn Terawattstunden aus. Und obwohl Österreich europaweit um seinen Trumpf bei der Stromspeicherung – nämlich Pumpspeicherkraftwerke – beneidet wird, braucht es für die Versorgungssicherheit neben dem Netzausbau daher auch noch flexiblere Systeme, sprich Speichersysteme. Bis Ende 2030 plant der Verbund in Summe ein Gigawatt an Batteriespeicherkapazitäten zu installieren. Das entspricht einer Verzehnfachung der derzeit verfügbaren Speichermenge.

„Es gibt vielversprechende Pilotprojekte, die sich in der Explorationsphase befinden“, erklärt Zöchbauer. Hier arbeite man sehr eng mit unterschiedlichsten Start-ups zusammen. Denn im Verbund gebe es keine Festlegung auf Speicherlösungen, die auf Li-Ionen-Batterien angewiesen sind. Mit Redux-Flow- und Sauerstoffbatterien gebe es andere innovative Technologien. Der Verbund wolle auch beim Thema Wasserstoff zu „einem Player werden“.

Franz Zöchbauer leitet den Bereich Unternehmensinnovation und Geschäftsfeldentwicklung
© Verbund
Franz Zöchbauer leitet den Bereich Unternehmensinnovation und Geschäftsfeldentwicklung

Seit Jahren im Test

Unter dem Namen „Blue Battery“ betreibt das Unternehmen seit mehreren Jahren Österreichs erste Groß-Batterie. Diese neue, innovative Lösung hat den Praxistest bestanden. Im Gailtal errichtete hingegen die slowenische N-Gen-Gruppe ein Batteriespeicherkraftwerk, das mit Tesla Megapacks (ebenfalls Lithium-Ionen) bestückt ist. Die Speicherkapazität: 20,6 Megawattstunden.

Bestehende Speicherkapazität

Der Verbund betreibt in Österreich 17 Speicherkraftwerke und sechs Pumpspeicher mit einer Kapazität von fast 3800 Megawatt (1300 MW Speicher-KW sowie 2500 MW Pumpspeicher). In Summe liefern diese Speicher- und Pumpspeicher-Kraftwerke eine jährliche Erzeugung aus natürlichem Zufluss von circa 4500 Gigawattstunden. Österreichweit stehen Speicher- und Pumpspeicheranlagen mit fast 8800 Megawatt Leistung zur Verfügung.

In Kärnten investiert der Verbund derzeit insgesamt 170 Millionen Euro, um unter anderem die Pumpleistung in der Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck zu erhöhen. In der Steiermark wurde das Murkraftwerk Rabenstein zum ersten „digitalen Wasserkraftwerk“ aufgerüstet, das durch KI-Einsatz noch effizienter läuft. Außerdem sei ein Speicherkraftwerk in der Nähe eines Windparks in Planung. Mit Li-Ionen ausgestattete Speicher sei nur eine kurzfristige Unterstützung des Netzes möglich. Bei größeren Windkraftanlagen bräuchte es eine Verschiebungsmöglichkeit der Leistung um einen ganzen Tag.

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