WM-Silberne Eva Pinkelnig: Vollgetankt wird nur mit Endorphinen
Eva Pinkelnig (34) holte sich bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Planica auf der Normalschanze ihre erste WM-Einzelmedaille. "Ich kann es kaum glauben, was ich heuer schon alles erreicht habe. Es ist der absolute Wahnsinn."

"So jetzt, ab ins Loch mit dir.“ Exakt dieser eine konkrete Satz schwirrte bei Skispringerin Eva Pinkelnig im Kopf herum. Wenige Sekunden später war es spruchreif, dass die Vorarlbergerin bei der Nordischen Weltmeisterschaft in Planica auf der Normalschanze über ihre erste Einzel-WM-Medaille jubeln durfte. „Als ich gelandet bin, dachte ich nur: ,Das ist doch völlig verrückt, ich habe echt eine Medaille‘“, strahlte die 34-Jährige. Pinkelnig musste sich lediglich der Deutschen Katharina Althaus geschlagen geben, Bronze ging an die Halbzeitführende, Anna Odine Ström aus Norwegen.
Die Gesamtweltcup-Spitzenreiterin ließ ihren Emotionen freien Lauf. In erster Linie auch deshalb, weil die Erwartungshaltung von außen kein Zuckerschlecken gewesen ist. „Mein größtes Problem war wirklich, diesen Druck von außerhalb und meine eigene Erwartungshaltung auf einen Nenner zu bringen. Jetzt kann ich sagen, ich habe es geschafft“, erklärte Pinkelnig, deren Vater übrigens aus Kärnten stammt.
"Ich hätte ihn ausgelacht"
Die Frohnatur schwelgte direkt nach dem Bewerb kurz in Erinnerungen und kann es kaum glauben, „was ich heuer schon alles erreicht habe. Es ist der absolute Wahnsinn. Und das Coole ist, dass bereits im ersten Bewerb eine Medaille da ist. Jetzt kann das gesamte ÖSV-Team befreit springen.“
Pinkelnigs „Tankstellen“ haben neuerlich bewiesen, was in diesem Energiebündel, das Stillstand hasst, tatsächlich steckt. Und mit ihrer Lebensfreude „infiziert“ sie sozusagen alle anderen. „Wenn mir vor zwei Jahren, als ich auf der Intensivstation gelegen bin, jemand nur ansatzweise gesagt hätte, dass ich das jetzt alles erleben darf, hätte ich ihn ausgelacht“, meint die Heeressportlerin, deren Kindheitsvision es war, einmal im Leben 100 Meter zu springen. „Man muss klein anfangen und sich dann hinaufarbeiten und ich genieße derzeit alles in vollen Zügen.“
Und ist die Eva eine Partymaus? „Um ehrlich zu sein, trinke ich nie viel, aber das Anstoßen lasse ich mir natürlich nicht nehmen. Dafür kann meine Physiotherapeutin aber Vollgas geben, weil ich ihr den Abend freigegeben habe.“
Zweitbeste Österreicherin wurde die 18-jährige WM-Debütantin Julia Mühlbacher als starke Elfte. Chiara Kreuzer landete auf Rang 14 und Sara Marita Kramer, die ihr Gefühl noch nicht wieder gefunden hat, wurde 23. „Mir war im Vorfeld klar, dass ein Wunder passieren muss, dass ich vorne dabei bin. Und Träume hat man halt trotzdem irgendwo. Es fehlt nicht viel. Ich muss aus der Komfortzone raus und es durchziehen.“

